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Mit dem Bohrer wird untersucht, in welcher Tiefe tragfähiger Boden vorhanden ist.

Kommunaler Wohnungsbau gerät ins Stocken

Baustopp in der Breitenau: Mit diesem Problem kämpft Unterammergau

  • Manuela Schauer
    VonManuela Schauer
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Wieder haben sie in Unterammergau gebohrt - mit unerfreulichem Ergebnis für die Gemeinde. An dem Ort, an dem ein neue Mehrfamilienhaus entstehen soll, ist der Boden nicht tragfähig.

Unterammergau – Michael Gansler (FDU) konnte nichts tun. Außer abwarten und hoffen. Darauf, dass das Bohrgerät, das am Mittwoch im Neubaugebiet am Lachenbach zum Einsatz kam, bald anschlägt. Hat es aber nicht. Erst bei etwa 22 Meter. In dieser Tiefe hat die Maschine tragfähigen Grund ertastet. Unterammergaus Bürgermeister sagt klar: „Für mich ist das zu viel.“

Wieder ein Satz mit x. Dabei sind die Bohrungen nicht am eigentlichen Platz für den Neubau des geplanten Mehrfamilienhauses in der Breitenau über die Bühne gegangen. Sondern östlich davon. Fast gezwungenermaßen. Wie berichtet, hatte das zuständige Architektenbüro Höldrich bereits Anfang des Jahres deutlich gemacht, dass aufgrund des labilen Untergrunds Gründungsarbeiten notwendig sind. Das hatte ein Gutachten ergeben. Ebenso, dass in einer Ecke der künftigen Immobilie Setzungen im Bereich zwischen vier und 20 Zentimetern zu erwarten sind. Der Statiker verlangte deshalb eine sogenannte Pfahlgründung.

Doch bevor die Pfähle eingesetzt wurden, stand eine neue Beprobung des Untergrunds auf dem Programm. Das Ergebnis: bitter für Gansler. „Man ist auf 25 Meter runter und auf nix G’scheids gestoßen.“ Wäre prinzipiell kein Hindernis, das Problem ist ein anderes, nämlich eine Geldfrage: Je tiefer man für den Neubau bohren muss, desto teurer wird das Projekt. Der Rathauschef kalkuliert in diesem Fall mit zusätzlichen 200 000 Euro. Insgesamt ist das Vorhaben, das im Rahmen des kommunalen Wohnungsbaus in Unterammergau umgesetzt werden soll, mit 1,65 Millionen Euro veranschlagt. 495 000 Euro übernimmt der Freistaat, 1,16 Millionen Euro muss die Gemeinde schultern. Oder vielleicht nun doch mehr. Für Gansler jedoch stehen die Mehrkosten in keinem Verhältnis. Das Projekt, bei dem der Baubeginn bereits im Frühjahr anvisiert worden war, ist deshalb aber nicht gestorben. Jetzt ist Gansler wieder zum Abwarten verdammt. Das nächste Gutachten wird erstellt. Sobald dieses vorliegt, muss sich der Gemeinderat beraten.

Den Bürgermeister wurmen die Schwierigkeiten. Er hat sogar Nachforschungen angestellt, ist der Bodenproblematik im wahrsten Sinne auf den Grund gegangen. Die Erklärung könnte mit dem Bau der Schleifmühllaine zusammenhängen „Da ist mitten in der Prärie das Wasser runtergelaufen.“ In der Breitenau, an der Stelle des geplanten Wohnhauses, seien im Erdreich Holzreste gefunden worden. Gansler vermutet dort ein altes Bachbett. Eines, das der Gemeinde jetzt schon Zeit und womöglich auch Geld kostet.

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