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Tierische Momente: Hunderte von Schafe bahnen sich an der Pfarrkirche den Weg Richtung Gries. Gemeinde-Hirte Peppi Hornsteiner (mit Hund) und seine freiwilligen Helfer genießen den Empfang mit vielen Schaulustigen.

Almabtrieb in Mittenwald

Aus 440 werden 500: Schafe zurück im Tal

Mittenwald - 440 Schafe zogen im Frühjahr auf die Bergweide. Fleißig haben sie sich auf der Alm vermehrt. Bei ihrer Rückkehr in Mittenwald ist die Herde auf 500 angewachsen.

Almmeister Thomas Frank muss lachen, denkt er an die Vergangenheit zurück. „Vor 20 Jahren sind wir noch alleine mit den Schafen durch den Ort gegangen“, erinnert er sich. Damals hätten eigentlich nur die zugeschaut, deren Tiere in der Obhut der Schaferer waren. Im Gegensatz zu heute.

Mehrere tausend Schaulustige waren am Samstag bereits früh am Morgen in Mittenwald eingetroffen, um sich einen guten Platz an der Pfarrkirche und deren Peripherie zu ergattern. Gegen 11 Uhr sollten schließlich hunderte der blökenden Vierbeiner durch den Ort getrieben werden. Doch Tier bleibt eben Tier. Einige Schafe fanden unterhalb der Hochlandhütte noch einen saftigen Fleck Grün zum Grasen – versteckt vor den Augen ihrer Hirten, wodurch sich der Abtrieb ein wenig verspätete.

Gegen Mittag war es soweit: Über 500 Schafe zogen durch den Ort. Allen voran leitete Gemeinde-Hirte Josef Hornsteiner (Zäigl-Peppi) die tierische Schar. Über die Gröblalm ging es dann zum Schafstadl, wo der Hirte mit zahlreichen Freiwilligen vorerst Einkehr machte. „Ganz viele junge Helfer hatten wir heuer dabei“, berichtet Hornsteiner erfreut. Ohne die „ginge es nicht“, da ist sich der Zäigl-Peppi sicher.

Am Sonntag wurden ab 8 Uhr morgens die Schafe an ihre insgesamt 40 Eigentümer verteilt. „19 Stück fehlen noch“, erklärt Almmeister Frank. Doch wo sind sie? „Die tauchen sicher die Tage auf.“ Die Wirtsleute der Dammkar- und Hochlandhütte, wo die Schafe zuletzt grasten, wissen Bescheid „und melden sofort, wenn ein Schaf bei ihnen auftaucht“.

Auch Kurgäste und Einheimischen leisten jährlich bei der Suche nach vermissten Tieren einen wertvollen Beitrag. „Da melden sich immer viele, wenn sie irgendwo in den Bergen herrenlose Schafe entdecken.“ Bleibt nur zu hoffen, das dies auch heuer wieder der Fall sein wird und alle gesund und munter zu ihren Besitzern zurückkehren können.

Sicher ist, dass zwei Schafe das nicht mehr tun werden. „Ein kleines Lamm hat ein Adler geholt“, bestätigt Frank. „Bei einem weiteren Todesfall sind wir uns noch nicht ganz sicher, was der Grund war.“ Aber so sei eben die Natur. „So etwas lässt sich leider nicht vermeiden in den Bergen.“ Dennoch ist er zufrieden mit der Statistik 2016. Die Tiere wurden allesamt am Wochenende am Schafstadl entwurmt. Doch Krankheiten gibt es zum Glück selten. Lediglich die Moderhinke macht den Besitzern weiterhin zu schaffen. Die Klauenkrankheit ist ansteckend und bei Schafen weit verbreitet.

Den Sommer verbrachten die Mittenwalder Bergschafe seit dem 24. Juni nahe der Rehbergalm und im Dammkar. Von Naturgewalten ist man glücklicherweise verschont geblieben, wie Hirte Josef Hornsteiner erzählt. Und dass der Abtrieb mit rund 30 Helfern so reibungslos verlaufen ist, freut ihn ganz besonders. Zudem waren diesmal acht Rösser nahe der Rehbergalm zu hüten, die sich „prächtig mit den Schafen verstanden“.

Nun verbringen die Vierbeiner den Winter im heimischen Stall, ehe es im Frühjahr wieder hinauf geht.

Josef Hornsteiner

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