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Abgelehnt: Am Parkplatz Forsteranger in der Nähe des Murnauer Ortszentrums werden laut Beschluss des Bauausschusses keine aufgeständerten Wohnhäuser entstehen.

Knappe Entscheidung

Grünen-Gemeinderätin scheitert mit Wohnraum-Idee

Murnau  - Eine ungewöhnliche Idee ist im Murnauer Bauausschuss behandelt worden. Der Vorstoß von Veronika Jones (Grüne), bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, fand aber keine Mehrheit.

Vorbild der Kommunalpolitikerin war ein Projekt der Landeshauptstadt München, die gegenwärtig auf dem Parkplatz des Dante-Bades ein derartiges Projekt hochzieht, das Ende des Jahres vollendet sein soll.

 „Wir haben in Murnau einige Flächen, bei denen eine Überprüfung durchaus interessant wäre“, ist sich Jones sicher. „Schließlich brauchen wir Wohnraum auch für Menschen der unteren Einkommensschichten – und vor allem schnell.“ Insbesondere die Parkflächen am Forster-anger hatte sie dabei im Visier. 

Marktbaumeister Klaus Tworek gab allerdings zu bedenken, dass bei einem solchen Vorhaben viele der vorhandenen Parkplätze wegen des privaten Verkehrs und der bei einer Wohnbebauung geforderten Stellplätze wegfielen: „Wir müssten dann vielleicht eine Tiefgarage bauen.“ Die Stadt München sei auf dem Weg, keine Stellplatzflächen mehr für Neubauten zu fordern, sagte er weiter. Aber: „In Murnau werden wir nie davon wegkommen, einen Stellplatzschlüssel zu fordern.“ Auch befinde sich der Münchner Bau in der Projektphase. 

Wohnen über Parkplätzen: Idee lasse sich nicht auf Murnau übertragen

Eine Verstädterung befürchtete Welf Probst (Freie Wähler) durch ein solches Vorhaben: „Man kann die Münchner Idee nicht auf Murnau übertragen“, war er sich sicher. Eher skeptisch gab sich gleichsam Dr. Franz Englbrecht (ÖDP/Bürgerforum): „Wir sollten erst einmal warten, bis man sich in den Städten solche Gebäude anschauen kann, und dann entscheiden, ob sie auch nach Murnau passen.“ Hohe Baukosten für eine solche Anlage sähe sein Parteikollege Stefan Lechner auf die Gemeinde zukommen: „Man bräuchte dafür sehr starke Fundamente. Das Ganze käme viel zu teuer, und wir müssten uns vom Gedanken an günstigen Wohnraum verabschieden.“ 

Johann Scherrer (CSU) hingegen sah die Idee grundsätzlich positiv, glaubte aber ebenfalls nicht an günstige Preise: „Einen billigen sozialen Wohnungsbau schaffen wir dadurch nicht.“ Durchaus angetan zeigte sich auch Ernst Ochs (SPD), der sich für eine Überprüfung der Machbarkeit durch einen Experten einsetzte. Auch Alexander Weinhart (Mehr bewegen) fand den Vorschlag interessant. 

Veronika Jones: "Hätte mir mehr Mut gewünscht"

Für eine Überprüfung votierten Jones, Scherrer, Weinhart, Ochs und Josef Gramer (CSU), die Mehrheit nebst Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) dagegen. „Ich hätte mir mehr Mut gewünscht“, bedauerte Jones diese Entscheidung gegenüber dem Tagblatt, „warum muss man immer warten, bis entsprechende Beispiele fertig sind. Wir könnten doch auch einmal Vorreiter sein."

Heino Herpen

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