+

24 Stunden am Fricken gefangen

Bergwacht rettet Mann aus Höhle

  • schließen

Farchant – Den Ausgang ins Freie versperrte ihm plötzlich Wasser: Fast 24 Stunden war ein 57-Jähriger in eine Höhle am Fricken eingeschlossen. Spezialisten der Bergwacht konnten den Wanderer am Montagnachmittag nach einer aufwändigen Aktion retten.

Der 57-Jährige gilt als erfahrener Höhlenwanderer. Deshalb war es nichts Besonderes, dass er seine Frau am Sonntagnachmittag alleine von einer Wanderung am Fricken östlich von Farchant nach Hause schickte – er wollte wieder eine Nacht in der Frickenhöhle auf rund 1258 Metern verbringen. Und der Garmisch-Partenkirchner gilt als zuverlässig. Deshalb machte sich seine Frau auch Sorgen, als er sich am Montagmorgen noch nicht gemeldet hatte – sie alarmierte die Polizei und die Bergwacht.

Die Frickenhöhle gilt mit etwa drei Kilometern vermessenen Gängen als eine der längsten in Deutschland. Meist, erzählt der Garmisch-Partenkirchner Höhlenforscher Andreas Kaiser, würden Wanderer aber nur die ersten 300 Meter bewältigen. „Dann kommt der Schlüsselsiphon“, schildert er. Eine Stelle, an der die Decke ins Wasser abtaucht. Wer sie passieren will, muss entweder Glück haben, dass der Wasserstand niedrig ist und der Wanderer durch den Tümpel waten kann. Oder er muss das Wasser Tage vorher schon ablassen. Der 57-jährige Garmisch-Partenkirchner hatte am Sonntag zunächst Glück: Er konnte die Stelle passieren. Doch abends regnete es, Wasser drang ein – und versperrte ihm am Morgen den Weg zurück.

Unmittelbar nach der Vermisstenmeldung der Ehefrau machte sich eine Mannschaft der Bergwacht zu Fuß auf den Weg zum Eingang der Höhle. Tatsächlich entdeckten die Retter dort die Schuhe des Mannes. Nach und nach rückten speziell geschulte Retter und Taucher der Bergwachten aus Murnau und München an. Zudem schaffte ein Bundeswehr-Hubschrauber starke Pumpen und Stromerzeuger der Feuerwehr in die Berge.

Bilder: Rettungseinsatz am Fricken

Zunächst gelang es einem Taucher, zu dem Vermissten vorzudringen. „Der Mann war zwar unterkühlt, aber so weit wohlauf“, schildert Thomas Griesbeck, Sprecher der Bergwacht Bayern. Dieser Taucher blieb bei dem 57-Jährigen, während die Höhlenretter das Wasser im Siphon abpumpten. Die gute Nachricht kam dann kurz vor 15 Uhr an: Der Taucher hatte den Garmisch-Partenkirchner zum Höhleneingang bringen können – glückliches Ende einer dramatischen Rettungsaktion.

Eine Notärztin versorgte den Wanderer, ehe er mit dem Bundeswehr-Hubschrauber ins Klinikum Garmisch-Partenkirchen transportiert wurde. Bergwacht-Sprecher Griesbeck war erleichtert: „Höhlenrettungseinsätze sind extrem schwierig und gefährlich. Umso glücklicher ist es, dass der Patient gerettet werden konnte und die Zeit in der Höhle auch so gut überstanden hat.“

Matthias Holzapfel

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Erst Klaiser Post,jetzt Mittenwalder Jägerhof
Ein weiteres Traditionshaus in Mittenwald ist endgültig Geschichte: Das Hotel Jägerhof ist den schleichenden Tod gestorben. Nun hat es der erfolgreiche Unternehmer Dr. …
Erst Klaiser Post,jetzt Mittenwalder Jägerhof
Der Wahlsonntag live: Die vorläufigen Ergebnisse stehen fest - Kühn und Bachhuber gewinnen Direktmandat
Der Countdown läuft. Am Sonntag um 18 Uhr schließen die Wahllokale in Bayern. Wie der Landkreis Garmisch-Partenkirchen wählt und alle Reaktionen und News dazu, berichten …
Der Wahlsonntag live: Die vorläufigen Ergebnisse stehen fest - Kühn und Bachhuber gewinnen Direktmandat
Zugspitze: Jugendliche folgen App - mit fatalen Folgen
Zwei 14-Jährige sind am Mittwoch in Richtung Zugspitze aufgebrochen. Sie verließen sich dabei auf eine App. Mit fatalen Folgen.
Zugspitze: Jugendliche folgen App - mit fatalen Folgen
Generalvikar fordert: Stimme für die Opfer
Klare Aussagen prägten die Herbstvollversammlung des Diözesanrats der Katholiken der Erzdiözese München und Freising in Ohlstadt. Vor allem der Vorsitzende Prof. Dr. …
Generalvikar fordert: Stimme für die Opfer

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion