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Wird umgebaut: Aus dem Haus des Gastes soll unter anderem das neue Rathaus werden.

Gemeinderat 

Bad Kohlgrubs Weichenstellung für die Zukunft geht weiter

Bad Kohlgrub - Der Haushalt  in Bad Kohlgrub ist aus mehreren Gründen besonders: Das Dorf investiert kräftig weiter in seine Großprojekte. Dafür werden zwar viele Schulden aufgenommen. Doch alles ist im grünen Bereich.

Wer große Projekte anstoßen und sein Dorf fit für die Zukunft machen will, der darf nicht ängstlich sein. Deswegen passt der Ausspruch von Bad Kohlgrubs Bürgermeister Karl-Heinz Reichert (parteifrei), dass der Gemeinderat weiter „mit Mut und Zuversicht“ große Summen in die Hand nimmt. „Um das Dorf entscheidend einen Schritt nach vorn zu bringen.“ Auch heuer passiert im Ort – das zeigte die Verabschiedung des Haushalts einmal mehr – richtig viel. Die Liste der Investitionen ist lang.

Reichert betonte aber auch: „Die Finanzierung steht auf soliden Füßen.“ Zwar nimmt der Ort wie schon im Vorjahr etwas mehr als zwei Millionen Euro an Krediten auf. Die Tilgung der Raten ist aber leicht zu handhaben. Mehr noch: Die Gemeinde hat aufgrund ihrer sehr guten Steuereinnahmen genügend Luft, um mehr als eine halbe Million Euro aus dem laufenden Betrieb für Investitionen zu nutzen. Bad Kohlgrub genießt, wie berichtet, stetigen Zuzug. Und mausert sich zu einer beliebten Alternative zum Wohnen rund um den Staffelsee. Mehr Bürger bedeuten auch mehr Abgaben: Allein die Einkommenssteuer beschert der Gemeinde heuer Einnahmen von fast 1,1 Millionen Euro. Fast eine halbe Million können bei der Gewerbesteuer eingeplant werden. Angesichts der guten Wirtschaftslage stellt Reichert klar: „Wir kommen nicht ins Schlingern.“

Und das bei einem prall gefüllte Maßnahmenpaket: Nur die Bauprojekte summieren sich auf fast vier Millionen Euro. Allen voran das Vorzeige-Projekt: die Sanierung des Lampl-Anwesens. Aber auch der Umbau vom Haus des Gastes und die Modernisierung des Kindergartens sind Vorhaben, die 2017 ins Laufen kommen.

„Wir schaffen Infrastruktur für viele Jahrzehnte“, fasste Georg Doll (CSU) zusammen. Da sei es wichtig, das Maximale an Zuschüssen herauszuholen. Martin Niklas (Neue Liste) mahnte an, dass man nun „erst einmal die Projekte abschließen sollte“ und nicht weitere starten. Mit Blick auf die Sanierung des Kurpark-Gebäudes wollte Albert Stichaner (Freie Wähler) das „aber nicht als falsches Signal“ verstanden wissen. Diese dürfe nicht von der Vorhaben-Liste gestrichen werden. Nikolaus Onnich (Liste Landwirtschaft) war davon ausgegangen, dass damit sogar angefangen werde. Die bisher vorgelegte Planung für das Kurpark-Gebäude war ihm aber viel zu speziell und teuer. „Wir müssen schon ein bisschen aufpassen“, sagte er mit Blick auf die Belastung der Bürger.

Jeder Bad Kohlgruber ist nach diesem Jahr statistisch nicht mehr mit rund 400 Euro pro Kopf verschuldet, sondern mit 1200 Euro. Ein deutlicher Anstieg. Doch Reichert beruhigte. Das Dorf könne die Schulden ohne Probleme machen. Unterm Strich sei der Haushalt „sehr erfreulich“. Verabschiedet wurde er ohne Gegenstimme.

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