Stillstand bald vorbei: Das Eiscafé Firenze soll nächstes Jahr unter neuer Führung wieder aufmachen.
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Stillstand bald vorbei: Das Eiscafé Firenze soll nächstes Jahr unter neuer Führung wieder aufmachen.

Eröffnung aber erst frühestens 2022

Grünes Licht für Eiscafé in Bad Kohlgrub: Vorfreude auf die paradiesische Kugel

  • Josef Hornsteiner
    vonJosef Hornsteiner
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Der Bad Kohlgruber Gemeinderat gibt grünes Licht für neue Eisdiele im ehemaligen Eiscafé Firenze im Herzen des Ortes. Doch wird erst frühestens 2022 eröffnet.

Bad Kohlgrub – Und plötzlich waren die Grenzen dicht. Die italienische Familie hatte keine Chance, zu ihrem deutschen Arbeitsplatz zurückzukehren. Ihr Eiscafé Firenze im Herzen von Bad Kohlgrub ist seit jenem Tag im April 2020 gezwungenermaßen verwaist. Die Einreisebeschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie trafen die Betreiber hart. Im Herbst 2019 hatten sie ihre letzte Kugel Eis verkauft, ehe es wie jedes Jahr zum Überwintern in die italienische Heimat ging.

Im April vergangenen Jahres sollte es wieder los gehen. Doch mit der Corona-Pandemie gingen strenge Einreisebeschränkungen einher. Wochenlang wartete die Familie. Als sie endlich nach Deutschland konnte, durfte sie nicht öffnen. „Irgendwann hat sie kapituliert“, sagt Bürgermeister Franz Degele (Freie Wähler). Sein Ort war plötzlich um eine beliebte Institution ärmer. Die Räume des Eiscafés sind seither gespenstisch leer.

Es rührt sich was - zumindest auf dem Papier

Jetzt rührt sich endlich wieder was – zumindest auf dem Papier. Bekanntlich haben im vergangenen Jahr die Inhaber des beliebten und berühmten Eiscafés Paradiso in Oberammergau jenes in Bad Kohlgrub erworben, um eine weitere Eisdiele im Landkreis aufzumachen. Sie wollen heuer den Bestandsbau erneuern, das Café im Parterre um mehrere Sitzplätze erweitern und in den Stockwerken darüber Personalwohnungen einrichten. Alles soll moderner werden.

Da diese engagierten Pläne auch bauliche Änderungen mit sich bringen – unter anderem soll das Dach angehoben werden –, mussten die Besitzer sie vorab den Behörden vorlegen. Der Bauausschuss hat bereits einen Blick auf sie geworfen. Lediglich den Dachwinkel müssen die Eigentümer an die Ortsgestaltungssatzung mit einer Schräge von 30 Grad anpassen. Zudem empfahl der Ausschuss, die Kniestockhöhe von den geplanten 100 auf 60 Zentimeter zu verringern.

Ball liegt jetzt beim Landratsamt - sie prüfen die Pläne endgültig

Bei Letzterem widersprach der Gemeinderat allerdings, der das Vorhaben in seiner Sitzung am Dienstag auf der Tagesordnung hatte. „Wir brauchen da nicht päpstlicher als der Papst sein“, meinte Andrea Fend (Für Landwirtschaft, Natur und Erholung). Sie spricht dabei vielen ihrer Ratskollegen von der Seele: „Ich würde mir wünschen, dass das alles jetzt schnell über die Bühne geht, dass wir bald wieder eine Eisdiele in Bad Kohlgrub haben.“ Deshalb beließ es der Gemeinderat bei der von den Betreibern gewünschten Kniestockhöhe und gab den handgezeichneten Plänen mit großer Mehrheit grünes Licht. Nun liegen die Ausführungen beim Landratsamt, das als letzte Instanz über das Vorhaben zu befinden hat.

Doch ganz so schnell, wie im Gremium erhofft, wird es nicht gehen, bis die erste Kugel Eis wieder geschleckt werden kann. Da ist Inhaberin Eva-Margit Csiszer-Giordano realistisch. Mit Auskünften hält sie sich zwar noch vorsichtig bedeckt. Doch für sie steht fest, dass sie heuer nicht mehr aufmachen wird. „Aber es geht voran.“

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