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Durch den Kurpark-Eingang soll künftig der Fahrradweg verlaufen. Dagegen regt sich jetzt Widerstand.

Fördergelder in Gefahr

Radverkehrskonzept abgelehnt! Das sind die Konsequenzen

Vier Jahre lang arbeitet die MarktgemeindeGarmisch-Partenkirchen an ihrem Radverkehrskonzept. Jetzt hat der Bauausschuss überraschend eine Fortführung abgelehnt. Das Projekt könnte sich nun umJahre verzögern.

Garmisch-Partenkirchen – Eigentlich hätte es eine rein formelle Abstimmung werden sollen. Doch da war sich Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), Bürgermeisterin der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen, wohl etwas zu sicher. Als der Bauausschuss über die weitere Umsetzung des Radschnellwegs Loisachtal und des Radverkehrskonzepts abstimmte, stockte ihr kurzzeitig der Atem. Fünf Finger gingen nach oben. Fünf blieben unten. Ein Patt im zehnköpfigen Gremium. „Dann ist es ja abgelehnt?“, resümierte Meierhofer sichtlich überrascht. „Ich bin erschüttert.“

Mindestens genauso verwundert war Dr. Stephan Thiel (Bündnis 90/Die Grünen). Der Mobilitätsreferent kümmert sich seit den Planungsanfängen im Jahr 2014 federführend um das Radverkehrskonzept. Auch er glaubte an eine schnelle, unkomplizierte Abstimmung in der Sitzung im Rathaus. „Drei Jahre lang war Zeit, alternative Vorschläge einzubringen.“ Die plötzliche Abfuhr trifft ihn deshalb hart. Bereits „dreimal wurde darüber abgestimmt“, wetterte Meierhofer. Die fünf Gegner waren Florian Hilleprandt (CSB), Hannes Biehler, Hermann Guggemoos, Alois Maderspacher (alle CSU) sowie Andreas Grasegger (Bayernpartei). Sie stören sich an einer kleinen, aber äußerst wichtigen Stelle: die geplante Radl-Durchfahrt durch den Eingang des Michael-Ende-Kurparks am Pavillon vorbei in die Zimmermeistergasse. „Es kann nicht sein, dass der Radlweg durch den Kurpark verläuft“, sagte Hilleprandt. Er schlug stattdessen eine alternative Strecke auf der anderen Seite des Pavillons vor. „Da gibt es bereits einen Weg“, sagte der CSB-Fraktionschef. „Er müsste lediglich abgeflacht und verbreitert werden.“

Meierhofer bangt aufgrund der Verzögerung um Fördergelder

Für Thiel ist das aber keinesfalls die optimale Lösung. Zu viele Fußgänger würden den Abschnitt queren. „Da befinden sich die öffentlichen Toiletten und die Mülltonnen.“ Konflikte zwischen Fahrradfahrern und Fußgängern wären programmiert. Den Weg zu verbreitern, würde einen enormen Aufwand bedeuten. Überzeugen konnte er die Gegner damit nicht. „Ich bin ja grundsätzlich für das Konzept“, bestätigte Hilleprandt. Er selbst sei ein absolut begeisterter Radlfahrer. „Aber dieser kleine Abschnitt muss noch einmal separat behandelt werden.“ Doch einen eigenen Beschluss für dieses Teilstück zu fassen, kam für Meierhofer nicht in Frage. Der gesamte Punkt wird nun eins zu eins auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung im September gesetzt. „Dann wird auch ein Verkehrsplaner kommen und die Situation noch einmal erklären.“ Meierhofer zufolge sind sämtliche Alternativen „schon hunderte Male geprüft“ worden. Die vorliegende sei die bestmögliche Variante.

„Es wird weder jetzt, noch im kommenden Jahr ein Radweg entstehen“

Sie bangt nun um die zugesagten und bisher gezahlten Fördermittel. Zur Erinnerung: Dank der erfolgreichen Teilnahme des Konzeptes am Bundeswettbewerb „Klimaschutz im Radverkehr“ findet das Projekt finanzielle Unterstützung. Es wurde federführend durch die Zugspitz Region GmbH in Zusammenarbeit mit den Kommunen erdacht und erarbeitet. Geschäftsführer Sebastian Kramer sei bereits persönlich nach Berlin zitiert worden, erklärt Meierhofer bitter. „Er musste begründen, warum bei der Umsetzung nichts vorwärts geht.“ Aufgrund der jetzigen Verzögerung würde „weder heuer noch im kommenden Jahr ein Radweg entstehen“. Ob das Bundesministerium diesen langen Aufschub akzeptieren wird, bezweifelte sie. „Wir könnten die Fördermittel verlieren und müssten die erhaltenen Gelder wohl zurückzahlen.“

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