Neuer Besitzer stellt Pläne im Gemeinderat vor

Wird das Hotel Lauter zum Gesundheitszentrum?

Bad Kohlgrub - Hotel Lauter in Bad Kohlgrub: Neuer Eigentümer stellt ehrgeizige Pläne vor. Das Hotel soll Zentrum für alternative Heilmethoden werden.

Vor ein paar Monaten kauften Doris und Christian Kramer das Hotel Lauter in Bad Kohlgrub. „Wir wollen etwas für den Gesundheitstourismus tun“, erklärte jetzt Christian Kramer dem Gemeinderat. Er war in die jüngste Sitzung des Gremiums eingeladen worden, um die Ideen für das Anwesen vorzustellen. Neben dem normalen Hotelbetrieb soll nach seinen Vorstellungen ein Seminarzentrum für alternative Heilmethoden entstehen.

Doch das ist noch lange nicht alles. Das rund zehn Hektar große Gelände könnte partiell bebaut werden. Darüber wollten die Gemeinderäte frühzeitig informiert werden. „Wir legen wert darauf, dass wir die Natur, die da oben ist, erhalten wollen“, erklärte Kramer. Birkenallee und Nutzmoor sollen bestehen bleiben, ebenso die Nasswiesen im oberen Bereich, wo Obstbäume gepflanzt werden könnten. Der kleine Bach unten soll renaturiert werden.

Werkstätten für Kurse und Therapien, Chalets für Feriengäste

Kramer beabsichtigt, eine Gärtnerei mit Gewächshäusern, Werkstätten für Kurse und Therapien sowie einige Chalets für Feriengäste neu zu errichten. Auch Wohnungen für die Mitarbeiter hätten die neuen Eigentümer gern auf dem Grundstück. „Wir wollen die Gebäude so aufstellen, dass sie eine kleine dörfliche Struktur darstellen.“ Die Bauwerke sollen das Landschaftsbild nicht stören. Beispielsweise kann sich Kramer so genannte Erdhügelhäuser vorstellen, „wo Leute gerne übernachten“.

Gastronomie ist ebenfalls ein Thema. Angedacht sind Restaurant, Biergarten und Café. Auch ein „Tierdorf“ würde das Ehepaar gerne anlegen. Das heißt, sie möchten Bauernhof-Tiere halten – wie in einem Streichelzoo. „Unser Ziel ist, dass wir Touristen anziehen, die übernachten, Kurse buchen oder vom Hörnle aus vorbei gehen wollen“, sagte Kramer. Neue Wege will er bei der Energieversorgung einschlagen, die Rede ist von einem Blockheizkraftwerk und Photovoltaikanlagen.

Die Meinungen der Gemeinderäte gehen auseinander

In der Debatte gab es kritische Anmerkungen. „Das Hotel muss unterstützt werden“, sagte Gemeinderat Georg Doll (CSU). Doch er mahnte an die Adresse der Investoren an: „Sie haben einen großen Flächenverbrauch, Baufenster haben wir nicht.“ Martina Höck (Für Landwirtschaft, Natur und Erholung) fand „das alles total utopisch“. Martin Niklas (Neue Liste) ging die Sache etwas zu schnell: „Ich unterstütze die ganze Geschichte, aber ich muss es mir genauer anschauen.“ Kramer warf ein, dass es noch nicht um eine Entscheidung gehe. Die Bürger sollten sich ein Bild machen könnten. „Es herrscht Unsicherheit heute. So ein Projekt sollte einen breiten Konsens finden“, meinte Bürgermeister Karl-Heinz Reichert (parteifrei). Das Projekt sei beispielhaft. Doch die Versammlung könne jetzt noch kein eindeutiges Signal geben. Besser sei es, „noch ein paar Tage“ zu warten und ein bisschen daran zu feilen.

Juliane Klieser

Rubriklistenbild: © Thomas Sehr Archiv

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