Planen das Silva Mountain Berghotel (v.l.): Bernd Bortenlänger (Projektkoordinator), Ulrich Franzky (Hotelinvestor), Sabine Gschwendtner (Assistentin der Geschäftsleitung) und Katharina Sörgel (Marketing).
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Planen das Silva Mountain Berghotel (v.l.): Bernd Bortenlänger (Projektkoordinator), Ulrich Franzky (Hotelinvestor), Sabine Gschwendtner (Assistentin der Geschäftsleitung) und Katharina Sörgel (Marketing).

Felsbrocken ist dreimal so groß wie vermutet

Berghotel Silva Mountain: Böse Überraschung im Boden aufgetaucht

Berghotel Silva Mountain in Mittenwald: Ein mächtig großer Gesteinsbrocken behindert die Bauarbeiten und muss nun weggesprengt werden. Hotelinvestor Ulrich Franzky räumt mit Gerüchten auf.

Mittenwald – Ab sofort dreht sich auf der Baustelle am ehemaligen Hotel Latscheneck am Kaffeefeld mehr denn je alles um den felsigen Untergrund. Dieser macht nämlich dem Investor und der Baufirma gehörig zu schaffen. Ein riesiger Gesteinsbrocken ist im Boden entdeckt worden, der nun zeitlich den Bau des neuen Berghotels Silva Mountain verzögert und die Kosten erhöht. Nichtsdestotrotz ist Investor Ulrich Franzky guter Dinge und räumt mit einem Gerücht auf, das hartnäckig in Mittenwald die Runde macht: die Luxusherberge wird trotzdem gebaut.

Schon kurz nach dem Spatenstich im Sommer 2019 hatten erste Bohrungen Probleme bereitet. Ein Bodengutachten der Firma „GHB Consult“ aus Starnberg bewertete deshalb die Lage neu. Die Befürchtungen bestätigten sich: Der Aushub und die Gründung bringt einen umfangreicheren Aufwand mit sich als zunächst angenommen.

Der Fels im vorderen Teil des Grundstücks ist dreimal so groß als vermutet

Gewissheit hatte Franzky dann erst im April dieses Jahres. Die italienische Baufirma Rizzani de Eccher aus Udine hat mit lokalen Unternehmen auf dem Gelände am Kaffeefeld mit den ersten Aushub-Arbeiten begonnen. Sie stellten fest, dass der Fels im vorderen Teil des Baugrundstücks sogar „dreimal so groß“ sein könnte, als bislang vermutet, sagt Franzky. Von welcher Dimension genau, kann er noch nicht sagen. Die Berechnungen laufen erst. Doch so viel steht fest: der Gesteinsbrocken muss weggesprengt werden.

„Wir hätten den Felsen weiter hinten zur Festigung des Untergrundes gebraucht und nicht im vorderen Teil“, hadert Franzky mit dieser neuen Situation. Weiterhin kam es zu Umplanungen, die mittlerweile das Landratsamt genehmigt hat. Summasummarum erhöhen sich damit die Kosten von veranschlagten 15 auf 20 Millionen Euro.

Wir hätten den Felsen weiter hinten zur Festigung des Untergrunds gebraucht und nicht im vorderen Teil.

Ulrich Franzky, Hotelinvestor

Der Investor hat deshalb unmittelbar das Münchner Unternehmen „Vitzthum Projektmanagement“ als Projektsteuerer beauftragt, in der heiklen Sache zu unterstützen. Die Qualitätssicherung wird in Zusammenarbeit mit der Firma IG Maurer aus Stockdorf übernommen. „Das ambitionierte Projekt hat einen großen Stellenwert“, sagt Bernd Bortenlänger, Prokurist bei Vitzthum. „Der Investor ist mit der gebotenen Vorsicht, aber auch mit viel Herzblut dabei“, lobt er. „Deshalb sind die fünf Millionen Euro Etat-Erhöhung zwar viel Geld, aber bei diesem Vier-Sterne-Superior-Hotel auch gut investiert.“

Der Koordinator ist nun persönlich vor Ort, um die neuen Abläufe und Lösungen mit allen Beteiligten abzusprechen. „Zwischen Baugenehmigung und -beginn gibt es immer viele unwägbare Situationen“, sagt Bortenlänger aus eigener Erfahrung. „Trotz dieser aufgetretenen Verzögerungen wollen wir das Hotelprojekt doch in einer ordentlichen Zeit beenden.“

Bis zum Jahresende sollten dann schon wesentliche Bauteile des Hotels erkennbar sein.

Bernd Bortenlänger, Projektkoordinator und Prokurist

Wann das soweit ist, bleibt zunächst offen. Zuerst müssen noch viele Fragen rund um die Baustelle beantwortet werden. Der Münchner Prokurist koordiniert nun im Namen des Investors alle Absprachen mit dem italienischen General-Unternehmer. Der wiederum ist für die Absprachen mit den Sub-Unternehmern verantwortlich, die er für die Bauausführung braucht.

Untätig war man trotzdem nicht. Unter anderem wegen der ausgiebigen Regenfälle in den vergangenen Tagen installierte die Baufirma eine Ableitung für das Oberflächenwasser. Dieses sammelt sich nun in einem kleinen Becken und wird über die Zufahrtsstraße in Richtung Parkplatz Kranzberg-Sessellift abgeleitet. „Bis zum Jahresende“, prognostiziert Bortenlänger, „sollten dann schon wesentliche Bauteile des Hotels erkennbar sein.“ Von Wolfgang Kunz

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