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Ab dem 1. November bis voraussichtlich Mai 2017 bleibt das Pürschlinghaus geschlossen.

Massiver Befall festgestellt - Hütte den ganzen Winter über geschlossen

Pürschling: Wanzen im Schlaflager

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Unterammergau - Zum ersten Mal seit vielen Jahren bleibt der Pürschling (1566 m) heuer im Winter geschlossen. Der Grund ist eine massive Ungezieferplage durch sogenannt Bettwanzen.

Innerhalb von zehn Minuten saugen sie sich mit Blut voll, bis auf das Dreifache ihres Körpergewichts. Sie lieben menschliche Wärme und wenn es Nacht wird, verlassen sie ihre Verstecke. Bettwanzen sind wieder auf dem Vormarsch. Weltweit. Sogar in Flugzeugen und Hotels.

Jetzt hat die Alpenvereinssektion Bergland damit ein Problem, ein großes Problem – am Pürschling. Nachdem eine intensive Bekämpfung durch einen Kammerjäger nicht den gewünschten Erfolg brachte und auch andere Maßnahmen das Übel nicht beseitigen konnten, sieht der Verband nur noch einen Ausweg – nämlich die Hütte über den Winter bis Mai 2017 zuzusperren. Denn dann erfrieren und verhungern die Wanzen.

Mangelnde Hygiene ist nicht die Ursache

Stefan Schuhbauer, Vorsitzender der DAV-Sektion, beschreibt die Situation: „Die Tiere sind höchstwahrscheinlich von Übernachtungsgästen im Schlaflager eingeschleppt worden, über Rucksäcke, Schlafsäcke oder die Bekleidung. Jetzt bringen wir sie nicht mehr los. Mit fehlender Hygiene oder Reinlichkeit im täglichen Betrieb hat das Ganze aber nichts zu tun.“

Aufgekommen ist der Befall durch Bergwanderer, die am Pürschling übernachtet hatten, von den Wanzen gebissen wurden und danach über Rötungen, Schwellungen sowie Juckreiz auf der Haut klagten. Man habe die Sache von Beginn an sehr ernst genommen und auch gemeldet, sagt Hüttenwirt Hubert Spindler: „Gemerkt habe ich es durch kleine Blutflecken auf den Spanntüchern der Betten, dann hab ich die Viecher entdeckt.“

Rat bei der Bekämpfung der Wanzen hatte der DAV auch beim Gesundheitsamt Garmisch-Partenkirchen und sogar beim Umweltbundesamt eingeholt. Dort empfahl eine Expertin: „Die Hütte sollte erst wieder geöffnet werden, wenn mindestens zwei Tage lang sämtliche Ritzen und Verstecke auf minus fünf bis minus zehn Grad heruntergekühlt worden sind.“

"Schließung ist das letzte Mittel"

Sektion und Wirt gehen jetzt auf Nummer sicher und schließen den gesamten Winter. Eine mögliche Alternative, nur den Nächtigungsbetrieb einzustellen und tagsüber offen zu lassen, verwarf der Alpenverein schnell. Stefan Schuhbauer: „Dann wären die Wanzen vielleicht auf wärmere Bereiche der Hütte ausgewichen und wir hätten sie überall gehabt. Die Schließung ist das letzte Mittel.“

Hütten-Pächter Spindler steht hinter dieser Entscheidung: „Am Leonhardi-Sonntag wär traditionell sowieso mit der Saison Schluss gewesen. Jetzt bleibt die Hütt’n halt a übern Winter zua.“ Der Unterammergauer hat durch fehlende Einnahmen erhebliche finanzielle Einbußen: „Das ist zwar bitter, aber nicht zu ändern.“ Dafür kommt ihm der Alpenverein entgegen und verlangt in der Schließzeit keine Pacht.

Der Pürschling, im Winter immer ein beliebtes Rodel-, Wander- und Skitourenziel, bleibt damit zum ersten Mal seit vielen Jahren in der kalten Jahreszeit geschlossen. Sektions-Chef Schuhbauer: „Wir bekommen den massiven Befall nur über eine mehrmonatige Schließung in den Griff und werden alles tun, damit das Problem im Mai gelöst ist, denn unsere Gäste sollen sich am Berg wohlfühlen.“

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