Barrierefreies Rathaus: Geld als höchste Hürde

Mittenwald - 2012 sollte das Mittenwalder Rtahaus endlich barrierefrei werden. Ist es aber nicht. Es fehlte am Geld. Nun soll der Ausbau dieses Jahr über die Bühne gehen-wenn das Geld reicht ...

Ein Lift bringt ältere Bürger und Menschen mit Gehbehinderung in die oberen Etagen des Mittenwalder Rathauses, von Barrieren nirgendwo eine Spur. So hatte es die Marktgemeinde im Juni angekündigt.

Doch derzeit ist von einer Bautätigkeit im Rathaus nichts zu sehen. Noch immer müssen Besucher etliche Treppenstufen in die beiden oberen Stockwerke nehmen. Ob sie zur Hochzeit ins Trauzimmer wollen oder sich die politische Diskussion im Gemeinderat anhören möchten.

Den Grund nennt Marktbaumeister Ralf Bues: „Die Finanzlage im Jahr 2012 hat es einfach nicht zugelassen. Jetzt wollen wir die Arbeiten zusammen mit der heuer geplanten energetischen Sanierung des Rathauses in Angriff nehmen.“ Aber nur, „falls wir die im dafür im Haushaltsplan vorgesehen Finanzmittel auch aufbringen können“. Und das müssen die Haushaltsberatungen für heuer erst noch zeigen.

Anton Brandner kann nur hoffen, dass Geld für den barrierefreien Ausbau übrig ist. Er kennt die Probleme mit den Hindernissen im Rathaus nur zu gut. Bis zu seiner Pensionierung 2011 war er als Behinderten-Beauftragter für die Gemeinde tätig, noch immer berät er Menschen mit Handicap einmal im Monat in seiner Sprechstunde. Gehbehinderten Bürgern bietet Brandner einen Hausbesuch an. Zu ihm ins Rathaus kommen sie schließlich nur mit großer Mühe. Die kleine Rampe mit automatischer Tür, die am Haupteingang angebracht wurde, ist nur ein erster, kleiner Schritt.

Deshalb freut er sich sehr, „dass es heuer endlich Wirklichkeit wird mit der Barrierefreiheit.“ Wenn es denn tatsächlich heuer so kommt. „Ich habe ja deswegen der Gemeinde seit Jahren schon in den Ohren gelegen“.

Zu recht: Denn mit dem Ausbau kommt der Markt ihrer Pflicht mit mittlerweile elfjähriger Verspätung nach. Bereits seit 2002 schreibt das Behinderten-Gleichstellungsgesetz Kommunen vor, öffentlich zugängliche Räume barrierefrei zu gestalten. „Da wird der geplante Aufzug eine große Hilfe werden“, meint Brander. Wo der Lift gebaut werden soll, steht allerdings noch nicht genau fest. „Das hängt auch unter anderem davon ab, welche Räume die Alpenwelt Karwendel im Rathaus benötigt“, erklärt Marktbaumeister Bues den Hintegrund. "Erst wenn das genau feststeht, können wir weiter planen“.

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