Bezirksmusikfest Mittenwald
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Dunkle Wolken hängen über dem Karwendel, ein paar Regentropfen rieseln vom Himmel. Doch das Glück ist auf Seiten der Teilnehmer des 22. Bezirksmusikfests in Mittenwald.
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Dunkle Wolken hängen über dem Karwendel, ein paar Regentropfen rieseln vom Himmel. Doch das Glück ist auf Seiten der Teilnehmer des 22. Bezirksmusikfests in Mittenwald.
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5000 Besucher verfolgen das Spektakel

Bilder: So war das Bezirksmusikfest in Mittenwald

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Mittenwald - Dunkle Wolken hängen über dem Karwendel, ein paar Regentropfen rieseln vom Himmel. Doch das Glück ist auf Seiten der Teilnehmer des 22. Bezirksmusikfests in Mittenwald.

Pünktlich zum großen Umzug bahnt sich die Sonne ihren Weg durch die Gewitterwolken. 5000 Zuschauer verfolgen das Spektakel.

„Hallo“, ruft Veronika in die Menge, in die tierische Menge. Gerade ziehen ein paar Kühe mit prächtigem Kopfschmuck an ihr vorbei. Die sind fast so fesch herausgeputzt wie sie selbst. In seinem türkis-blauen Dirndl mit weißen Rüschensocken und pinkfarbenden Haarspangen macht es sich das blonde Madl auf einem Bierfass-Stehtisch gemütlich. Mama Hannelore, Papa Peter, Oma Lisa, Opa Toni Fütterer und sie müssen natürlich mit dabei sein, wenn in ihrer Heimat, in Mittenwald, der große Festzug des 22. Bezirksmusikfests von Ober- und Niederbayern durch die Straßen zieht.

Und was die Dreieinhalb-Jährige und die 5000 Zuschauer alles zu sehen bekommen, ist enorm: 29 Musikkapellen und Trommlerzüge marschieren mit. „Insgesamt sind es 47 Zugnummern“, sagt Florian Lipp, Vorsitzender des Ausrichter-Vereins, der Musikkapelle Mittenwald. Sie feiert gleichzeitig ihr 135-jähriges Bestehen. Von Feuerschluckern des Bozener Markts, über Kutschen mit mächtigen Rössern, Frauen in der Alten Tracht bis hin zum Wiesmahd-Wagen – Mittenwald präsentiert sich nach dem Gautrachtenfest vor zwei Wochen erneut als Hüter des Brauchtums.

Auf einem der Gefährte stehen in einem Stall zwei Ziegen. Veronika springt von ihrem Logenplatz auf. Das muss sie genauer anschauen. Da sind die appetitlichen Pommes, mit denen sie sich stärkt, plötzlich Nebensache. „Auf Wiedersehen, ihr lieben Ziegen!“ Die goldige Mittenwalderin ist eindeutig Fan von den tierischen Mitwirkenden. Die Musik mag sie eigentlich gar nicht so, erzählt die Mama. Gemerkt hat das keiner. Immer wieder klatscht Veronika mit, dirigiert oder deutet mit dem Finger auf bekannte Teilnehmer – auf ihre Taufpatin, ihre Cousins und Cousinen. Die winken brav zurück.

So schön Veronika den Zug mit den Männern und Frauen in der Tracht findet, die vielen Eindrücke machen die Augen müde. Sie kuschelt sich an die Mama und den Papa, sie schunkeln ein bisschen, ehe es nach Hause geht. Veronika ist geschafft. Seit 8.30 Uhr ist die Familie unterwegs, um Marschmusikwettbewerb und Massenchor zu erleben. Ins Bierzelt, da geht’s heute nicht mehr hin – und das obwohl die junge Mittenwalderin immer schon vorschläft, damit sie es abends länger aushält.

Dort an einer der Bierbänke sitzt dagegen Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) – das Orakel. Denn als im Vorfeld dunkle Gewitterwolken über Mittenwald aufzogen, der Wind blies und erste Regentropfen fielen, blieb er optimistisch. „Ich hab’ extra einen Regenschirm mitgenommen“, sagt er. „Immer wenn ich den dabei hab’, regnet es nicht.“ Er hatte recht. Die Sonne drückte durch die Wolkendecke. „Das Glück ist mit den Fleißigen“, sagt Vorsitzender Lipp. Also mit den Mittenwaldern.

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