„Die Leute wurden darauf gebracht, dass man in Garmisch-Partenkirchen gut wohnen kann.“ KreisSparkassen-Vorstand Georg Fink

Begehrt, aber kaum bezahlbar

Garmisch-Partenkirchen - Nach der Ski-WM und der Olympia-Bewerbung steigen die Immobilien-Verkäufe: „Die Leute wurden darauf gebracht, dass man in Garmisch-Partenkirchen gut wohnen kann“, sagt Kreissparkassen-Vorstand Georg Fink.

Die Erkenntnis, die Georg Fink den Mitgliedern des Kreisrates präsentiert hat, fiel fast nebenbei. Mittendrin in seiner Einordnung des laufenden Geschäftsjahres, zwischen Schlagworten wie der Eurokrise und Staatsschulden, beschrieb der Kreissparkassen-Vorstand ein interessantes Phänomen: Demnach hat der Immobilienmarkt im Landkreis im Jahr 2011 kräftig angezogen - dank der Ski-Weltmeisterschaften und der Olympia-Bewerbung. Zugleich zeigt eine neue Studie, dass Wohnraum mit Blick auf die Höhe der Löhne fast nirgends in Deutschland so schwer zu bezahlen ist wie in Garmisch-Partenkirchen.

Den Vergleich hatte die Bausparkasse LBS bei dem Berliner Forschungsinstitut Empirica in Auftrag gegeben. Dort wurden zwei Datensätze miteinander verknüpft: Zum einen die Einkommensstände, die beim Statistischen Bundesamt gespeichert werden. Zum anderen die Preistabellen für gebrauchte Immobilien, die die LBS für das erste Halbjahr 2011 festgehalten hat. Das überraschende Ergebnis: Nach Frankfurt liegt die Region Garmisch-Partenkirchen im bundesweiten Vergleich an zweiter Stelle noch vor München. Wie Empirica berechnet hat, „benötigt man im Landkreis Garmisch-Partenkirchen (...) mehr als das anderthalbfache Durchschnittseinkommen, um die Hürde ins Wohneigentum zu nehmen“. In den meisten anderen Regionen würden mittlere Verdienstbereich schon ausreichen, um Immobilien zu finanzieren. Besonders drastisch erscheint der Vergleich von Immobilenpreisen und Lohnstandards mit dem Osten Deutschlands: „Im Voralpenland ist es bis zum Faktor 7 teurer als in Teilen der neuen Länder“, teilt die LBS mit.

Wohnungen und Häuser sind im Landkreis Garmisch-Partenkirchen ein kleiner Luxus - ob nun für Einheimische oder Fremde. Dass aber gerade bei letzteren das Interesse gestiegen ist, hat die Kreissparkasse festgestellt. Der Sparkassen-Vorstand erläuterte den Mitgliedern des Kreistags, dass die hiesige Bank im Jahr 2011 bei ihrer die Bauträger-Tätigkeiten expandieren konnte. „Eine erfreuliche Entwicklung.“ Demnach würden wieder mehr Immobilien verkauft - und zwar hauptsächlich in Garmisch-Partenkirchen.

Für Fink sind das Nachwirkungen der Ski-Weltmeisterschaften und der Olympia-Bewerbung, durch die die Marktgemeinde Anfang des Jahres ständig in überregionalen Medien vertreten war. „Die Leute wurden darauf gebracht, dass man in Garmisch-Partenkirchen gut wohnen kann.“ Interessant sei dabei, dass viele Käufer die Finanzierungsangebote der Sparkasse nicht benötigen würden: „Sie zahlen mit ihrem Barvermögen.“ (nah)

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