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Wird bald zur Baustelle: der Molohof in Murnau.

Landschulheim für behinderte Kinder 

Molohof: Erl-Stiftung steht in Startlöchern

Murnau - Das Projekt hat sich etwas verzögert, es dauerte, bis die Formalitäten unter Dach und Fach waren. Doch bald werden im Murnauer Molopark die Arbeiter anrücken, um die dortige Villa zu sanieren und ein zusätzliches Gebäude zu errichten. Ab Herbst 2017 könnten sich dort die ersten behinderten Kinder und Jugendlichen erholen. 

Rückblende: Der Molopark mit dem dazugehörigen Hof beschäftigt die Murnauer Politik schon mehr als ein Jahrzehnt. 2005 war eine Teilbebauung des Areals angedacht, doch es gab massive Widerstände aus der Bevölkerung, so dass die Pläne abgespeckt werden sollten. Eines Tages wurde das Vorhaben ganz beerdigt. Im Juni 2014 entschied der Marktgemeinderat dann mit großer Mehrheit, dass ein Sozialprojekt zum Zug kommt: Auf dem Gelände soll ein Landschulheim der Blindeninstitutsstiftung München entstehen. Das Unternehmen Pharmos, das seinen Sitz gerne im Molopark angesiedelt hätte, ging leer aus. 

Hinter dem Landschulheim-Nutzungskonzept steht die Mäzenin Ilse Erl. Sie trägt mit ihrer Stiftung die Bau- und Betriebskosten. Im vorigen Jahr gab es noch ein Tauziehen um die Zufahrt. Ergebnis: Sie erfolgt, wie von der Verwaltung favorisiert, von Norden. Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen genehmigte dann den Antrag auf „Neubau eines Ferienhauses für Menschen mit Behinderung mit 25 Gästebetten sowie Sanierung/Umbau mit Teilabbruch des bestehenden Mehrfamilienhauses“ im September 2015. 

Seitdem hat man, zumindest in der Öffentlichkeit, wenig von dem ambitionierten Vorhaben gehört. Doch die Verantwortlichen waren nicht untätig. Der Erbbaurechtsvertrag zwischen der Marktgemeinde Murnau als Eigentümer und der Erl-Stiftung musste geschlossen werden. Die Fläche umfasst 4000 Quadratmeter. „Das hat länger gedauert“, sagt Marktkämmerer Hubert Süß. Man ließ ein Wertgutachten anfertigen, um einen „angemessenen Erbbauzins“ herauszufinden. Ziel sei auch gewesen, für alle Beteiligten Rechtssicherheit zu bekommen. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 99 Jahren. 

Nun steht die Erl-Stiftung in den Startlöchern. „Die Ausschreibungen laufen, die Verträge mit den Baufirmen werden unterzeichnet“, sagt der Münchner Anwalt Dr. Wolf-Dieter von Gronau, der im Vorstand der Erl-Stiftung sitzt. Die Sanierung des Molohofs, in dem einst der Schriftsteller Walter von Molo (1880 bis 1958) lebte, werde „sehr viel Geld“ kosten, betont der Jurist. Eine genaue Summe, wie viel das gesamte Projekt alles in allem verschlingen wird, nennt von Gronau nicht. Er spricht allerdings von „vielen Millionen Euro. Das wird leider viel teurer als ursprünglich gedacht.“ 

In Sachen Neubau plant von Gronau für Anfang September eine feierliche Grundsteinlegung. Ein Jahr sollen die Arbeiten dann ungefähr dauern. Für September/Oktober 2017 ist die Einweihung anvisiert. Aus von Gronaus Sicht „geht alles zu langsam, aber es geht seinen Weg“. Wenn alles fertig ist, würden pro Woche maximal zwei Kleintransporter mit behinderten Kindern zum Molohof fahren. „Mehr passiert da nicht.“ 

Bei der Marktgemeinde ist man begeistert über den eingeschlagenen Weg. „Ich glaube, das ist für alle eine Super-Lösung“, bekräftigt Süß.

Roland Lory

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