Rathaus in Bad Kohlgrub
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Im Bad Kohlgruber Rathaus ist der Förderbescheid eingetrudelt.

Online-Dienstleistungen werden ausgebaut

Willkommenes Geschenk: Bad Kohlgrub erhält Geld vom Freistaat, um digital aufzurüsten

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Weg vom Papierkram und den persönlichen Besuchen im Rathaus: Bad Kohlgrubs Bürger können Anträge oder Anmeldungen künftig online erledigen. Die Gemeinde erhält eine Förderung des Freistaats, um Dienstleistungen zu digitalisieren.

Bad Kohlgrub – Auf dem Schreibtisch liegt es. Ohne in buntes Papier mit Sternen eingewickelt zu sein. Ohne Schleife. Nur das nackte Schreiben ist im Bad Kohlgruber Rathaus eingeflattert. Macht nichts. Auch ohne schöne Verpackung zählt diese Post als vorzeitiges Weihnachtsgeschenk. Ein überaus willkommenes obendrein. „Für die Unterstützung des Freistaates Bayern sind wir sehr dankbar“, sagt Bürgermeister Franz Degele (Freie Wähler). Auf seinem Tisch landete ein Förderbescheid von Digitalministerin Judith Gerlach.

Damit steht fest: Bad Kohlgrubs Schaltzentrale wird zum digitalen Rathaus. Seit Oktober 2019 läuft das Programm, für das insgesamt 42,68 Millionen Euro bereitstehen. Die Gesamtkosten belaufen sich im Kohlgruber Fall auf rund 11 530 Euro. Der Der Freistaat greift der Kommune dabei mit einer 90-Prozent-Förderung unter die Arme, teilt Kämmerer Markus Ehegartner mit. Demnach also mit knapp 10 380 Euro.

 „Als Gesicht der Verwaltung zum Bürger muss die Kommune von heute digital und serviceorientiert sein.

Digitalministerin Judith Gerlach

Mit dem Geld sollen Online-Dienstleistungen in der kommunalen Verwaltung ausgebaut werden können. „Die Bürger sind es inzwischen gewohnt, mal eben per Mausklick ein Handy zu kaufen oder eine Reise zu buchen“, sagt Gerlach. „Diese einfache Nutzungsmöglichkeit erwarten sie zunehmend auch von staatlichen und kommunalen Dienstleistungen. Da wollen wir gleichziehen.“ Deshalb ist es ganz im Sinne der Ministerin, dass immer mehr bayerische Gemeinden ihre Serviceangebote digitalisieren.

Ob eine Anmeldung bei der Kita oder ein Antrag für eine Urkunde beim Standesamt: Künftig wird es möglich sein, solche Dinge bequem online zu erledigen. „Als Gesicht der Verwaltung zum Bürger muss die Kommune von heute digital und serviceorientiert sein“, stellt die Landespolitikerin klar. Geplant ist, das Projekt bis zum Ende des Ersten Quartals 2021 umzusetzen. Degele kann es kaum erwarten: „Ich freue mich sehr, dass unsere Bürger künftig unabhängig von unseren Öffnungszeiten Dienstleistungen der Gemeinde in Anspruch nehmen können – und zwar 24 Stunden täglich.“

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