+
Sie haben die schönste Manneszier: (h.v.l) Manfred Richter, Christian Feicht, Klaus Leible, Franz Schottenhammer, Jan Bischof von der Höh, Hans Hübler, Stephan Wilfart, Ludwig Neuner, Martin Grasegger, Hans Gassner, Gerry Schmidbauer und Willi Preuß, (v.v.l) die Juroren Ludwig Menges, Inge Konke, Sabina Jensch, Rainer Herrmann, Dietmar Beier und Marion Christakakis.

Traditionswettbewerb in Partenkirchen

Stolze Träger gepflegter Bärte

Garmisch-Partenkirchen - Wer hat den schönsten, den gepflegtesten, den längsten Bart? Diese Fragen wurden bei der Prämierung in Partenkirchen beantwortet. 40 Männer traten an.

Ihr dreimaliger Schlachtruf heißt „Bart-Wichs“. Fast überall auf der Welt treffen sie sich zu Schönheits-Wettbewerben um ihre Manneszier, und sogar eine Olympiade veranstalten sie: Die stolzen Träger gepflegter Bärte sind eine fast verschworene Gemeinschaft – und das auch im Werdenfelser Land: Schon im Februar veranstaltete in Oberau der dort vor 38 Jahren gegründete Bartverein seine traditionelle Prämierung, am Osterwochenende trafen sich auch im Partenkirchner „Werdenfelser Hof“ an die 40 Männer, um einer Fachjury ihre Bärte zwecks Bewertung vorzuführen, die 26. übrigens schon.

Zum Auftakt erläuterte Hans Hübler, der Vorsitzende des 1990 gegründeten Bartvereins und weithin als „Schnauzer-Hansi“ bekannt, denn auch den Sinngehalt der Traditionsveranstaltung: „Schöne Bärte sind Kulturgut in aller Welt, sie werden immer wieder bei Wettbewerben mit Preisen gekrönt. Uns freilich geht es nicht um Preise, sondern vor allem um internationale Freundschaft, ums gemütliche Zusammensein unter Gleichgesinnten.“ Die Garmisch-Partenkirchner haben sich übrigens genauso wie auch die Oberauer im Gegensatz zu anderen Bartvereinen, die zusätzlich künstlerisch besonders gestaltete Haarpracht wie Garibaldi-, Mongolen- oder den Kaiser-Bart mit Auszeichnungen würdigen, nur auf vier Kategorien konzentriert: Unter Vollbart, Vollbart lang, Schnauzer und Freistil hatten die sechs Juroren in Gestalt von Ludwig Menges, Inge Konke, Sabina Jensch, Rainer Herrmann, Dietmar Beier und Marion Christakakis zu befinden – vier von ihnen zweckmäßigerweise von Beruf Friseure. Jeder Bewerber musste vor ihnen antreten, wurde von einer Lampe grell beleuchtet und durfte den Kopf mit seiner haarigen Trophäe mal links, dann rechts wenden, ihn senken oder heben: „Denn wir wollen uns die Herren sehr genau ansehen“, meinte Inge Konke, der privat die ganz normalen Schnurrbärte gefallen. Detailliert werden jedenfalls Gesamteindruck, Länge und Fülle des Haars sowie Schnitt, Pflege und Wuchs gewertet – jeweils mit 0 bis 10 Punkten.

In den Pausen zwischen den Wertungsdurchgängen konnte man natürlich von den Teilnehmern auch allerlei über ihren Pflegeaufwand erfahren: Beispielsweise erzählte Martin Grasegger aus Hintergraseck, der mit seinem schwarz-grau melierten Vollbart später Sieger wurde, er habe seine Manneszier erst ab November wachsen lassen. Der pensionierte Lokführer Willi Preuß aus Amberg verriet, dass er zur Aufbereitung seines beiderseits in Ringen mündenden Freistil-Barts jeweils mindestens zwei Stunden für Waschen, Föhnen, Legen, Zwirbeln, mit Haarspray festigen und Trocknen benötigt. Mit Haarspray, dessen Marke er freilich nicht verrät, gelingt es auch dem Garmischer Wirt Jan Bischof von der Höh, die beiden Enden seines Schnurrbarts derart nadelscharf spitz wirken zu lassen, dass man fast fürchten muss, sich dran zu stechen. „Die klassische Bartwichse gibt es nämlich nicht mehr“, sagt er.

Dennoch sind alle locker und keinesfalls verkrampft wie so mancher Sportler. „Wir strengen uns zwar für den Wettbewerb schon an“, sagt der Schnauzer-Hansi, „aber im Vordergrund steht die Gemütlichkeit“. Wegen der Preise sind sie vermutlich nicht angereist, denn die sind eher bescheiden: Wein und Werkzeug, Bier und Parfüm – und weil’s Ostern war, sogar ein geweihtes Osterei. Wolfgang Kaiser

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kampf gegen Fremdparker
Der Abstellplatz des Supermarktzentrums im Murnauer Kemmelpark ist beliebt, nicht nur bei den Kunden. Eine strenge Überwachung soll Fremdparker fernhalten – und sorgt …
Kampf gegen Fremdparker
Stabiles Defizit bei den Sorgenkindern
Schuldenabbau ist angesagt bei den Gemeindewerken Garmisch-Partenkirchen. Und zwar kontinuierlich. Nachdem keine großen Investitionen anstehen, will Vorstand Wotan …
Stabiles Defizit bei den Sorgenkindern
Flüchtlingswelle verhagelt die Statistik
Die Isartaler können sich sicher fühlen. Das ist die Bilanz des Jahresberichts 2016. Die Zahlen – stabil. Mit einer Ausnahme. Die hängt allerdings mit der Bundespolizei …
Flüchtlingswelle verhagelt die Statistik
Richard Strauss - ein Workaholic
Wer mit Richard Strauss nicht viel anfangen kann, es aber versuchen will, könnte durch einen vergnügsamen Spaziergang einen Zugang zu dem Privatmann und Künstler finden. …
Richard Strauss - ein Workaholic

Kommentare