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Schwierige Stelle: Die Ampelanlage befindet sich mitten in einer Kurve der Hauptstraße .

Es soll sich etwas ändern

Verkehrsprobleme in Bad Kohlgrub: Neue Initiative bei einem alten Thema

Innerhalb kürzester Zeit hat der Kindergarten-Elternbeirat über 400 Unterschriften gesammelt. All diese Menschen halten die Verkehrssituation im Bad Kohlgruber Dorfzentrum für gefährlich. Es soll sich endlich etwas ändern.

Bad Kohlgrub – Ein Vater mit einem Kinderwagen, der mitten in Bad Kohlgrub fast von einem Auto erfasst wird. Für Katharina Lischka war das der Aha-Moment. Die Situation, in der für die Mutter klar wurde, dass an der unübersichtlichen Ampelanlage auf der Hauptstraße etwas passieren muss. Also sammelte sie im Namen des Kindergarten-Elternbeirates Unterschriften. Mit Erfolg: „Es sind 423“, verkündete sie in der Sitzung der Gemeinderates. Der stellte sich hinter die Bürgerinitiative und schickt Rathaus-Chef Karl-Heinz Reichert (pareteifrei) zu den zuständigen Behörden vom Landrats- und Straßenbauamt sowie der Polizei.

Mehr als 400 Unterschriften - ein starkes Zeichen

„Ich sehe das als starkes Zeichen“, sagte Reichert zu dem einstimmigen Beschluss. „Und als Mandat.“ Denn eigentlich kann die Gemeinde Bad Kohlgrub nichts ausrichten. Bei der Ortsdurchfahrt handelt es sich um eine Staatsstraße, deshalb sind die übergeordneten Behörden zuständig. Von deren Vertreter hatte Lischka erfahren, dass erst einmal ein Interesse bei den Bürgern zu dokumentieren ist, bevor sich Dinge ändern können. Deshalb die Unterschriftenaktion.

Für diese zollte ihr Gilbert Ullmann (Neue Liste) großen Respekt. Vor allem, weil die beeindruckende Zahl der Unterstützer „in nur zehn Tagen“ zusammengekommen ist. Seine Liste hatte das Thema per Antrag auf die Tagesordnung im Gremium gebracht. „Das ist einfach eine wahnsinnig gefährliche Ecke.“ Die Ampel befindet sich ausgerechnet in einer Kurve. Wenn sie sich auf Rot schaltet, sehen das Autofahrer oftmals viel zu spät. Ullmann hatte dazu gleich eine Lösung parat: eine vorgeschaltete Signalanlage, die die Wagen früher zum Stehen bringt. „So wie in Unterammergau beim Bahnübergang.“ Auch wenn Reichert nach eigenen Worten Gefallen an diesem Gedankenspiel fand: Er weiß, dass die übergeordneten Behörden dies nicht so leicht tun werden. „Sie können auf Laienvorschläge verzichten“, teilte er seine Erfahrungen mit.

Das Anliegen der Bürger ist nicht neu - im Gegenteil

Grundsätzlich ist das Anliegen der Bad Kohlgruber, diese Stelle zu entschärfen, nicht neu. Im Gegenteil. Mehrere Gemeinderäte sprachen an, dass man schon vor Jahren versucht hatte, Änderungen zu bewirken. Dazu gehörte Franz Degele (Freie Wähler). Er erklärte, dass die Straßenmarkierung, die heute kaum noch zu sehen ist, die Kommune in Eigenregie angebracht hat „Die ist aufgeklebt.“ Und Martin Niklas (Neue Liste) rief in Erinnerungen, dass es auch mal Überlegungen gab, ein Blinklicht zu installieren. Das Vorhaben sei aber aus Kostengründen gescheitert.

Die jetzige Unterschriften-Sammlung ist für Niklas wichtig, um das Thema wieder aktuell zu machen. „Das sehe ist als Chance.“ Nikolaus Onnich (Liste Landwirtschaft) möchte seine Kontakte zu Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt nutzen, um ihn auf das Thema aufmerksam zu machen: „Ich werde Alexander mal anrufen.“

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