Betreuung von Asylbewerbern

Großes Interesse an neuem Helferkreis 

Saulgrub - Gut 1000 Asylbewerber leben derzeit im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Ihnen stehen bald auch in Saulgrub ehrenamtliche Helfer zur Seite. Ein erstes Treffen stieß auf große Resonanz. 

Auf zehn Landkreisgemeinden verteilen sich aktuell rund 1000 Asylbewerber. Darunter ist auch Saulgrub, wo die Flüchtlinge im Haus Stephanie untergebracht sind. Derzeit leben hier 28 Personen. Wie in anderen Orten schließen sich auch in der Gemeinde Saulgrub interessierte Bürger zusammen, um den Hilfesuchenden aus fremden Ländern die Integration in Deutschland zu ermöglichen und diese zu verbessern. Ein erstes diesbezügliches Treffen gab es vor kurzem im Altenauer Dorfwirt – und der Zuspruch übertraf alle Erwartungen der Initiatoren.

Zu den Gründungsmitgliedern dieses Helferkreises gehören Leni Schmid, Martha Anlauf sowie Astrid und Karl Poppenwimmer. Den ersten Kontakt untereinander stellte die Gemeinde her. Nach Rücksprache mit dem Ersten Bürgermeister Rupert Speer wurde ganz kurzfristig auch ein Unterrichtsraum unter dem Kindergarten in Saulgrub zur Verfügung gestellt, wo die Freiwilligen mit dem Deutsch-Unterricht für die erwachsenen Afghanen und Syrier beginnen konnte. Mitte Dezember wurden außerdem die vier schulpflichtigen Kinder der Flüchtlinge eingeschult, zwei Kinder besuchen noch den Kindergarten in Altenau.

Relativ schnell war den Helfern freilich klar, dass die vielen notwendigen Aktivitäten von vier Personen nicht gestemmt werden können und ein größerer Helferkreis gegründet werden muss. Interessierte Bürger aus Altenau, Wurmansau und Saulgrub sowie Bürgermeister Speer und Gemeinderäte trafen sich unlängst im Dorfwirt in Altenau, um das weitere Vorgehen abzustimmen und generell auszuloten, ob überhaupt Bereitschaft zur Gründung eines offiziellen Helferkreises besteht.

Viele wichtige Informationen konnten hier Günther Sponar von der Caritas und Herr Keusch vom Helferkreis in Murnau beisteuern. Nach allgemeinen Erläuterungen zur derzeitigen Situation im Haus Stephanie in Saulgrub stellte Astrid Poppenwimmer aus Altenau, die die Organisation übernommen hat, die Möglichkeiten der Arbeit des Helferkreises vor. Jeder sei willkommen und könne seine Fähigkeiten oder Neigungen einbringen und in einem Aufgabenbereich bei der Betreuung mithelfen, sagte sie.

Überhaupt war der Zuspruch bei dieser ersten Zusammenkunft im Dorfwirt unerwartet hoch, die Resonanz übertraf alle Erwartungen. 20 Bürger trugen sich in die ausgelegte Helferliste ein.

Vorrang habe derzeit der tägliche Deutschunterricht, erläuterte Astrid Poppenwimmer. Dafür meldeten sich auf Anhieb acht Bürger(innen). Eine große Rolle spielt auch die Hausaufgabenbetreuung für die Schulkinder, die bisher von Martha Anlauf geleistet wurde. Auch hierzu meldeten sich interessierte Freiwillige. Hinzu kommen Helfer(innen), die den Fahrdienst (Arzt, Behörden) sowie Ausflüge mit den Asylbewerbern übernehmen wollen.

Wie ist nun das weitere Prozedere? Bereits Anfang Januar im nächsten Jahr soll ein gemeinsames Kennenlernen der Flüchtlinge mit den Mitgliedern des Helferkreises stattfinden. Ein öffentliches Kennenlernfest mit allen interessierten Saulgruber, Altenauer und Wurmansauer Bürgern ist dann für das Frühjahr geplant. Man will den Asylbewerbern zeigen, dass sie willkommen sind.

Rubriklistenbild: © dpa

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