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Eine Heuschlacht veranstalten die jüngsten Besucher beim Wiesmahdfest.
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In neuer Pracht erstrahlt der Blockstadl. Die Initiatoren und  Helfer haben dafür gesorgt, dass er erhalten werden kann. 
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Schmuckstück als Zeuge der Geschichte

Stolze Bad Kohlgruber feiern ihren neuen Wiesmahdstadel

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Es war ihnen eine Herzensangelegenheit: Die Initiatoren und Unterstützer wollen das alte Brauchtum erhalten. Dafür haben sie einen alten Wiesmahdstadel instandgesetzt. 

Bad Kohlgrub – Jeder Schlag sitzt. Rudolf Strauß und Martin Beer senior klopfen eifrig mit dem Hammer auf die Schneide der Sense, schärfen sie. Im Hintergrund erklingt die Musik der Alphornbläser. „Ihr könntet das schon im passenden Takt dazu machen“, scherzt Moderator Anton Gundlfinger. Die beiden Bad Kohlgruber setzen ihre Arbeit unbeirrt fort. Konzentriert widmen sie sich dem Dengeln. Ein altes Handwerk, das am Sonntag wieder zum Leben erwachte. Aus einem ganz besonderen Grund: Beim Wiesmahdfest wurde ein Schmuckstück eröffnet: ein instandgesetzter Blockstadel.

Zahlreiche Besucher radeln, spazieren oder lassen sich mit dem Shuttle an diesem sonnigen Sonntag in den Weiler Großenast kutschieren, um dieses Ereignis nicht zu verpassen. Weil das frühere Heulager ein Zeitzeuge der Geschichte ist, das die bäuerliche Tradition in der Region widerspiegelt. „Es ist ein Stück Heimat und Kultur“, sagt Bruno Haas von der Unteren Naturschutzbehörde, „das erhalten werden muss“.

Über 1000 Stunden ehrenamtlich geschuftet

Genau das dachten sich auch die Ideengeber. Vier bis fünf Stunden lang suchten sie im vergangenen Jahr rund um Bad Kohlgrub einen geeigneten Stadel. Sie wurden fündig. Der Besitzer Michael Gindhart (Kittlbauer) unterstützte das Vorhaben und verpachtete die Hütte für 20 Jahre – für einen Euro. Im November begannen der Kur- und Verkehrsverein in Zusammenarbeit mit dem Handwerkerverein, den Plan umzusetzen.

Über 1000 ehrenamtliche Stunden investierten die Helfer in das Projekt. Sie trugen den alten Stadel ab, richteten den Grund her, baggerten, schaufelten, betonierten und bauten ihr Vorzeigeobjekt aus historischem und neuem Material wieder auf. „Schnee und Dunkelheit liegen hinter ihnen“, würdigt Werner Kratzer im kleinen Festzelt in der Idylle das enorme freiwillige Engagement. Der Blick auf den Stadel erfüllt ihn mit Stolz und Zufriedenheit. „Es ist eine eindrucksvolle Wiedergeburt.“ Der Vorsitzende des Kur- und Verkehrsvereins gerät immer wieder ins Schwärmen. Über den Standort am Wiesmahdweg mit Panoramaaussicht, über das mit viel Herzblut errichtete Holzkonstrukt. „Es ist Genuss und Geschenk, hier zu verweilen.“ Gleichzeitig wirkt das Projekt einem schleichenden Prozess entgegen. Denn immer mehr Stadel verfallen, weil sie nicht mehr gebraucht werden. Sie verschwinden aus der Landschaft – und mit ihnen die Tradition.

Förderung von Leader

Finanzielle Hilfe erhielten die Initiatoren deshalb von Leader. 60 Prozent der Gesamtkosten fließen als Zuschuss, wie Martin Kriner, Verantwortlicher für das EU-Förderprogramm im Landkreis, den Festgästen berichtete. Auf rund 12 500 Euro beliefen sich die Kosten für das Material. Zwischen 7500 und 8000 Euro erhalten die Bad Kohlgruber also aus dem Leader-Topf.

Die Beteiligten konnten auf viel Unterstützung bauen. Von der Gemeinde, deren Chef Karl-Heinz Reichert den Blockstadel als etwas „Herausragendes für den Ort“ bezeichnete, von den Ammergauer Alpen, deren Mitarbeiter mit ihrem Wissen und PC-Programmen bei der Erstellung der Info-Tafeln im Innenbereich zur Seite standen, oder vom Obst- und Gartenbauverein, der das Festprogramm mit auf die Beine stellte. Die Besucher bestaunten neben dem Stadel auch alte Gerätschaften oder Vorführungen zum Mähen, Obroatn, Stankern oder Einführen. Gerade Jüngere, ja sogar Kinder, verfolgten neugierig das ihnen fremde Geschehen. Den Kohlgrubern ist es gelungen, Interesse für eine alte Tradition zu wecken. 

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