Derzeit gesperrt: Mit einem umfangreichen Maschinenpark wird auf der Bahnstrecke zwischen Murnau und Hechendorf, hier in der Nähe des Kulturparks, gearbeitet. Foto: Herpen

Bahnlinie als Großbaustelle

Murnau - Innerhalb weniger Tage hat sich die Bahnstrecke zwischen Murnau und Hechendorf in eine riesige Baustelle verwandelt. Schienen wurden herausgerissen, Schotter in großen Mengen abgetragen und Gräben für eine neue Verkabelung gezogen.

Wie die Pressestelle der Deutschen Bahn Netz AG mitteilte, erneuert die Bahn zwischen dem Murnauer und dem Hechendorfer Bahnhof Schienen der zweigleisigen Strecke nebst Schotterbett, wofür umfangreiche Erdarbeiten notwendig sind.

Wegen des schwierigen Untergrundes wird zunächst ein Geoflies eingebaut, das die Grundlage für das darüberliegende Kiesbett und die Schotterschicht darstellt. Zudem werden im Bahnhof Eschenlohe und in einem weiteren Abschnitt zwischen Eschenlohe und Garmisch-Partenkirchen Schienen ausgewechselt. Überdies errichtet die Bahn auf der Strecke zwischen Hechendorf und Ohlstadt neue Fundamente für die Oberleitungsmasten, um zu einem späteren Zeitpunkt die Oberleitungsanlage ohne aufwändige Tiefbauarbeiten erneuern zu müssen.

Die Sperrung nutzend wurden im Zuge der Arbeiten auch die Brücken über die Bahnlinie an der Kottmüllerallee und eine an der Mühlhagener Straße in Hechendorf wegen Baufälligkeit abgebrochen. Wie von Fritz Egold, Leiter des Murnauer Tiefbauamtes, das für die Brücken zuständig ist, zu erfahren war, wird es bis Oktober diesen Jahres dauern, bis ein entsprechender Ersatz montiert ist. „In der Zwischenzeit müssen alle Murnauer - sowie die Besucher des Münterhauses - die Umleitung über die Mühlstraße, den Ettaler-Mandl-Weg und die Dr. Seitz-Straße benutzen“, sagte der Bauingenieur. Die Gesamtkosten für die Brücke an der Kottmüllerallee gibt die Geschäftsführerin der Marktgemeinde, Kreszentia Oppenrieder, mit rund 940 000 Euro an, wovon der Markt 185 000 Euro an Eigenmitteln zu tragen habe. Die Brücke an der Mühlhagener Straße wird ihr zufolge 694 000 Euro kosten mit einem Eigenanteil von 344 000 Euro für die Marktgemeinde.

Laut Pressestelle der Deutschen Bahn werden bis Donnerstag, 1. Mai, keine Züge im Abschnitt zwischen Murnau und Garmisch-Partenkirchen fahren. Diesen Termin hält Egold für unrealistisch: „Das wird sicher noch bis zum 5. Mai dauern“, ist er sich sicher. Ersatzweise verkehren Busse auf dieser Strecke, am gewohnten Fahrplan der Regionalzüge von Murnau nach München ändert sich nichts. Fahrgästen, die von München aus nach Tirol fahren möchten, wird empfohlen, eine Zugverbindung früher als sonst zu nutzen.

Ab Weilheim stehen zudem Expressbusse nach Garmisch-Partenkirchen zur Verfügung, mit denen die Anschlüsse nach Innsbruck ebenfalls erreicht werden konnen. Die Schienenersatzbusse verkehren zu früheren Abfahrtszeiten, um Reisenden von Murnau beziehungsweise Weilheim aus zu ermöglichen, Anschlüsse in München zu erreichen. (her)

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