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Schafft sie den Sprung in die Live-Shows?

"The Voice Kids": Bayan Zedan für zweite Runde qualifiziert

Garmisch-Partenkirchen - Das Mädchen mit der gefühlvollen Stimme sorgt für Gänsehaut. Nun wird ein Gesangslehrer gesucht. 

Wenn Bayan Zedan singt, bekommen ihre Zuhörer regelmäßig Gänsehaut. Ihre klare, gefühlvolle Stimme schwingt sich mühelos in alle Tonlagen. Schließt man die Augen, kann man es gar nicht glauben, dass diese Töne von einem erst 13-jährigen Mädchen kommen. Ihre Mitschüler von der Übergangsklasse der Gröben-Schule in Garmisch-Partenkirchen sind von dem Gesang angetan. Das erste Mal haben sie Bayan bei einer Theater-Aufführung in der Turnhalle der Schule gehört. Auch ihre Lehrerin Karin Hösl wurde erst bei den Proben auf das Talent ihrer Schülerin aufmerksam. „Mir hat es damals förmlich die Haare aufgestellt“ erinnert sich Hösl. „Dieser schöne Gesang berührt einfach. Auch viele Eltern waren begeistert.“ 

Die Lehrerin war es auch, die dem syrischen Mädchen „ganz unbedarft“ vorschlug, bei der Fernsehsendung „The Voice Kids“ teilzunehmen, bei der musikalische Nachwuchstalente gesucht werden. Wenn die Lehrerin daran zurückdenkt, muss sie ein wenig schmunzeln. „Bayan wollte zuerst bei „The Voice“ im Libanon teilnehmen“, erzählt sie. „Ich hab’ sie dann überzeugt, sich doch besser in Deutschland zu bewerben.“ Das Casting in München lief für die 13-Jährige gut. „Sie war gleich bei allen als das Mädchen mit der gefühlvollen Stimme‘ bekannt“, erzählt ihre Lehrerin lächelnd. Tatsächlich hat sie damit die Jury überzeugt.

Die syrische Schülerin hat sich für die zweite Runde der Talentshow qualifiziert. Im September geht es nach Berlin. „Ich freue mich sehr“, sagt Bayan mit strahlenden Augen. „Singen ist meine Leidenschaft.“ Diese Passion liegt in der Familie. In ihrer alten Heimat Syrien, aus der sie und ihre Eltern und Geschwister vor zwei Jahren geflüchtet sind, hat die Fünftklässlerin noch einen Onkel. Der hat eine Band. Auch ihr Vater habe früher immer gerne Theater gespielt und gesungen, erzählt sie. Das musikalische Talent hat sie als einzige von ihren vier Geschwistern geerbt. Ihre ältere Schwester, mit der sie sich ein Zimmer teilt, beschwert sich manchmal über die singende Bayan. „Sie kann sich beim Lernen nicht konzentrieren“, sagt die 13-jährige Nachwuchskünstlerin, „dann muss ich natürlich ruhig sein.“ Ansonsten sei ihre Familie aber mächtig stolz auf sie, sagt Bayan lachend. „Meine Eltern freuen sich sehr, dass ich bei dem Wettbewerb weitergekommen bin.“

Besonders gerne singt die Jugendliche syrische Stücke aus ihrer Heimat, aber auch moderne Soul-Sänger wie John Legend oder die amerikanische, alternative Band Evanescence gefallen ihr gut. Ob sie bei der Fernsehsendung „The Voice Kids“ nun mitmachen darf und selbst die Chance auf eine Gesangskarriere hat, entscheidet sich im Herbst. Mehrere moderne Stücke muss die 13-Jährige für das Vorsingen in Berlin einüben. „Ich bin schon etwas aufgeregt“, gesteht sie mit einem schüchternen Lächeln. Bisher hat sie sich alle Lieder selbst beigebracht. Dieses Mal würde sie gerne mit einem Gesangslehrer üben. Hösl ist gerade auf der Suche nach einem Mentor, der das Mädchen auf ihren Auftritt vorbereitet. Am besten einen Ehrenamtlichen. „Wie man sich denken kann, hat die Familie nicht so viel Geld. Darum wäre es schön, wenn wir jemanden finden würden, der Bayan kostenlos fördern könnte“, sagt sie und fügt mit einem Lächeln an. „Wer weiß, was man aus dieser Stimme noch alles Tolles rausholen kann.“

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