25-Jährige auf der Anklagebank

Betrug: Junge Mutter aus Garmisch-Partenkirchen verurteilt

Ein Jahr Gefängnis auf Bewährung: Eine 25-Jährige hatte unter falschem Namen im Internet eingekauft und nicht bezahlt. Jetzt bekam sie für ihr Handeln die Quittung.

Garmisch-Partenkirchen – Einkäufe übers Internet sind praktisch und schnell. Wenn einem dazu das Geld fehlt und man nicht zahlt, wird man ganz flugs zum Betrüger. So erging es einer 25-jährigen Garmisch-Partenkirchnerin als sie im Herbst des vergangenen Jahres ihr zweites Kind erwartete und allerlei dafür einkaufen musste: vom Wickeltisch bis zu viel Bekleidung. Doch weil ihr dafür außer Hartz IV nur die Zuwendung einer Landesstiftung in Höhe von 1040 Euro zur Verfügung standen, sie jedoch per Internet viel mehr erwarb, ohne es zahlen zu können, saß sie jetzt auf der Anklagebank im Amtsgericht: beschuldigt des Betrugs. Denn immerhin kaufte sie auch allerlei unter einem frei erfundenen Namen, was schnell zu einem Schuldenstand von 2300 Euro führte. Das Urteil: eine Bewährungsstrafe von einem Jahr, drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, sowie 120 Stunden Sozialarbeit. Zehn Stunden Sozialarbeit pro Monat seien auch einer jungen Frau mit Kleinkind zumutbar, sagte Richter Andreas Pfisterer.

Staatsanwalt Andreas Spiegel zufolge hatte sich die Frau mit ihren Einkäufen im Herbst des vergangenen Jahres bei zwei Firmen bedient: Einem Versandunternehmen in Berlin und einem Textilladen in Garmisch-Partenkirchen. Bei Ersterem habe sie Waren im Wert von 1104 Euro, unter anderem für ihr Kind geordert und nicht bezahlt, in Garmisch-Partenkirchen benutzte sie eine ungedeckte Bankkarte, um sich allerlei Bekleidung für einige hundert Euro zu besorgen. Schließlich hatte sie erneut in Berlin bestellt. Doch weil man dort mit der jungen Frau bereits schlechte Erfahrungen hatte, wurde die Bestellung von der Firma storniert.

Mehrfacher Betrug und obendrein auch mehrfacher versuchter Betrug. Während die Frau die Taten rückhaltlos einräumte, jedoch auf ihre Notsituation verwies, sagte Verteidiger Christian Langhorst: „Es war natürlich zunächst auch sehr verlockend für sie, sich auf diese Weise mit anderem Namen das zu besorgen, was sie dringend brauchte. Doch das lief ihr dann völlig aus der Runde zumal ja die sozialen Hilfe, die sie erhielt, bei Weitem nicht reichten.“ Während der Staatsanwalt eine zwölfmonatige Bewährungsstrafe samt 120 Sozial-Arbeitsstunden beantragte, plädierte Langhorst für allenfalls acht Monate.

Richter Andreas Pfisterer hielt sich an den Antrag des Anklägers und verurteilte die Frau zu einem Jahr Freiheitsstrafe.

Wolfgang Kaiser

Rubriklistenbild: © dpa symbolbild

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Festzug zum Gaujugendfest - eine Augenweide
Brauchtum von seiner schönsten Seite erlebten am Sonntag hunderte Zuschauer beim großen Festzug durch den Ortsteil Partenkirchen. 2000 Mädchen und Buben aus den 31 …
Festzug zum Gaujugendfest - eine Augenweide
Vermutlich Brandstiftung: Zwei Autos am Marienplatz brennen 
Zwei problemlose, aber doch ungewöhnliche Einsätze hat die Feuerwehr Garmisch in der Nacht auf Samstag erlebt. Innerhalb von knapp einer Stunde löschten die Kräfte zwei …
Vermutlich Brandstiftung: Zwei Autos am Marienplatz brennen 
Falscher Schritt zurück: Wanderer stirbt
Bei einem Bergunfall ist am Freitagnachmittag ein Wanderer (76) am Herzogstand ums Leben gekommen. Er wollte einem Fahrzeug ausweichen und stürzte dabei rücklings ins …
Falscher Schritt zurück: Wanderer stirbt
Bauboom in Ohlstadt
In Ohlstadt tut sich was: Das Einheimischenmodell nimmt konkrete Formen an, das Gewerbegebiet auch. Zudem geht es beim Kommunalen Wohnungsbau voran.
Bauboom in Ohlstadt

Kommentare