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Zentral gelegen: Der Fiat Punto, hier im September 2015 bei der Stationierung in der Tiefgarage an der Lederergasse mit (v. r.) Erich Zimmermann, Bürgermeister Rolf Beuting, der damaligen Umweltreferentin Julia Legelli und Christa Zimmermann, ist im vergangenen Jahr 85 Mal genutzt worden. Für den Verein ist das wenig. 

Carsharing Pfaffenwinkel zieht Bilanz für Murnau

Bei Carsharing-Nachfrage ist noch Luft nach oben

Woran es liegt, weiß Erich Zimmermann aus Weilheim nicht so genau. Doch eins steht fest. Die Nachfrage nach den zwei Carsharing-Fahrzeugen ist in Murnau mit bis dato 17 Nutzern im Vergleich zu anderen Orten relativ mäßig.

Murnau – „Wenn die Menschen wüssten, wie einfach das geht, wäre das wahrscheinlich anders “, vermutet der Erster Vorsitzender des Trägervereins „Öko Mobil Pfaffenwinkel“ und Koordinator des dazugehörigen „Carsharing-Pfaffenwinkel“. Seit elf Jahren ist dieser Verein in Murnau aktiv. Zwei Fahrzeuge sind mittlerweile im Ort stationiert. Ein Fiat Panda am Bahnhof und seit September 2015 ein Fiat Punto, zentral gelegen in der Tiefgarage an der Lederergasse. „2016 wurde dieser 85 Mal genutzt, der Fiat Panda am Bahnhof 124 Mal“, zählt Zimmermann auf.

17 Nutzer in Murnau (Einwohner rund 11 700) sind also beim Verein registriert. Vier davon kamen im vergangenen Jahr dazu. „Die Nachfrage in Murnau ist mäßig“, sagt Zimmermann. Zum Vergleich: In Weilheim (Einwohner rund 21 800) gibt es neun Fahrzeuge mit 140 Nutzern, in Bernried (rund 2200 Einwohner) zwei Fahrzeuge mit 18 Nutzern, in Penzberg (rund 16 612 EW) zwei Fahrzeuge mit 19 Nutzern, in Benediktbeuern (rund 3500 EW) ebenfalls zwei mit 24 Aktiven. In Peiting (rund 11 700 EW) sind es zwei Autos mit 12 und in Schongau (rund 12 000 EW) drei Autos mit 30 Nutzern.

In sieben Gemeinden in drei Landkreisen hat der Verein also 22 Autos mit 260 Nutzern zu verzeichnen. 63 von diesen konnten allein im vergangenen Jahr dazugewonnen werden. „Unser Wachstum im Jahr 2016 war wirklich überwältigend“, freut sich Zimmermann. „Man merkt einfach, dass Carsharing ankommt.“

Warum der Trend in Murnau dieser allgemeine Entwicklung entgegen läuft und „noch ziemlich mäßig“ ist, kann sich Zimmermann nur wie folgt erklären: „Da haben es vermutlich viele nicht nötig. Da ist es egal, ob das eigene Auto selten oder oft genutzt wird.“ Außerdem müsse man schon die Frage stellen, ob der Umweltgedanke dort tatsächlich so tief verwurzelt sei. Die Fiat des Vereins jedenfalls seien sehr umweltfreundlich, mit sehr geringem CO2-Ausstoß.

„Wenn die Menschen wüssten, wie einfach Carsharing funktioniert, würde es vielleicht besser angenommen werden“, meint Zimmermann. Seit eineinhalb Jahren verfügt der Verein über einen Internet-Zugang, die Buchungen können online vorgenommen werden. Die Autos sind standortgebunden, das heißt, sie müssen dorthin zurückgebracht werden, wo sie stationiert sind. Teilnehmer haben einen Vertrag zu unterzeichnen. Sie hinterlegen 511 Euro (Einsteigertarif ab 350 Euro) an Sicherheitsgebühr, die bei Kündigung zurückerstattet wird. Dazu kommen 51 Euro Aufnahmegebühr. Monatlich werden dann elf Euro fällig, plus 26 Cent pro gefahrener Kilometer, Benzin inklusive. Um die Autos nutzen zu können, erhält jeder Teilnehmer einen Schlüssel für den jeweiligen Tresor am jeweiligen Standort, in dem sich wiederum der KFZ-Schlüssel befindet. Nach der Fahrt muss ein Bericht ausgefüllt werden, mit PIN und Kilometer-Anfangs- und Endstand.

Um der insgesamt positiven Entwicklung Rechnung tragen zu können, hat „Öko Mobil Pfaffenwinkel“ beschlossen, ab 1. März einen Geschäftsführer einzustellen, nämlich Martin Heinz, der bis dato beim größten stationären Car-Sharing-Anbieter Münchens arbeitete. „Ich schaffe das ehrenamtlich nicht mehr“, sagt der 78-jährige Zimmermann über den Arbeitsaufwand, der stetig zunimmt. „Martin Heinz ist ein wunderbarer Fang für uns.“

Unterstützt wird dessen Anstellung durch eine Anschubfinanzierung der bürgerbetriebenen, nicht gewinnorientierten MARO-Genossenschaft mit 50 000 Euro. Heinz, passionierter Bergsteiger und Kletterer, will gleich richtig Gas geben und steckt sich hohe Ziele: „Gerade in Schongau, Peiting, Murnau und Penzberg ist gut erkennbar, dass wir die nächsten Jahre das Carsharing noch bekannter machen können. Wir möchten diese Standorte unbedingt weiter entwickeln und den Bürgern ein vernünftiges Fahrzeugangebot wie in Weilheim stellen. Der motorisierte Individualverkehr kann noch weiter verringert werden.“ Neue Standorte im Oberland sollen dazukommen. 

Interessierte können sich im Internet unter /www.carsharing-pfaffenwinkel.de näher informieren und anmelden.

Michaela Sperer

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