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Nehmen moderne Lieder mit der Steirischen auf: (v. l.) die „DEERisch“-Musiker Michael Sperer, Michael Albrecht, Thomas Albrecht, Franz Rauth und Bernhard Schöttl.

Isartaler Band erstmals vor großer Kulisse

"DEERisch": Partykracher weißblau verpackt

Oberes Isartal - Fünf junge Burschen gehen neue musikalische Wege im Isartal. Demnächst steht für die Band „DEERisch“ im Krüner Festzelt ihr bis dato größter Auftritt bevor.

Was wurde das Lied 2000 gefeiert. Als die Komödie „American Pie“ die Jugendlichen auch hierzulande begeisterte, stürmte das trashig-poppige „Teenage Dirtbag“ von der US-Band Wheatus die Charts. Inhaltlich ging es um die typischen Selbstzweifel vor dem in den USA so wichtigen Abschlussball. Was das alles mit einer Isartaler Band zu tun hat, die am Donnerstag, 21. Juli, das Festwochenende zum 125-Jährigen der Freiwilligen Feuerwehr Krün eröffnet? So einiges! Zumindest, wenn man im Keller eines Hauses am Krüner Ramweg sitzt.

Was dort einst ein Heizungskeller und später ein Kinderzimmer war, ist heute ein technisch nobel ausgestatteter Proberaum. An den Wänden hängen Plakate der bisherigen Auftritte der Isartaler „DEERisch“. Auf einem elektronischen Schlagzeug rührt Michael Sperer den durchdringenden Takt von „Teenage Dirtbag“. Michael Albrecht steigt mit ruhiger Bassfolge ein, doch anders als im Original begleitet Gitarrist Bernhard Schöttl nur. Bei diesem Song steht ein anderer im Vordergrund: Für die Hauptmelodie ist Franz Rauth zuständig – mit seiner diatonischen Ziehorgel. Dazu singt Thomas Albrecht den Text – in Mundart.

„Das macht uns aus“, erklärt Bassist und Techniker Michael Albrecht. Denn statt wie üblich Altes in Modernes zu verwandeln, macht es „DEERisch“ genau andersrum. „Wir nehmen moderne internationale Lieder und lassen die Steirische viele Gitarren-Elemente spielen. Damit werden die Lieder typisch-bayerisch.“ So wird aus „Teenage Dirtbag“ beispielsweise „Gloana Bauer“ – und statt um eine Highschool-Liebe in den USA geht es um ein fesches Madl, das mit ihrem Bulldog einen Unfall baut und einen „armen Bauern“ um Hilfe bittet.

Auch wenn es sich dabei nur um eine Cover-Version von „Riegler Hias feat d’Hundskrippln“ handelt, schreiben „DEERisch“ die meisten Stücke selbst ins Oberbayerische um. Wie beispielsweise die Werke der US-Punk-Rock-Gruppen Green Day oder Good Charlotte. „Wir mischen Party-, Rock- und Tanzklassiker mit dem charakteristischen Klang einer diatonischen Ziach und bringen so bayerisches Flair in die Lieder“, sagt Albrecht. Natürlich dürfen auch Gassenhauer nicht fehlen, wie etwa das „Bobfahrerlied“ von Willy Michl. Ihr Repertoire beläuft sich mittlerweile auf über 130 Stücke. Deshalb kann „DEERisch“ auch ohne weiteres auf Vereinsfesten oder Hochzeiten spielen.

Damit begann auch alles. „Bernhard und ich wurden 2012 gefragt, ob wir nicht auf einem Junggesellinnenabschied spielen könnten“, erinnert sich Sänger Thomas Albrecht. Beide kannten sich, spielten bereits mehrere Jahre in verschiedenen Bands. Zwei Jahre später kam – bei einem Auftritt auf einer Hochzeit – Michael Albrecht als Unterstützung am Bass dazu. Dann ging alles recht schnell. Unter den Zuhörern befand sich Steffi Wild, Mitinhaberin der Wildkaffee-Rösterei in Garmisch-Partenkirchen. Diese fragte das Trio, ob es nicht bei der Eröffnung ihres neuen Cafés auftreten könnte. Das Konzert wurde zum großen Erfolg.

„Wir wollten mehr daraus machen“, waren sich die Musiker einig. Da es Coverbands wie Sand am Meer gibt, sollte es ein neuer Stil sein. Michael Sperer, ein Musik-Allrounder, der momentan Trompete an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf studiert, wurde fürs Schlagzeug gefunden – und Franz Rauth, „einer der besten Ziach-Spieler im Oberland“, für die Ziehorgel. Dann galt es, einen Namen für die neue Kombo zu finden. Die Gruppe hatte bereits ein Logo. Es wurde vom Isartaler Künstler Bernhard Ludwig Rieger handgemalt und zeigt einen Hirschen. Dieser wurde zum Maskottchen des Quintetts. „Deer“ bedeutet Hirsch auf englisch und „isch“ ist ein typisch bayerisches Anhängsel. Der Bandname „DEERisch“ war geboren.

Josef Hornsteiner

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