+
Die Aushubarbeiten haben auf der Fläche am Bahnhof zwischen Olympiastraße, Wannerweg und Gleisdreieck begonnen.

Hostel, Wohnbebauung, Hotel

Bauprojekte 2016: Ortsbild bleibt gewahrt

  • schließen

Garmisch-Partenkirchen - Große Projekte sind in diesem Jahr geplant. Baulöwe Franz Hummel will auf dem Bahnhofsareal ein Hostel errichten – dort haben bereits die Aushubarbeiten begonnen. Zudem plant er in Nähe des Bichlerhofs Wohnbebauung. 

Mit großer Entourage – wie immer – war Franz Hummel in den Garmisch-Partenkirchner Bauausschuss eingerückt. Im Schlepptau des Chefs der FH Innova GmbH unter anderem Prokurist und Projektsteuerer, um für alle Fragen der Gemeinderäte, die dem Bauausschuss angehören, gerüstet zu sein. Hummel baut und baut und will bauen und will bauen. Die Aushubarbeiten des Areals am Bahnhof zwischen Olympiastraße, Wannerweg und Gleisdreieck haben begonnen. In einem ersten Abschnitt will der Unternehmer dort unter anderem ein Hostel errichten. Dieses war ebenso Thema im Gremium wie das Gebiet im Bereich der Alleestraße zwischen Kurpark und Fürstenstraße. Dort besitzt der Investor 1337 Quadratmeter Fläche, die er nun zur Wohnbebauung nutzen möchte, nachdem er mit seinen Bewerbung um den Bichlerhof im Juni des vergangenen Jahres am Finanzausschuss gescheitert war.

Hummels Plan, dreigeschossige Gebäude zu errichten, erteilte der Bauausschuss eine Absage. Einstimmig sprachen sich die Gemeinderatsmitglieder dafür aus, dass sich die neuen Häuser in den Bestand einfügen müssen. Hummel hatte sogar einen „Ausgleich“ angeboten, drang damit allerdings nicht durch. Auch der Vorschlag von CSB-Chef Florian Hilleprandt, nach einem „Kompromiss“ zu suchen, fand kein Gehör. Josef Ostler, der in diesem Gebiet zwei denkmalgeschützte Objekte besitzt, hatte sich in seiner Stellungnahme für die „Bewahrung des Ortsbilds“ ausgesprochen und sich der Unterstützung des Landesamts für Denkmalpflege versichert. Hummel zeigte sich ebenfalls kämpferisch und argumentierte mit der Höhe des Hotels, das die Familie Erhardt auf dem Bichlerhof-Areal errichten möchte, das alle anderen Gebäude der Umgebung deutlich überrage. Vergeblich.

Deutlich zahmer und nachsichtiger zeigten sich die Mitglieder des Bauausschusses beim Hostel. Sie winkten das Flachdach durch, bekrittelten Kleinigkeiten an der Drehung des Baus und stimmten mit Ausnahme von Hannes Biehler zu. Der CSU-Mann, der mit allem, was mit dem Bahnhofs-Areal zu tun hat, eine Contra-Position einnimmt, erklärte auch den Grund: Er hätte es lieber gesehen, wenn statt Wohnbebauung dort ein „Gewerbegebiet entstanden wäre, das jetzt im Norden von Partenkirchen geplant ist“. Eine kurze Diskussion entspann sich an der Gestaltung der Fassade, die durch Holz und Stein aufgelockert werden soll. Hummel möchte Kunststein verbauen – was für Ursula Höger (SPD) gar nicht geht. Sie plädierte vehement für die Naturvariante. Hummel versuchte zu erklären, dass sie keinen Unterschied bemerken würde und der Kunststein, der aus Gründen des Feuerschutzes verwendet werden müsse, „dreimal so teuer ist“. Jetzt soll der Kunststein in Augenschein genommen und danach entschieden werden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Frischzellenkur für Murnauer Kaserne
Bereits zweimal stand der Bundeswehr-Standort Murnau vor dem Aus. Doch das Blatt hat sich offenbar zum Positiven gewendet: Es wird kräftig investiert. In den nächsten …
Frischzellenkur für Murnauer Kaserne
Ein Mann, der die Heimat liebt: Sylvester Eichberger wird 80
Nicht nur wegen seiner äußeren Erscheinung ist Sylvester Eichberger eine echte Größe. Als Bürgermeister und Gemeinderat hat er wichtige Impulse für sein geliebtes …
Ein Mann, der die Heimat liebt: Sylvester Eichberger wird 80
Soier Kurhaus-Debatte: Jetzt spricht der Vize-Bürgermeister
Es war nicht der Preis, der den Ausschlag gegeben hat. Das stellt Bayersoiens Vize-Rathauschef Georg Haseidl klar. Er nennt die Kern-Argumente für die Entscheidung zum …
Soier Kurhaus-Debatte: Jetzt spricht der Vize-Bürgermeister
Bahnhofsareal: Investor Hummel enttäuscht und frustriert
Der Knackpunkt sind die Abstandsflächen. Die hat Investor Franz Hummel im Bereich des Ferienwohnungskomplexes, der am Garmisch-Partenkirchner Bahnhof entstehen soll, …
Bahnhofsareal: Investor Hummel enttäuscht und frustriert

Kommentare