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Am neuen Baum: (v.l.) Anton Gundlfinger, Tourismus-Chef Florian Hoffrohne, Frank Sosna (MoorSymphonie), Dr. Stefan Lauter, Andreas Burkart, Martin Kriner (Leader), Mona Lux (Ausschuss Kur- und Verkehrsverein), Franz Degele, Gabi Schober (MoorSymphonie).  

Moorsymphonie feiert Zehnjähriges

Symbolischer Lebensbaum für Kohlgruber Kinderträume 

Jedes Blatt bedeutet neues Leben: Schon 27 Mal hat eine Moorkur  in Bad Kohlgrub Familien Glück gebracht. 

Bad Kohlgrub – Für jedes Kind, das nach einer Moortherapie auf die Welt kam, wird ein Baum gepflanzt: Eine schöne Idee, die der Bad Kohlgruber Verein MoorSymphonie seit zehn Jahren umsetzt. Mittlerweile stehen 27 Bäume – mit Namensschild versehen – im Kurpark: Ebereschen für die Mädchen, Linden für die Buben. So viele, dass langsam ein kleiner Wald entsteht. „Die Gemeinde hat schon die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen“, sagt Anton Gundlfinger, der Vorsitzende von MoorSymphonie, mit einem Lachen. Deshalb hat sich der Verein zum zehnjährigen Bestehen eine ganz besondere Lösung einfallen lassen und den Kohlgruber Kunstschmied Andreas Burkart gebeten, einen symbolischen Lebensbaum zu kreieren.

 Schon vor etwa 150 Jahren hatte sich herumgesprochen, dass Moorbäder in Bad Kohlgrub nicht nur gegen viele Krankheiten und Gelenkbeschwerden helfen. So manche Dame, die zur Sommerfrische den Kurort besucht und im „goldenen Schlamm“ gebadet hatte, freute sich danach über ein lange herbeigesehntes Kinderglück. Dieser positive Nebeneffekt war jedoch mit der Zeit etwas in Vergessenheit geraten. Nach der Gesundheitsreform, in deren Rahmen die Badebetriebe von 31 auf 8 geschrumpft sind, griff man das Thema wieder auf. Im Jahre 2008 nahm sich der Verein Pfiffikus, der sich mittlerweile MoorSymphonie nennt, der Sache an.

Der symbolische Lebensbaum, den sich der Verein zum runden Geburtstag schenkt, besteht aus geöltem Stahl, wirkt filigran und ist trotzdem äußerst stabil. 48 Äste bieten Platz für ebenso viele Namensschilder. Diese kann man, wenn man die Knospen an den Enden abdreht, wie Blätter daran hängen. 22 Schildchen wurden bereits angebracht. „Fünf Kinder haben wir noch in Petto“, verrät Gundlfinger.  Platznot könne nun so schnell nicht mehr entstehen, denn der Baum sei erweiterbar. „Ich kann noch sehr viele Äste hinzufügen“, bestätigt Burkart. Da das Projekt Lebensbaum durch Bürgerengagement entstand, und noch dazu sehr ausgefallen ist, erfüllt es sogar die Kriterien zur Leader-Förderung und wurde mit 1000 Euro bezuschusst. 2500 Euro steuerten der Tourismusverbund Ammergauer Alpen und den Rest die Gemeinde bei.

Warum gerade die Bad Kohlgruber Bergkiefermoorbäder den hormonellen Stoffwechsel besser beeinflussen als die aus anderen Gegenden, kann man mittlerweile nachvollziehen. „Sie enthalten unter anderem Humin- und Fulminsäuren, die die Hormonregulation anregen“, erklärt Kurarzt Dr. Stephan Lauter. „Die besten Ergebnisse aber erzielt man, wenn man sich viel Zeit für die Kur nimmt.“ Idealerweise solle die Behandlung über die Dauer eines weiblichen Zyklus, also vier Wochen, gehen. Drei Bäder pro Woche und viel Ruhe seien optimal.  Lauter ist sich bewusst, dass wir in schnelllebigen Zeiten leben. „Ich rate aber davon ab, die Behandlung zwischen Tür und Angel zu machen. Der Körper braucht Ruhe und Abstand. Die Faktoren, die den Kinderwunsch verhindern, müssen vermieden werden. Dann stehen die Erfolgschancen besonders gut.“

Vizebürgermeister Franz Degele (Freie Wähler) ist sich bewusst, dass der Einsatz von Moorbädern für den Kinderwunsch für manchen exotisch klingen mag. Er ist optimistisch, dass sich die Methode herumspricht, und wünscht sich in Zukunft noch viele Äste für den neuen Lebensbaum.

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