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Am Bahnübergang "Beim Gerber" soll sich einiges tun.

Neuerung am Bahnübergang "Beim Gerber"

Nächstes Pfeif-Problem vermieden

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Mittenwald - Dieses Urteil der Deutschen Bahn kam unerwartet: Das Verkehrsaufkommen am Bahnübergang „Gerber“ ist größer als gedacht. Das zwingt Mittenwald zum Handeln. 

Gerade hat Adolf Hornsteiner (CSU) die eine Akte geschlossen. Schon öffnet sich die nächste. Während der Lärm durch Signaltöne der Züge am Bahnübergang am Mühlenweg verstummt ist, und am 9. März die installierte Schrankenanlage offiziell in Betrieb geht (wir berichteten), muss sich Mittenwalds Bürgermeister bereits mit einer weiteren, ähnlichen Problemstelle herumschlagen: mit dem Bahnübergang auf der Zufahrtsstraße zum Viertel „Beim Gerber“. Droht dort im südlichen Ortsbereich nun das nächste Pfeif-Dilemma?

Hintergrund der neuen Situation ist eine Standort-Bewertung der DB Netz AG, die dort die Verkehrs-Frequentierung gemessen hat. Das Schreiben mit dem Ergebnis flatterte vor Weihnachten im Rathaus ein. Das Ergebnis: überraschend. Der Bahnübergang fällt in eine neue Kategorie, die der „mäßigen Frequentierung“. Heißt konkret: Bei den Untersuchungen stellte sich heraus, dass täglich über 100 Fahrzeuge den Bahnübergang passieren. „Leider“, bedauert Hornsteiner. Denn laut der DB sind das zu viele, um den Übergang in seiner bisherigen Form – unbeschrankt und ohne technische Sicherung – beizubehalten. „Er muss akkustisch gesichert werden“, sagt der Bürgermeister, „unabhängig vom Sichtfeld“. Die technische Variante sei aus Kostengründen nicht realisierbar. Bedeutet im Klartext: Wenn die Kommune keine Alternative findet, wären erneute Pfeif-Signale unumgänglich.

Für Hornsteiner keine Option. Absolut keine. Nicht nach den Erfahrungen am Mühlenweg, wo sich die Anwohner über die Lärmbelästigung erregten. „Wir wollten das vermeiden.“ Schließlich hat die Gemeinde einen Ausweg gefunden: Die betroffene Zufahrtsstraße wird mit einer Einbahnregelung versehen. Denn damit würde der Bahnübergang Hornsteiner zufolge wieder als geringfügig, also mit einer Verkehrsbelastung unter 100 Fahrzeugen, zurückgestuft. Und das Thema Pfeif-Signal ist vom Tisch.

Die Planungen stehen bereits fest und wurden vom Gemeinderat einstimmig abgesegnet. Sie sehen vor, dass die Zufahrtsstraße in Richtung „Beim Gerber“ weiterhin befahrbar ist. Wer allerdings in den Ort will, muss eine 300 Meter lange Umfahrung über einen öffentlichen Feld- und Wiesenweg entlang der Gleise in Kauf nehmen.

Am Montag hat die Gemeinde ein Informations-Schreiben über die neue Verkehrs-Regelung an die Bürger versandt. Denn der Rathauschef weiß, dass die bestimmt „Emotionen auslöst“. 200 Anlieger, hauptsächlich aus dem landwirtschaftlichen Bereich, sind betroffen. Ihm ist durchaus bewusst, dass die Änderung für diese eine Erschwernis ist, „aber im Hinblick auf die Solidargemeinschaft war das die einzige Möglichkeit“. Also eine reine Abwägungssache und „zumutbar“.

Auf Dauer gesehen, soll sich an dem Bahnübergang aber noch mehr tun. Die Ausweichroute muss ertüchtigt werden. Aktuell handelt es sich um einen Schotterweg mit wassergebundener Decke. Die Marktgemeinde will ihn mit einer Asphaltschicht ausstatten und ihn von etwa 3,50 auf fünf Meter verbreitern. Dazu benötigt sie aber noch Gespräche mit den Eigentümern der angrenzenden Wiese. Die Höhe der Kosten kann Hornsteiner bisweilen noch nicht beziffern. Er hofft jedenfalls auf monetäre Unterstützung seitens der DB.

Die Arbeiten an der neuen Verkehrs-Regelung starten in den kommenden zwei Wochen, verdeutlicht Ordnungsamtsleiter Josef Stieglmeier. Polizei, Bauhof und Zweckverbände werden informiert, die nötigen Schilder sind bereits bestellt. Wenn dann auch die längerfristigen Vorhaben abgeschlossen sind, kann Hornsteiner wieder eine Akte schließen. „Dann ist das Thema Bahnübergänge hoffentlich für die nächsten Generationen gelöst.“ 

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