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Emotionaler Höhepunkt der Priesterweihe: Frater Benno Rehländer legt sich als Zeichen der Unterwerfung mit dem Gesicht nach unten auf den Boden; in der Mitte der Erzbischof von Berlin, Dr. Heiner Koch.

Priesterweihe im Kloster Ettal

Aus dem Frater wird ein Pater

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Ettal - Priesterweihen sind nicht mehr so häufig wie früher: Im Kloster Ettal kam es am Samstag wieder zu so einer kirchlichen Zeremonie.

Dass er einmal als Berliner in einem barocken Kloster im tiefsten Bayern Benediktinermönch werden würde, auf diese Idee wäre Frater Benno Rehländer „nie gekommen“. Noch dazu liegen die Wurzeln seinen theologischen Werdegangs in einem evangelischen Kloster in Thüringen, in dem er mal zusammen mit seiner Schwester an Einkehrtagen teilnahm. Doch es ist gekommen, wie es kommen sollte. Seit Samstag ist ein weiterer Eckpfeiler im Leben des 38-Jährigen zementiert: In der vollbesetzten Basilika des Klosters Ettal und im Beisein seiner Familie, Freunden und Mitbrüdern im Kloster empfing Frater Benno vom Berliner Erzbischof Dr. Heiner Koch, der eigens dazu nach Ettal gekommen war, die Weihe zum Priester. Als Primizspruch wählte der Mönch den Psalm 127,1 „Nisi Dominus frustra“, was in Kurzform übersetzt „Wenn nicht der Herr, dann (ist alles) umsonst“ bedeutet. Damit wollte der Neupriester, mit bürgerlichem Namen Holger Rehländer, zum Ausdruck bringen: „Wenn nicht der Herr bei allem dabei ist, was ich tue, ist es völlig umsonst.“

In einer sehr tiefgreifenden Predigt, die vor dem Hintergrund der derzeitigen Flüchtlingsproblematik auch zum Nachdenken anregte, wandte sich der Berliner Erzbischof an die Gläubigen in dem Pontifikalamt. Dass Erzbischof Koch den Benediktinerpater zum Priester weihte, hatte seinen Grund. Im Amte des Bischofs von Dresden war Koch mit dem Ettaler Tochterkloster in Wechselburg sehr verbunden und stattete Ettal auch mal einen Besuch ab. Jetzt als Erzbischof von Berlin ist Dr. Heiner Koch auch so etwas wie der Heimatbischof von Pater Benno, der ja aus Berlin kommt und dessen Familie nach wie vor in der Hauptstadt lebt.

Der Weg, Priester zu werden, war für Benno Rehländer irgendwie vorgezeichnet, „denn mit einigen Pausen bereite ich mich ja eigentlich schon seit meinem Abitur auf diesen Tag vor. Doch habe ich mir im Vorfeld immer wieder Fragen gestellt wie ,Will Gott das wirklich von mir?’ und ,Bin ich an dieser Stelle richtig?’ Derzeit arbeitet Pater Benno als Präfekt im Ettaler Internat. Wohin ihn sein weiterer Weg in der Mönchsgemeinschaft führen wird, vermag er derzeit nicht zu sagen: „Das kann sich immer wieder ändern. Ich bin jetzt erstmal angekommen. Vor anderthalb Jahren habe ich mich in meiner ewigen Profess für den Rest meines Lebens an die Gemeinschaft von Ettal und Wechselburg gebunden. Da möchte ich auch bleiben.“ Ganz getreu seinem Primizspruch. „Wenn der Herr mich auf meinen Wegen begleitet, kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.“

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