Bayern in Reinkultur

Landkreis - Die Tourismus-Organisationen haben 2011 zum "Blauen Jahr" ausgerufen. Gefeiert werden Märchenkönig Ludwig II. und die Künstlervereinigung "Der Blaue Reiter".

Eine Farbe verbindet zwei Jubiläen, die unterschiedlicher nicht sein können: Zum einen schlossen sich vor 100 Jahren Maler zur Vereinigung „Der Blaue Reiter“ zusammen, um neue Wege in der Kunst zu gehen. Und zum anderen starb vor 125 Jahren auf rätselhafte Weise der legendäre Märchenkönig Ludwig II., der Blau zu seiner Lieblingsfarbe erkoren hatte. Für die Touristiker ein willkommener Anlass, beide Themen miteinander zu verbinden und das „Blaue Jahr 2011“ auszurufen - mit einem breiten Angebot an Führungen, Ausstellungen, Feiern, Konzerten und Lesungen. Mehrere oberbayerische Tourismus-Organisationen, Museen und Schlösser haben sich dazu - unter der Federführung Münchens - zusammengeschlossen.

Dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen kommt eine besondere Bedeutung zu. Denn in der Gegend rund um den Staffelsee schufen Gabriele Münter, Wassily Kandinsky & Co. ihre expressionistischen Werke - und damit eine neue Kunstform. Und der „Kini“ flüchtete vor der Politik am liebsten ins Ammertal, um dort seine Träume zu leben.

Jörg Christöphler, Chef der Ammergauer Alpen GmbH, ist von der Initiative begeistert. Die enge Bindung an die Landeshauptstadt bringe dem Landkreis eine gigantische Werbung - und vermutlich ein dickes Plus bei den Gästezahlen. Für den Tourismus-Experten steht fest: Im Ammertal werde sich heuer (fast) alles um den Mythos König Ludwig II. drehen. Der exzentrische Herrscher sei „Bayern in Reinkultur“, schwärmt Christöphler. Highlights sind neben der Präsentation „Wo ist Ludwig II.“ (ab 1. April) im Oberammergauer Museum, die sich auf eine spannende Spurensuche begibt, die Sonderausstellungen im Schloss Linderhof. Beispielsweise wird der Ausbau der Hofstelle Lynder-Hof zu dem heute bekannten und beliebten Schmuckstück näher beleuchtet (10. Juni bis 16. Oktober).

Intensive Farben und reduzierte Formen stehen in Murnau im Mittelpunkt. Das sind die Elemente, mit denen die Maler des Blauen Reiter die damalige Kunstwelt auf den Kopf stellten. 1911 gilt als Geburtsjahr dieser Bewegung. Die Inspiration dazu hatte Kandinsky in Murnau. „Es ging darum, das innere Gefühl auszudrücken und beim Betrachter zu wecken“, erklärt Brigitte Salmen, Leiterin des Schloßmuseums. Eine Sonderschau in der Vorzeige-Einrichtung beschäftigt sich mit dem Einfluss japanischer Kunst auf die Maler des Blauen Reiter (21. Juli bis 6. November). Darüberhinaus sind in der Staffelsee-Gemeinde weitere Ausstellungen, etwa im Münterhaus, Führungen und Vorträge geplant. (as)

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