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Haben noch viel vor: Doris und Christian Kramer führen das „SeinZ“ an der Kurhausstraße in Bad Kohlgrub. Ihre Pferde Black Jack und Stella stehen mit drei anderen Rössern für eine Reittherapie zur Verfügung. 

Tourismus in Bad Kohlgrub

Zwei Jahre „SeinZ“: Ein guter, manchmal steiniger Weg

Viele Visionen sind schon Realität, weitere sollen folgen: Doris und Christian Kramer verwirklichen sich mit dem „SeinZ“ in Bad Kohlgrub einen Traum.

Bad Kohlgrub – 24 Monate ist es her, dass Doris und Christian Kramer das Kurhotel Lauter gekauft haben. Mit den beiden verbliebenen Mitarbeitern des vorherigen Hotelier-Ehepaars begannen sie, ihre Vision von einem Hotel mit „ganzheitlichem Ansatz“ zu verwirklichen. Mittlerweile haben die Kramers in ihrem „SeinZ“ 17 Beschäftigte – Tendenz steigend. Auch baulich konnte das Ehepaar bereits etliche Veränderungspläne an dem Hotelkomplex umsetzen.

„Wir haben das komplette Gebäude grundsaniert, den Parkplatz erneuert, die Balkonfassade erneuert und eine große Solaranlage montiert“, fasst Doris Kramer zusammen. „Und wir haben auch viel für die Nachhaltigkeit getan und insgesamt sechs Seminar- und Veranstaltungsräume geschaffen“, ergänzt ihr Mann. Die Beiden wollen für ihre Gäste ein umfassendes Seminar- und Heilangebot anbieten – gleichzeitig aber auch ein familienfreundliches Urlaubsdomizil sein.

Ab Ende des Jahres soll es neben Seminaren von externen Dienstleistern auch ein hauseigenes Weiterbildungs- und Therapieangebot geben. Der Anfang ist bereits gemacht: Die fünf hoteleigenen Pferde können für Reittherapie genutzt werden. „Kinder wie Erwachsene sollen mit Hilfe der Tiere wieder mehr zu sich selbst finden, potenzielle Ängste verlieren.“ Zum Beispiel, wenn sie beim Füttern helfen. „Bei vielen Managern und Kindern fehlt dieser Bezug zu Tieren mittlerweile völlig. Bei uns können sie lernen, mit nonverbaler Kommunikation eine Verbindung herzustellen“, erklärt Christian Kramer. Aus diesem Grund möchte er auch noch mehr Vierbeiner anschaffen. Hunde sind zum Beispiel jederzeit im ,SeinZ‘ willkommen. Ziel sei es, die oft kopflastigen Hotelgäste zum Handeln zu bringen und so wieder ein besseres Gefühl für sich selbst zu bekommen.

Langfristig werden auf dem weitläufigen Hotelgelände auch sogenannte „Heilwerkstätten“ in Kooperation mit der Murnauer Kreativwerkstatt entstehen. Bereits in den Sommerwochen kommen dazu erste Angebote. „Unsere Therapeuten sollen Hand in Hand arbeiten, um zum Beispiel dem Burn-Out-Patienten ein komplexes Kursangebot offerieren zu können.“ Einen Arzt, „der Pillen verschreibt“, wird es dagegen nicht geben: „Wir bieten ausschließlich alternative Medizin, damit unsere Gäste ihre Selbstheilungskräfte aktivieren können und eigenverantwortlich handeln“, verdeutlicht Christian Kramer.  Vorrangiges Ziel sei jedoch aktuell, „den Auslastungsgrad des Hotels hoch zu bekommen“. Schließlich sei es nicht einfach, sich als neues Haus mit völlig neuem Konzept zu etablieren. Um in der Gemeinde und der näheren Umgebung bekannter zu werden, veranstaltet das „SeinZ“ jeden Donnerstag und Samstag eine „Pizza-Connection“ mit Jam-Session für alle. Dabei können die Besucher in lockerer Atmosphäre miteinander ins Gespräch kommen, während sie den Teig nach eigenen Wünschen erst belegen und dann backen. Doris und Christian Kramer bedauern es, dass sie sonst nur für Hotelgäste Essen anbieten dürfen. Denn ihre Küche ist ayurvedisch und somit weithin einzigartig. „Aufgrund einiger Bestimmungen, auf deren Umsetzung das Landratsamt pocht, ist es uns nicht möglich, eine Lizenz für ein normales Restaurant zu erhalten“ erklärt der Hotelbetreiber. Viele der Erschwernisse, auf die das Ehepaar gestoßen ist, seien für sie eher unerwartet gekommen.

Die seit Januar im „SeinZ“ für Seminarorganisation zuständige Heilpraktikern Anja Nicolay legt deshalb großen Wert darauf, „das Potenzial des Hauses und der Umgebung optimal auszuschöpfen“. Schließlich hätten die Ammergauer Alpen ein „großes Heilangebot für Touristen“ zu bieten. „Bleibt zu hoffen, dass die politisch Verantwortlichen das auch bald erkennen und dementsprechend handeln“, sagt Christian Kramer.

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