1. Startseite
  2. Lokales
  3. Garmisch-Partenkirchen

Bahnunterführung wieder abreißen

Erstellt:

Kommentare

Hermetisch abgeriegelt? Schon jetzt sind die Schranken am Bahnübergang an der Murnauer Straße in Eschenlohe länger zu, als so manchem lieb ist. Foto: Thomas Sehr
Hermetisch abgeriegelt? Schon jetzt sind die Schranken am Bahnübergang an der Murnauer Straße in Eschenlohe länger zu, als so manchem lieb ist. Foto: Thomas Sehr

Seehausen - 400 000 Euro hat Seehausen in eine neue Unterführung investiert. Falls Olympia kommt, muss sie wieder weg. Auch Eschenlohe rechnet beim Ausbau der Bahnstrecke mit Problemen.

Ein zweigleisiger Ausbau der Bahnstrecke Uffing/Murnau ist geplant, bis zu vier Züge pro Richtung und Stunde sollen von München aus nach Garmisch-Partenkirchen rollen, und auch am Murnauer Bahnhof halten. Dass diese Pläne in der Umsetzung zu Problemen in den jeweiligen Orten führen können, zeigt sich am Beispiel der neuen Bahnunterführung im Seehauser Ortsteil Rieden. Vor einem Jahr wurde dieses, für einen eingleisigen Zugverkehr errichtetete Bauwerk eingeweiht. „Vier Bahnübergänge sind derzeit auf Seehauser Flur vom Aus- und Umbau der Bahnstrecke betroffen“, erklärt Bürgermeister Markus Hörmann (CSU). „Insgesamt 600 000 Euro musste die Gemeinde dafür aufbringen. Zirka 400 000 Euro davon sind in die Unterführung in Rieden geflossen.“ Dass es tatsächlich zu einem zweigleisigen Ausbau der Strecke zwischen Uffing und Murnau kommen wird, falls Deutschland den Zuschlag für die Spiele 2018 erhält, scheint für Hörmann festzustehen. „Bei einem Gespräch in München hieß es, dass die jetzt neu gebaute Unterführung in Rieden dann komplett entfernt und eine neue errichtet werden müsse, da die Radien für den zweigleisigen Zugverkehr dann nicht mehr passen würden“, erklärt er. „Die Gemeinde ist aber nicht bereit, hier weitere Kosten zu übernehmen. Das muss dann über Landes- und Bundesebene laufen.“ Entsprechende Vorstellungen seien bereits, allerdings nur mündlich, im Rahmen der 35-Jahrfeier der CSU Seehausen an Finanzminister Georg Fahrenschon herangetragen worden.

Möglicherweise sei das aber nicht das einzige Problem, dass die Winterspiele mit sich bringen. „Auch das Thema Parkplätze ist meiner Meinung nach noch nicht ausgegoren“, meint Hörmann. „Ich kann mir vorstellen, dass um den Murnauer Bahnhof herum noch was passieren muss. Vielleicht ein Ausbau der Flächen westlich der Bahngleise zu Park & Ride-Plätzen, die dann über Seehauser Flur erschlossen werden müssten.“ Entsprechende Anfragen von besorgten Bürgern habe er erhalten. Grundsätzlich sei er Winterspielen im Landkreis wohlgesonnen, „es sollten aber alle mit eingebunden werden“ und „das Ganze muss richtig konzipiert“ werden.

Auch in Eschenlohe werfen sich beim Thema verstärktes Zugaufkommen Probleme auf. Am Bahnübergang an der Murnauer Straße sind beim jetzigen Takt mit zwei Zügen pro Stunde die Schranken bereits bis sieben Minuten pro Zug unten. Bei vier Zügen pro Stunde und pro Richtung dürfte der Ort dann nahezu abgeriegelt sein. Aber Bürgermeister Anton Kölbl sieht’s gelassen. „Das wird nicht ernsthaft irgendjemand befürworten, dass Eschenlohe in der Früh zu- und am Abend wieder aufgesperrt wird.“ Außerdem müssten ja auch die Rettungskräfte ein Durchkommen haben. Das Thema Unter- oder Überführung habe er für etwaige Gespräche bereits im Hinterkopf.

Grundsätzlich seien Schienenausbau und Zugaufkommen verkehrspolitische Themen, erklärt ein Sprecher der Deutschen Bahn AG. Falls die politisch Zuständigen Mittel für etwaige Projekte freimachten, dann erhalte die Bahn entsprechendee Aufträge. Sollte es zu einer erfolgreichen Olympia-Kandidatur kommen, werde die Bahn alles versuchen, um die „Bahnhöfe und alles weitere drumherum“ auch fit zu machen.

Auch interessant

Kommentare