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Amtseid: Franz Degele (l.) legt vor Otto Fussenegger den Schwur ab.

Kommunalpolitik in Bad Kohlgrub

Vereidigung: Degele will „Bürgermeister für alle sein“

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Es ist viel passiert. Nun beschwört Bad Kohlgrubs neuer Bürgermeister Franz Degele den Gemeinderat, nur mehr nach vorn zu schauen.  Zugleich bat er um eine „faire und sachliche Auseinandersetzung“.

Bad Kohlgrub – Steuert das Schiff der Kohlgruber Kommunalpolitik nun wieder in ruhigeres Fahrwasser? Turbulenzen gab es ja zuhauf: Zunächst die längere Absenz durch Krankheit und schließlich der Rücktritt des Ersten Bürgermeisters Karl-Heinz Reichert, dann die Irrungen und Wirrungen um Vize Franz Degele mit Erbschaft, beruflicher Kündigung und Überfall mit Verletzungsfolgen, im Weiteren persönliche Anfeindungen, Gerüchte, Misstrauen, Spontan-Solidarisierungen und schließlich eine Presse-Schelte. Inzwischen scheinen sich die Wogen geglättet zu haben.

Nach dem Wahlsieg von Franz Degele beim Bürgermeister-Votum am 22. Juli (mit 53,01 Prozent) stand nun am Dienstagabend im Haus des Gastes die Vereidigung des künftigen Rathauschefs auf dem Programm. Immerhin 29 Bürger verfolgten diese Zeremonie. Auch die folgende Wahl eines/einer Zweiten Bürgermeisters/-in ging völlig geräusch- und emotionslos über die Bühne. Als Einleitung zu seiner Vereidigung richtete Degele noch ein paar persönliche Worte ans Plenum und die Zuhörer. Er versprach, „ein Bürgermeister für alle Bürger“ sein und den Ansprüchen an das Amt gerecht werden zu wollen. Für Anregungen und Vorschläge aus der Bürgerschaft sei er jederzeit dankbar. Künftig werde es jeden Dienstag von 16.30 bis 17.30 Uhr im Rathaus eine Bürgersprechstunde geben. Seinen Gemeinderat bat Franz Degele um eine „faire und sachliche Auseinandersetzung“. Es gelte nun, nach vorne zu schauen und nicht mehr nach Fehlern in der Vergangenheit zu suchen. Dem Kollegium sprach er das Potenzial zu, „Bad Kohlgrub in eine positive Zukunft führen zu können“. Sodann nahm das dienstälteste Gemeinderatsmitglied Otto Fussenegger dem Ersten Bürgermeister den Amtseid ab – Applaus im Sitzungssaal.

Die nächste Personalie nahm der Freie-Wähler-Politiker wieder selbst in die Hand. Vom Stimmenverhältnis bei der Kommunalwahl 2014 wäre Josef Reindl als neuer Gemeinderat in das Gremium nachgerückt. Er verzichtete jedoch, sodass Mona Reindl zum Zuge kommt, die auch ihr Einverständnis gab. Als „schöne Sache“ wertete es der Bürgermeister, „dass wir nun drei Frauen im Plenum haben und sich die Quote der weiblichen Mitglieder damit erhöht“. Nach der Vereidigung von Reindl überreichte ihr der Rathauschef noch einen Blumenstrauß, wozu er anmerkte: „Leider hamma bloß für di an Strauß, muaßt’n halt mit den beiden anderen Frauen teilen . . .“

Nur ein einziger Vorschlag kam aus dem Gremium beim Aufruf für Bewerber eines/einer Zweiten Bürgermeisters/in: Genannt wurde Martina Höck. Bei der anschließenden Wahl erhielt Höck von der Liste „Für Landwirtschaft, Natur und Erholung“ von 13 abgegebenen Stimmen 11. Damit übt die Landwirtin aus dem Weiler Hinterkehr künftig das Amt wie Degele bis zu den Kommunalwahlen 2026 aus. Für die Wahl eines Dritten Bürgermeisters/in stellte sich kein Gemeinderat zur Verfügung – damit bleibt dieser Posten in der laufenden Periode unbesetzt.

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