Nicht sehr einladend: Die Bahnhofstraße gilt als breite Asphaltwüste, die von vielen als Rennstrecke genutzt wird. Vorne der Gabriele-Münter-Platz. Foto: lory

Bahnhofstraße: Mehr Grün, mehr Charme

Murnau - Die Murnauer Bahnhofstraße ist alles andere als eine schicke Einkaufsmeile, die zum Bummeln einlädt. Sie gilt vielmehr als Asphaltwüste und Rennstrecke. Das soll sich jetzt ändern.

Die Gemeinde will dem Abschnitt, der nahezu parallel zur Fußgängerzone verläuft, ein neues Gesicht verleihen - und kann jetzt nach einem Architektenwettbewerb ein vielversprechendes Siegerkonzept vorweisen. Dieses besticht durch viel Grün, eine Verkehrsberuhigung und Plätze zum Verweilen. „Das ist für Murnau ein wichtiger Schritt nach vorn“, sagte Bürgermeister Dr. Michael Rapp (CSU) im Rahmen einer Pressekonferenz im Pfarrheim.

14 Büros hatten sich seit April Gedanken gemacht, wie die Bahnhofstraße künftig aussehen könnte. Ein Gremium, dem Architekten, Ortspolitiker, Behörden-, Wirtschafts- und Vereinsvertreter angehörten, wählte nach mehreren Sitzungen und stundenlangen Diskussionen die vier besten Ideen aus. Platz eins ging einstimmig an die besagte Planung einer Arbeitsgemeinschaft, zu der sich die beiden Dachauer Architekten Prof. Dorothea Voitländer und Prof. Konrad Deffner sowie der Haimhausener Landschaftsarchitekt Prof. Ludwig Schegk zusammengeschlossen hatten. Die drei investierten offenbar sehr viel Zeit und studierten vor Ort die Gegebenheiten. Denn: „Diese Aufgabe lässt sich aus der Distanz nicht lösen“, betonte Voitländer.

In der Tat war Kreativität gefragt, um aus der schmucklosen Bahnhofstraße, dem Gabriele-Münter-Platz sowie dem großflächigen Areal zwischen Kultur- und Tagungszentrum und Postgebäude ein ansprechendes Ganzes zu formen. Dem Siegerteam ist dies nach Ansicht der Jury bestens gelungen. Ihr Entwurf sieht unter anderem eine schmälere Fahrbahn, breitere Gehwege, Tempo 30 und viele Bäume vor. Die Anzahl der Stellplätze bleibt erhalten. Der Kurpark wird besser ans Kultur- und Tagungszentrum angebunden, scheint dieses zu umschließen. Die beiden Plätze wirken sehr charmant und einladend. Interessant: Für die Mauer mit den vielen Schaukästen an der Postgasse schlagen die Fachleute eine Überdachung vor.

Rathaus-Chef Rapp zeigte sich bei der Vorstellung begeistert: „Das Konzept besticht durch Großzügigkeit und Klarheit.“ Er hob die „enorme Aufenthaltsqualität“, die „liebliche Gestaltung“ und die Anbindung ans Zentrum hervor. Wichtig sei auch, dass die Geschäfte davon profitierten.

Und wann wird das Ganze umgesetzt? Einen Zeitplan konnte Rapp nicht nennen. Nur soviel: „Das geht nicht in die Schublade“, stellte er klar. Erst müsse der Gemeinderat noch zustimmen. Man werde das Vorhaben „in Bälde“ anpacken. Auch mit Angaben zu den Kosten hielt sich der Kommunalpolitiker zurück.

Eins ist sicher: Es läuft auf einen Millionenbetrag hinaus, im Zuge der Haushaltsberatungen waren mal 1,4 Millionen Euro im Gespräch. Die Kommune rechnet mit Zuschüssen. Damit wäre das Projekt eines der teuersten, das ansteht - neben der Rathaus-Sanierung und dem möglichen Rückkauf des Gemeinde-Krankenhauses.

Die Bürger können sich übrigens selbst ein Bild machen: Alle 14 Vorschläge, die der Architektenwettbewerb hervorbrachte, sind in Form großformatiger Pläne bis einschließlich Donnerstag, 19. September, täglich von 10 bis 18 Uhr im Pfarrsaal St. Nikolaus ausgestellt. (as)

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