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Die abgeholzte Fläche am Elmauberg: Die Weidegenossen in Bad Kohlgrub rechtfertigen ihr Tun.

Rodung am Grad des Elmaubergs notwendig für die Weidewirtschaft? 

Abholzaktion am Hörnle empört Bürger: „Naturzerstörung“

  • Ludwig Hutter
    vonLudwig Hutter
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Naturschutz contra Almwirtschaft: Darauf fokussiert sich gerade eine Diskussion um Rodungsarbeiten am Hörnle.

Bad Kohlgrub – Am Hörnle, dem Bad Kohlgruber Hausberg, prallen immer wieder verschiedenste Interessen aufeinander. Vor allem die unterschiedlichen Freizeitaktivitäten und die land- bzw. forstwirtschaftliche Nutzung führen mitunter zu Konflikten der Beteiligten. Jetzt rückt das Gebiet erneut in den Fokus: Anlass ist eine Abholzaktion im Bereich Elmauberg – Hinteres Hörnle. Die Almflächen dort sind im Eigentum der Alm- und Weidegemeinschaft Hörnle.

Als dort vor kurzem Georg Wojciak zu Fuß unterwegs war in Richtung Gipfel des Hinteren Hörnles, fiel ihm auf, dass auf dem Terrain eine größere Menge Bäume gefällt worden war: „Ich bin erschrocken, wie es jetzt dort ausschaut. Hier wurde ein wunderschönes Stück Natur platt gemacht.“ Der Kohlgruber spricht sogar von „Naturzerstörung“. Es habe dort bis vor kurzem nur einen Steig gegeben, jetzt sei von dem Wald auf dem Grad des Elmaubergs nicht mehr viel zu sehen. Für Wojciak ist die Abholzaktion „ein irrer Aufwand, der in keinem Verhältnis zum wirtschaftlichen Ertrag steht.“ Darüber hinaus sei auch ein Weg zur Erschließung der gerodeten Fläche in den Hang hineingebaut worden.

Konfrontiert mit der Kritik, betont der Vorsitzende der Kohlgruber Alm- und Weidegemeinschaft, Josef Fischer, dass es am Elmauberg bereits vor rund 30 Jahren eine offene Weide gegeben habe. Diese sei aber im Laufe der Zeit zugewachsen. „Durch das Abholzen haben wir eine neue Weidefläche geschaffen, die wir für unser Almvieh brauchen. Es handelt sich um eine Ausgleichsmaßnahme im Rahmen der Trennung von Wald und Weide“, begründet Fischer das Vorgehen der Hörnlerechtler. Immerhin befindet sich auch heuer wieder viel Jungvieh, Kühe und Rösser auf den Hörnle-Weiden, rund 80 Tiere. Gerne erklärt sich der Vorstand nach eigener Aussage dazu bereit, mit Interessierten eine Begehung vor Ort durchzuführen, „um ihnen die Maßnahme und Notwendigkeit zu erläutern“.

Übrigens: Wirtschaftliche Gesichtspunkte hätten laut Fischer bei der Aktion keine Rolle gespielt, die gefällten Bäume seien als Nutzholz nicht tauglich gewesen: „Wir haben Hackschnitzel daraus gemacht.“

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