Band-Austausch ohne Grenzen

Garmisch-Partenkirchen - Das Garmisch-Partenkirchner Jugendzentrum soll 2012 ein Musikmanagement bekommen. Die Marktgemeinde beantragt für das Projekt EU-Zuschüsse.

Ein Konzertsaal samt Bühne, ein eigenes Tonstudio und vier Räume zum Proben: Mit diesem Angebot ist das Garmisch-Partenkirchner Jugendzentrum (JUZ) absolut attraktiv für Bands. 18 von ihnen sind derzeit im Haus aktiv. „Wir haben sogar eine Warteliste“, erklärte JUZ-Leiter Wolfgang Sailer kürzlich im Hauptausschuss des Garmisch-Partenkirchner Gemeinderates. Dafür, dass das Gremium an diesem Tag seine Sitzung im JUZ abhielt, gab es einen guten Grund. Die Einrichtung plant etwas besonderes: einen grenzüberschreitenden Band-Austausch.

„Musik, Europäische Integration und Jugend“ ist das Projekt überschrieben, für das die Marktgemeinde Zuschüsse bei der EU, beim Bund und dem Freistaat sowie verschiedenen Organisationen beantragen wird. Wie Rathaus-Sprecher Florian Nöbauer vorrechnet, sollen auf diese Weise rund 21 500 Euro zusammenkommen. Ein großer Betrag, der aber auch gebraucht wird. Denn auf der anderen Seite stehen im Finanzierungsplan Ausgaben von rund 25 000 Euro.

Mit diesem Geld sollen Nöbauer zufolge heimische Bands unterstützt werden: „Hintergrund ist die Erfahrung der vergangenen Jahre, dass viele Gruppen Auftrittsmöglichkeiten außerhalb des Landkreises suchen.“ Nicht wenige Musiker würden ins benachbarte Ausland - teilweise aber auch bis nach Italien, Slowenien oder nach Asien und Amerika - fahren, um dort aufzutreten. Seit geraumer Zeit schon würden Kontakte zur Musikszene nach Österreich und in die nördliche Oberpfalz bestehen, durch die sich wieder Verbindungen nach Tschechien ergeben. Die Vernetzung der Musiker steht nun im Mittelpunkt der Förderung. „Für 2012 wird ein Kultur-, Musik- und Medienprojekt geplant, das diese zweifelsohne großen Ressourcen bündelt und pädagogisch betreut. Damit soll der Handlungsspielraum der jugendlichen Musiker und Kulturarbeiter vergrößert werden“, erklärt Nöbauer. Konkret ist geplant, die vorhandenen Möglichkeiten im JUZ noch besser zu nutzen. „Es bräuchte einfach ein professionelles Management“, sagte Wolfgang Sailer im Hauptausschuss. Das könnte zum einen die Sparten Musik, Kultur und Konzert besser miteinander verknüpfen und zum anderen die Bands rechtlich und wirtschaftlich beraten. Ein Angebot, das es in einer derart organisierten Form bislang nicht gab. Den umfassenden Plänen haben die Ausschuss-Mitglieder in ihrer Sitzung einstimmig Grünes Licht gegeben. Nun liegt es an der Grmeinde, die Mittel in den Haushalt 2012 einzustellen - über den der Gemeinderat noch abstimmen muss.

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