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Mächtig Staub aufgewirbelt wird durch diesen Spezialbagger, die die Löcher für die Anker bohrt. Bis zu zwei Meter tief dringt der Bohrer in den Felsen ein.

Firma hält Wort: Vollsperrung der B 23 wird ab Montag aufgehoben

Ein Korsett für den Ettaler Berg

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Pendler, Touristen und Hoteliers atmen auf: Die Vollsperrung am Ettaler Berg läuft nur noch bis kommenden Montag.

Ettal – Unaufhaltsam rattert der Bagger, frisst sich der Bohrer Zentimeter um Zentimeter in den harten Fels. Eine Staubwolke hüllt Mensch und Maschine regelrecht ein wie bei einem Kokon. Es gibt angenehmere Arbeitsplätze als derzeit jene bei der Firma Berger + Brunner am Ettaler Berg: Schmutz, Lärm, genervte Autofahrer, schlechtes Wetter. Und trotzdem kann Wolfgang Texler (26), Bautechniker bei dem österreichischen Unternehmen und mit zuständig für die Baustelle auf der B 23 zwischen Ettal und Oberau, mit einer guten Nachricht aufwarten: „Wir liegen im Zeitplan, ab kommenden Montag kann die Vollsperrung aufgehoben werden.“ Der Verkehr am Ettaler läuft also wieder, wenn auch nur halbseitig mit Ampelregelung. Pendler, Gäste und Bürger in der Region, sie dürften trotzdem aufatmen.

Seit knapp zwei Wochen laufen nun die umfangreichen Felssicherungsarbeiten des Staatlichen Bauamts Weilheim, die auf 550 000 Euro veranschlagt sind und voraussichtlich bis Mitte November andauern werden. Bis zu ein Dutzend Mitarbeiter der Sparte Spezial-Tiefbau hatte Berger + Brunner (Firmensitz Inzing) an manchen Tagen für die Baustelle am Ettaler Berg abgestellt, die täglich von 7 Uhr früh bis Einbruch der Dunkelheit im Einsatz sind. Inzwischen wurden die Rodungsarbeiten in dem steilen Hangbereich abgeschlossen. Dazu Diplom-Ingenieur Texler: „Diesen Auftrag haben wir an eine Spezialfirma aus Vorarlberg vergeben. Es sind circa 100 Bäume auf einer Fläche von 12 000 bis 14 000 Quadratmetern gefällt worden. Sie standen unmittelbar an der Hangkante und stellten ein gewisses Gefahrenpotenzial dar.“

8000 Quadratmeter Stahlnetz sichert Hang

Gut voran geht es nach Auskunft des jungen Bautechnikers auch bei den Felsräumungs- und Spritzbetonarbeiten: „Wir werden damit wohl in dieser Woche noch fertig.“ Dabei soll lockeres Gestein beseitigt und die Stabilität des Felsen erhöht werden. Und diese Arbeitsschritte werden im Einzelnen ausgeführt: Ein Spezialbagger bohrt an Stellen, die ein Geologe vorher festgelegt hat, rund zwei Meter tiefe Löcher in den Fels, dort hinein kommen Anker aus Gewindestahl, es folgt die Verpressung mit Injektionsmörtel. Auf ein Drainagerohr zum Abfluss von Wasser wird anschließend eine Bewehrungsmatte gelegt und danach alles großflächig mit Spritzbeton ausgespritzt.

Eine weitere Sicherungsmaßnahme ist die Anbringung eines verzinkten Stahldrahtgeflechts: Dieses Netz wird am  Hang auf 1,2 Kilometern Länge eingebaut, insgesamt sind dies 8000 Quadratmeter. Oben ist eine bis zu eineinhalb Meter hohe „Aufständerung“ vorgesehen, an der das Netz hochgezogen wird. Dies erfüllt die Funktion eines Zauns, um herabrollendes oder -stürzendes Gestein beziehungsweise Äste aufzuhalten. Der Netzeinbau wird sich aber bis November hinziehen.

Danach soll der Ettaler Berg wieder so sicher sein, dass Felsstürze oder Steinschläge in den kommenden Jahren weitestgehend kein Unheil mehr anrichten und von der Straße abgehalten werden. Und vergessen sind dann wohl auch die Unannehmlichkeiten und der Ärger der Autofahrer um die zweiwöchige Vollsperrung.

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