Haltestelle Ortsmitte: Im Zentrum legt der Bus weiterhin Stopps ein.
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Haltestelle Ortsmitte: Im Zentrum legt der Bus weiterhin Stopps ein.

Gemeinderat zurrt neuen Fahrplan fest

Bad Kohlgruber Ortsbus soll attraktiver werden: Stündliche Taktung bis zum frühen Abend

Der Bad Kohlgruber Ortsbus soll attraktiver werde. Die Volksvertreter haben jetzt einen neuen Fahrplan beschlossen.

  • Über eine stündliche Taktung soll der Bad Kohlgruber Ortsbus künftig verfügen.
  • Darauf verständigte sich das Kommunalparlament.
  • Die vermehrten Fahrten waren ein Wunsch vieler Bürger.

Bad Kohlgrub – Die Ortslinie in Bad Kohlgrub könnte ab November Geschichte sein, könnte. Doch nachdem das Unternehmen, der Verkehrsbetrieb Reindl, angekündigt hatte, die Linie einzustellen, entschloss sich die Gemeinde, den Bus weiter rollen zu lassen – mit der Firma Benedikt. Vorher soll aber der Fahrplan noch geändert werden. Der öffentliche Nahverkehr in der Gemeinde soll attraktiver werden, für Bürger und für Gäste.

Bürgermeister Franz Degele (Freie Wähler) erinnert sich in der Gemeinderatssitzung an eine Empfehlung des Landratsamtes, laut welcher eine Ortslinie stündlich verkehren müsse, „365 Tage im Jahr“, um attraktiv für Besucher und Hiesige zu sein. Die Ortslinie Reindl kommt dieser Empfehlung nicht nach. Die Betriebszeiten beschränken sich derzeit auf Montag bis Freitag, Haltestellen werden überwiegend im Zwei-Stunden-Takt angefahren. Doch das soll sich in einigen Wochen, mit einem neuen Unternehmen am Steuer, ändern.

Haltestelle Ortsmitte

Wie der Fahrplan aussehen wird, darüber stimmten die Gemeinderäte jüngst ab. Als es darum geht, den Fahrplan für die Zeit ab November, zunächst für ein Jahr, festzulegen, stört sich Martin Niklas (Neue Liste) daran, dass in dem Entwurf keine Haltestelle im Zentrum zu finden ist. „Wir lassen die Ortsmitte aus, fahren da vorbei“, sagt er. Doch die Haltestelle nahe dem Dorfbrunnen scheint es in sich zu haben. „Unbandig gefährlich“, sagt etwa Monika Reindl (Freie Wähler), wenn sie an Überholmanöver am haltenden Bus in der Kurve denkt. Als „wirklich gefährlich“ bezeichnet auch Katharina Kleiner (Neue Liste) die Haltestelle am Modehaus Kraus. Sie plädiert dafür, die Ortsmitte weiterhin zu bedienen, jedoch den Haltepunkt zu versetzen.

Einen Halt am Rathaus beim Hinunterfahren, an der Erlestraße beim Hinauffahren kann sich Martina Höck (Für Landwirtschaft, Natur und Erholung) vorstellen. „Beim Runterfahren muss er auf jeden Fall am Dorfbrunnen halten“, findet Simon Eickholt (Neue Liste). Immerhin finde dort das Leben statt. Ein Halt ist Niklas aber nicht genug. „Wenn wir’s gscheit machen, muss er in der Ortsmitte zweimal stehen bleiben“, also auf jeder Seite einmal. „Wir müssten fast mal probefahren“, schließt Andreas Wojciak (Neue Liste) aus der Debatte.

Am Ende votiert das Gremium für folgende Änderungen beziehungsweise Ergänzungen im Fahrplan: Die Haltestellen an der Sonnenstraße und an der Harrerstraße, die auf dem Weg zum Hörnle-Lift liegen, werden stillgelegt (einstimmig), die Haltestelle in der Ortsmitte am Rathaus, bleibt erhalten (einstimmig), die Erlestraße wird aufgenommen (zwei Gegenstimmen), und die Ortslinie verkehrt auch am Wochenende und an Feiertagen (eine Gegenstimme).

Kein Stopp am Jägerhaus

Uneinig zeigt sich das Gremium bezüglich der momentan verwaisten Haltebuchten am Jägerhaus. Die Frage, ob die Ortslinie dort viermal täglich stoppen soll, spaltet das Gremium in zwei Lager. Geht es nach Hans-Peter Lory (Neue Liste), könnte eine solche Haltestelle nicht schaden. Skigebiete hätten ein engmaschiges Netz, in dem auch andere touristische Ziele enthalten seien. Im vorläufigen Entwurf sind vier Stopps am Jägerhaus eingeplant, zwei um die Mittagszeit, einer am Nachmittag, ein letzter am Abend. Der Gemeinderat entscheidet jedoch sich mit fünf zu neun Stimmen gegen die Aufnahme des Jägerhauses in den Fahrplan. Diesen winkt das Gremium (eine Gegenstimme) mit den Änderungen und Ergänzungen am Ende durch. Neu ist auch die Einführung einer stündlichen Taktung bis in die frühen Abendstunden.

Nach der Sitzung sagt Degele, dass die Stundentaktung auch ein Wunsch vieler Bürger gewesen sei. Wenn jemand mit dem Bus zum Arzt oder zum Einkaufen fahre, wolle dieser nicht eine Stunde auf die Rückfahrt warten. „Dann nimmt derjenige lieber das Auto“, weiß Degele. Was das Thema Jägerhaus anbelangt, so betont er, dass dieses schon im Vorfeld besprochen worden sei. Auch habe man schon 2018 einen Versuch mit Haltestellen an diesem Punkt gestartet, was aber „nicht angenommen wurde“. Was den neuen Fahrplan betrifft, kann der Rathauschef freilich nicht sagen, ob dieser auf ein positives Echo stößt. „Letztlich entscheiden Gäste und Bürger“, sagt Degele, der sich bewusst ist, dass dieser Fahrplan „wesentlich mehr kostet“. Doch in Zeiten von Klimawandel und Klimaschutz müsse man versuchen, den Individualverkehr einzuschränken. Auch in Bad Kohlgrub, gerade in Bad Kohlgrub. „Wir haben sehr viele Verkehrsbewegungen“, sagt Degele. Das ist kein Geheimnis.

Antonia Reindl

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