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Unter Beschuss: Ministerin Barbara Hendricks.

Deftige Worte beim Landfrauentag in Krün

Bauern-Kreisobmann fordert  „Einreiseverbot“ für Hendricks

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat sich zwar wegen ihrer Bauernregel-Plakataktion inzwischen entschuldigt. Dennoch steht sie wegen der Sprüche weiterhin in der Kritik. Beim Landfrauentag in Krün haben mehrere Redner kein Blatt vor den Mund genommen.

Krün – Für die Bäuerinnen der Region ist der Landfrauentag der Termin, an dem sie mal Pause machen. „Das ist ein Tag, an dem wir es uns gute gehen lassen“, sagte Kreis- und Bezirksbäuerin Christine Singer am Freitag im vollbesetzten Kurhaus in Krün. Da wird geratscht, Kaffee getrunken, fester Bestandteil ist auch ein Gottesdienst.

Aber auch aktuelle politische Themen kamen zur Sprache. So nahmen sich mehrere Redner die umstrittene Bauernregel-Plakataktion von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) vor. „Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein“, lautet einer dieser Sprüche. Ein anderer geht so: „Zu viel Dünger, das ist Fakt, ist fürs Grundwasser beknackt.“

„Verfall der guten Sitten“

Keinerlei Verständnis für Hendricks’ Initiative zeigte Kreisbäuerin Singer. „Wie weit sind wir gekommen?“, fragte sie und konstatierte einen „Verfall der guten Sitten. Das tut man nicht“. Ein ganzer Berufsstand werde damit in Misskredit gebracht und „in den Dreck reingedrückt“.

Auch Nikolaus Onnich, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands, sparte nicht mit Kritik. Er belegte Hendricks gar mit einem „Einreiseverbot für Bayern“. Zudem bezeichnete der Bad Kohlgruber die Ministerin als „Gurke“. Krüns Rathauschef Thomas Schwarzenberger (CSU) rief die Landfrauen auf, „ihren Idealismus und ihre Freude an der Arbeit nicht zu verlieren und sich von solchen Kampagnen nicht unterkriegen zu lassen“.

Doch es ging im Kurhaus nicht nur um Hendricks Bauernregeln, sondern auch um regionale Lebensmittel. Diese sollten, wenn es nach Kreisbäuerin Singer geht, mehr in der Gemeinschaftsverpflegung verwendet werden. Also in Firmen, Schulen, Kindertagesstätten, Seniorenheimen und so weiter. „Da werden immer mehr Lebensmittel verbraucht“, betonte die Hofheimerin. Als Vorbilder sieht Singer die Österreicher und Südtiroler. „Von denen müssen wir uns noch mehr abschauen.“

Roland Lory

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