Nur noch wenige Minuten zur Talstation: Gut gelaunt steigen Scharen von Wintersportlern an der Haltestelle Hausberg aus dem „Garmischer Ski-Express“. Viele von ihnen haben während der Fahrt geschlafen. Fotos: Thomas Sehr

Mit dem Zug zur Bergbahn: "Der Garmischer Ski-Express schlägt ein"

Garmisch-Partenkirchen - Der „Garmischer Ski-Express“ ist erfolgreich: Bis zum Ende der Saison wollen die Deutsche Bahn AG und die Bayerische Zugspitzbahn (BZB) doppelt so viele Tickets verkauft haben wie im Jahr zuvor. Ein Ortstermin am frühen Morgen an der Haltestelle Hausberg.

So überwältigend wie an diesem Tag zeigt sich die Winterlandschaft selbst in den Hochglanz-Werbebroschüren selten. Verschneite Berge, blauer Himmel, die Sonne strahlt dazu und lässt Hausberg, Kreuzjoch, Kreuzeck und Osterfelder aussehen wie gemalt. Kein Wunder, dass an diesem Morgen Tausende von Wintersportler in die Garmisch-Partenkirchner Berge drängen. Schon am Autobahnende bei Eschenlohe staut sich kilometerlang der Verkehr. Und hier, am Hausberg, ist das gleiche Bild zu beobachten. Aufgereiht wie Perlen an einer Kette quälen sich Fahrzeuge vorbei am Bahnhalt Hausberg, Stoßstange an Stoßstange, in Richtung Parkplatz. Um 8.23 Uhr kommt der Verkehr kurzzeitig ganz zum Erliegen: Rotlicht am Übergang. Der „Garmischer Ski-Express“ fährt ein - und der hat immer Vorfahrt.

Eine riesige Schar offenbar gutgelaunter Skifahrer steigt aus den rot-weißen Waggons. Während sie schon zur Talstation stapfen, kurven die Autofahrer noch auf dem Parkplatz herum.

Seit rund fünf Jahren bietet die Deutsche Bahn AG in Kooperation mit der Bayerischen Zugspitzbahn AG (BZB) den „Ski-Express“ an - ein Sonderzug, der samstags, sonntags und feiertags in 82 Minuten vom Münchner Hauptbahnhof über Pasing, Tutzing und Weilheim direkt an den Hausberg rollt.

Die Skipässe werden während der Fahrt von Mitarbeitern der BZB verteilt - „zu einem unschlagbaren Preis“, meint BZB-Marketingleiter Klaus Schanda. 42 Euro zahlen Erwachsene für ein Kombiticket, 35 Euro Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Hin- und Rückfahrt mit dem Zug sowie eine Tageskarte für das Skigebiet Garmisch Classic eingeschlossen. Damit kostet die gesamte Zugfahrt für einen Erwachsenen gerade mal 6 Euro. Wer höher hinaus will, kann für 48 beziehungsweise 39 Euro auf die Zugspitze - mit einmal Umsteigen am Hausberg.

Zu Beginn des Projekts gab es auch einen „Express“, der die Wintersportler am frühen Nachmittag gesammelt zurück nach München brachte; die Reisenden nahmen dieses Angebot allerdings kaum an. Deswegen haben ihn DB und BZB gestrichen. Nun ist es möglich, mit jedem Regionalzug heimzufahren. Dazu können die Gäste bequem mit der Zugspitzbahn oder dem Skibus zum Bahnhof und von dort mit dem Regionalzug zeitlich völlig ungebunden reisen.

Allein in dieser Saison - und die hat wegen schlechter Bedingungen erst am 17. Dezember begonnen - rechnen die Verantwortlichen mit über 10.000 verkauften Kombitickets. „Das bedeutet eine Steigerung von 100 Prozent“, sagt Schanda.

Maren Bürmann

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