Große Vorfreude auf die erste Fahrt der neuen Wetterwandeck-Bahn herrscht bei der Einweihung unter anderem bei (v.l.) Pfarrer Reitlinger, Matthias Stauch und Peter Huber von der BZB sowie Garmisch-Partenkirchens Bürgermeister Thomas Schmid. Allerdings war der Bau der Bahn auch Grund für Umsatzrückgänge in der Gastronomie.

Bayerische Zugspitzbahn: Leiden musste nur die Gastronomie

Garmisch-Partenkirchen - Es geht stetig bergauf mit der Bayerischen Zugspitzbahn. Zum fünften Mal in Folge schreibt das Unternehmen schwarze Zahlen, und das trotz Millioneninvestitionen ins Skigebiet.

Die Zahlen, die Matthias Stauch beim Bilanzgespräch präsentiert, machen ihn stolz: „Dieses Ergebnis hat unser gesamtes Team erreicht“, betont der Kaufmännische Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB). Lob erhalten er und die Mitarbeiter auch von Bürgermeister Thomas Schmid (CSB), der zudem Aufsichtsratsvorsitzender der BZB ist: „Ich bin sehr zufrieden und stolz, was hier geschafft wurde.“ Dass jetzt zum fünften Mal in Folge schwarze Zahlen geschrieben werden, hebt er besonders hervor. „Die Anfänge waren nicht leicht.“ Gerade die Bilanz 2001/02 mit einem Minus von knapp vier Millionen Euro ist ihm noch im Gedächtnis.

Auch 2011/12 waren es wieder über eine Million Gäste, die die Bergbahnen der Tochter der Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen nutzten. „Und das trotz Wetterbedingungen, die gerade im Dezember, Januar und April überhaupt nicht optimal waren“, sagt Stauch. Positiv sei, dass immer mehr Gruppen die Angebote nutzen. Besucher, die auf ihrer Europa-Reise neben Schloss Neuschwanstein auch einen Abstecher auf die Zugspitze machen, „fahren eben rauf, auch wenn das Wetter nicht so gut ist“.

Trotzdem musste der Umsatz der Gastronomie - neben den Restaurants auf Deutschlands höchstem Berg betreibt das Unternehmen noch das Café Kandahar an der Kreuzeck-Talstation - im abgelaufenen Geschäftsjahr etwas leiden. „Das lag am Bau der Wetterwandeckbahn“, erklärt der Kaufmann. Nachdem die Züge der Zahnradbahn häufig für Material-Transporte herhalten mussten, konnten etliche Abendveranstaltungen zu seinem Bedauern nicht stattfinden. „Es kann sich aber sehen lassen, dass wir hier allein mit Speisen und Getränken knapp 3,8 Millionen Euro umgesetzt haben“, findet Technischer Vorstand Peter Huber.

In diesem Bereich strebt die BZB an, weitere Ausbildungsplätze zu schaffen. „Damit die Lehrlinge auch das A-la-carte-Geschäft kennenlernen, müssen wir uns mit einem Hotel zusammentun“, betont Stauch. Gespräche mit möglichen Kooperationspartnern laufen bereits. Bis alle Formalitäten geklärt sind, dauere es, vermutet Huber. Den neuen Ausbildungszweig Seilbahn-Fachmann anbieten zu können, habe drei Jahre Vorlauf gekostet. „Hier sind vier neue Lehrstellen entstanden.“

In diesem Jahr schlägt der zweite Teil der Kosten für die Wetterwandeckbahn auf der Zugspitze zu Buche. 10,5 Millionen Euro kostet der Sechser-Sessellift, 5,9 Millionen sind bereits 2011/12 gezahlt worden. Außerdem plant das Unternehmen, den Bahnhof Eibsee und den Rimmlermoos-Lift am Hausberg zu erneuern. Die Verlegung der Zahnradbahngleise in Garmisch-Partenkirchen samt Neubau des Verwaltungsgebäudes lässt noch auf sich warten. „Wir fangen jetzt an, die Genehmigungen einzuholen und starten dann 2014.“ (tab)

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