Eingebettet im Fichtenwald: So könnte das Baum-Atelier aussehen. Animation: Kranzbach

Baumhaus bereitet Bauchschmerzen

Krün - Die Neubau-Pläne von Kranzbach stoßen in Krün auf Zustimmung. Beim Baum-Atelier - es wäre im Landkreis einzigartig - scheiden sich allerdings die Geister.

Wer im Sommer 2011 ins Vier-Sterne-Refugium „Das Kranzbach“ kommt, dem wird nicht nur der aktuell geplante 40-Meter-Trakt am Westflügel ins Auge stechen. Vielmehr wird der Blick des erstaunten Besuchers auf den gegenüber liegenden Fichtenwald fallen beziehungsweise auf das im Gehölz hinein modellierte „Baum-Atelier“. Dabei handelt es sich um ein Holzhaus mit einer Grundfläche von 90 Quadrametern, das von rund vier Meter hohen Stelzen getragen wird. Ein Marketing-Gag, den sich Kranzbach-Investor Jakob Edinger im Zuge seiner millionenträchtigen Erweiterungspläne ausgedacht hat. Im dichten Grün sollen dann in erster Linie Journalisten und Künstler in Wohlfühl-Ambiente (Sauna, große Terrasse etc.) den Wellness-Geist des Luxushauses inhalieren - und natürlich auch weitertragen.

Doch mit diesem Baumhaus können die Kranzbacher nicht nur punkten, wie sich im Krüner Gemeinderat herausstellte. Dieser stimmte der Änderung des Bebauungsplans zwar einhellig zu, beim Thema „Atelier“ gab es jedoch Gegenstimmen. „Larifari“, urteilte Franz-Paul Reindl (Bürgerliche Wählergemeinschaft/BWG). „Wir schaffen damit einen Präzedenzfall“, mahnte wiederum Ferdinand Glasl (Aktiv für Krün). „Ein paar Kilometer weiter ist nämlich Elmau!“

Die Debatte war im Vorfeld nicht zuletzt deshalb ins Rollen gekommen, weil zuvor übergeordnete Stellen wie die Regierung von Oberbayern, das Landratsamt und die Denkmalschutzbehörde das Baumhaus als „problematisch“ und „ortsfremd“ einstuften. Daher regte beispielsweise die Regierung von Oberbayern an, die Notwendigkeit des Vorhabens „kritisch“ zu überprüfen und Alternativen zu erörtern.

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