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Der Gasthof Stern ist der Dorf-Mittelpunkt von Unterammergau. Unzählige Feiern und Versammlungen hat diese Tradionswirtschaft in den vergangenen 25 Jahren erlebt.

Gasthof Stern: Wirtin Thea Jurdzinski hört nach 25 Jahren auf

Das Herz von Unterammergau

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Es ist der geografische und gesellschaftliche Mittelpunkt Unterammergaus: Im Gasthof Stern pulsiert das Leben. Nun hört dort die langjährige Wirtin auf, an Leonhardi ist Schluss.

Unterammergau – Es gibt sie, diese Momente, die das Herz berühren. Immer wieder in diesen Tagen wird Thea, die Wirtin vom „Stern“ in Unterammergau, auf der Straße von Einheimischen angesprochen – mit Worten wie „Es ist sehr schade, dass Du weggehst. Aber wir gönnen es Dir und können es verstehen.“ Es sind ehrlich gemeinte, aufrichtige Worte, mit einem Hauch von Wehmut. Im März kommenden Jahres werden es 25 Jahre, dass die Gastwirtin mit ihrem ersten Mann Klaus Santl in Unterammergau durchstartete: „Uns wurden damals von der Brauerei 42 Wirtschaften zur Pacht angeboten. Als wir dann den ,Stern’ in Unterammergau besichtigten, war für uns schnell klar – das ist es. Es war quasi Liebe auf den ersten Blick . . .“

Tiziana und Peter Höldrich neue Besitzer

Ein Vierteljahrhundert später trifft Dorothea Jurdzinski, Gastronomin mit Leib und Seele, die 1980 mit ihrer Familie auf abenteuerliche Art und Weise aus der DDR flüchtete, wieder eine wichtige Entscheidung. Nach längerer Suche hat sie jetzt einen Käufer für den Gasthof Stern gefunden – das Ehepaar Tiziana und Peter Höldrich aus Oberammergau: „Ich bin 66, meine Gesundheit macht einfach nicht mehr mit, ich muss aufhören. Aber leicht fällt mir der Abschied nicht. Ich bin als Kind des Ostens von Anfang an von den Unterammergauern akzeptiert und unterstützt worden. Es war eine anstrengende, aber auch eine sehr schöne Zeit.“

Am 29. Oktober, Tag des traditionellen Leonhardiritts im Dorf, hat der Stern zum letzten Mal offen. Tags darauf gibt es noch „für alle, die gerne kommen wollen“, ein kleines Abschiedsfest. Danach bricht Jurdzinski ihre Zelte im Ammertal ab und zieht zu ihrem Sohn Alexander, der ebenfalls in der Gastronomie tätig ist, nach Konstanz an den Bodensee. Ihre Gedanken, zumindest am Anfang, werden wohl immer noch in Unterammergau sein, beim „Stern“: „Es muss weitergehen, und ich bin froh, dass ich mit dem Ehepaar Höldrich gute Nachfolger gefunden habe“, versichert die 66-Jährige.

Peter Höldrich aus Oberammergau, Architekt und Städteplaner, begründet die Entscheidung zum Kauf des Gasthofs: „Wir haben etwas gesucht, wo man etwas draus machen kann, etwas mit Entwicklungspotenzial.“ Und dies treffe auf den „Stern“ absolut zu, ist sich der 54-Jährige sicher: „Das Haus hat einen wahnsinnigen Charme, die Lage passt, das Dorf gefällt mir und auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen waren okay.“ Tiziana, seine Frau, zu den Zukunftsplänen: „Wir wollen auf jeden Fall, dass der Gasthof als bayerische Wirtschaft weiter betrieben wird.“ Die neuen Besitzer sind bereits auf der Suche nach einem Betreiber. Den Saal im ersten Stock wollen die Höldrichs jedoch nicht mehr öffnen – in Ober- und Dachgeschoss sind sechs neue Wohnungen vorgesehen. Außerdem sollen die Küche und die Toilettenanlagen saniert werden.

Wiedereröffnung im Frühjahr 2018

Los geht’s mit dem Umbau bereits im November, im Frühjahr 2018 planen die künftigen Besitzer die Wiedereröffnung. Für Tiziana Höldrich – ihre Eltern führten in Oberammergau viele Jahre die Eisdiele Venezia – ist das Ganze „eine tolle, spannende Aufgabe“, ihr Ehemann Peter hofft auf die Unterstützung der Bevölkerung. Zum Beispiel bei dem Plan, in der Tenne des Stern eventuell eine Art Dorfladen einzurichten.

Angesichts des baldigen Abschieds liegt Thea Jurdzinski – immer das Wohl ihrer Gäste im Blick – noch eines am Herzen: „Ich bitte die Leute, die noch Gutscheine haben, diese bis Ende Oktober einzulösen.“ So können die Nutznießer nochmal die hervorragende, weitum geschätzte Küche im „Stern“ genießen. Wie es mehrfach sogar der künftige König von Thailand tat, wenn er Gast in diesem bayerischen Bilderbuch-Gasthof war.

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