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Ein Millionen-Projekt: Der Neubau der Eibsee-Seilbahn beschäftigt die Vorstände Bayerischen Zugspitzbahn auch in diesem Jahr.

Bilanz der Bayerischen Zugspitzbahn

Umsatzplus von 2,9 Millionen Euro

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Garmisch-Partenkirchen - Der Neubau der Eibsee-Seilbahn ist das prägende Thema bei der Bayerischen Zugspitzbahn – und bleibt es auch weiterhin. Wie wichtig dieses Projekt ist, zeigte sich im Sommer und zum Jahreswechsel, in denen die alten Anlagen wieder einmal an ihre Kapazitätsgrenzen stießen.

Das Geschick des Unternehmens haben die Mitarbeiter der Bayerischen Zugspitzbahn (BZB) nur bedingt in Händen. Ihre Leistung kann noch so gut sein, die technischen Voraussetzungen noch so perfekt – ausschlaggebend für den Erfolg ist das Wetter. Und das hat dem Team in der Saison 2014/15 wieder ziemlich zu schaffen gemacht. Der späte Wintereinbruch, ein stürmischer Januar und ein verregneter Mai hätten BZB-Vorstand Matthias Stauch, der beim Bilanzgespräch im Garmisch-Partenkirchner Rathaus mit der Aufsichtsratsvorsitzenden und Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) die Zahlen präsentierte, das Ergebnis getrübt.

Dem gegenüber stehen ein hervorragender Februar mit vielen sonnigen Tagen während der Faschingsferien, gute Bedingungen an Ostern und vor allem Sommermonate, „in denen wir an unsere Kapazitätsgrenzen gestoßen sind“. Im Schnitt bis 19 Uhr verkehrten insbesondere die Bahnen auf Deutschlands höchsten Gipfel, um alle Ausflügler wieder sicher ins Tal zu befördern. Somit lautet Stauchs Gesamtbilanz: „Der positive Ergebnistrend setzt sich fort.“ Das macht der Kaufmann auch an Zahlen fest. Mit 37,6 Millionen Euro verzeichnete das Unternehmen 2,9 Millionen Euro mehr Umsatz als im Vorjahr.

Der Neubau der Eibsee-Seilbahn, die ab Dezember 2017 laufen und langen Wartezeiten ein Ende bereiten soll, war in diesem Geschäftsjahr das prägende Thema. Ein Höhepunkt sei sicher die Montage des Baukrans auf knapp 3000 Metern Höhe gewesen, meint Stauch. Bis Ende Oktober standen dann der Felsabtrag im nördlichen Baufeld samt Sprengarbeiten auf dem Plan. Zudem begannen die Bauarbeiter, die Fundamente der künftigen Tragseiltürme zu betonieren. Was ihn und auch seine Kollegen immer wieder verblüfft, ist, welch enormes Interesse Deutschlands höchste Baustelle hervorruft. „Den Mitarbeitern werden regelrecht Löcher in den Bauch gefragt“, erzählt er. Um den Wissensdurst der Gäste zu stillen, werden somit alle BZB-Kräfte ständig auf den aktuellen Stand der Arbeiten gebracht. Derzeit passiert am Gipfel wenig, Baufelder und die Materialseilbahn wurden nun winterfest gemacht.

Schon jetzt ist Stauch aber klar, dass dieses 50-Millionen-Euro-Projekt auch weiterhin alle Seiten intensiv beschäftigen wird. Das Geld für dieses Unterfangen findet sich unter Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, das heißt der Gemeindewerke Garmisch-Partenkirchen, die 100 Prozent der BZB-Aktien halten, in Höhe von 23,9 Millionen Euro in der Bilanz wieder. 5 Millionen Euro davon beträfen bereits die neue Anlage, der Rest, den die Werke schon bei Kreditinstituten aufgenommen haben (wir berichteten), fließt peu à peu an die BZB und wird von der wiederum an das Kommunalunternehmen zurückgezahlt.

Wie sinnvoll diese Investition ist, zeigte sich einmal mehr im vergangenen Sommer. Aber auch zum Jahreswechsel standen Stauch und sein Team vor dem Dilemma, dass sie an zwei Tagen bereits um 13 Uhr den Kartenverkauf an der Talstation einstellen mussten. „Das war nötig, um die etwa 6000 Leute auch wieder runterzubringen“, erklärt Stauch. Mit Getränken und Imbiss, die sogar im Treppenhaus angeboten wurden, hielten die Mitarbeiter die Gäste bei Laune. Trotzdem dauerte es bis zu eineinhalb Stunden, ehe sie per Seil- und später nur noch per Zahnradbahn befördert wurden. „Mit der neuen Bahn ist damit Schluss“, unterstreicht der kaufmännische Vorstand. Ab Dezember 2017 „können wir zusätzlich 2000 Menschen transportieren.“

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