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Busstop an der Weindorfer Straße: Die weiße Linie sollten Schüler nicht überschreiten.

Gedrängel der Schüler

Sicherheitsprobleme an der Schulbushaltestelle

Murnau - An der Bushaltestelle in der Weindorfer Straße in Murnau kommt es immer wieder zu Gedrängel. Das ist nicht ungefährlich. Der RVO will zusammen mit dem Gymnasium und der Realschule gegensteuern.

Dienstagmittag, 13 Uhr. Aus dem Murnauer Gymnasium und der Realschule strömen hunderte Schüler zur Bushaltestelle an der Weindorfer Straße. Beim Einsteigen gibt es keine größeren Probleme. 

Es sind allerdings auch einige Mitarbeiter des Regionalverkehrs Oberbayern GmbH (RVO) sowie Josef Holzmann, Direktor des Staffelsee-Gymnasiums, sowie sein Vertreter Stefan Kohler vor Ort, um die Situation zu beobachten. Es gibt nämlich eine Neuerung. Die Schüler sollen/dürfen eine frisch am Bordstein gezogene weiße Linie nicht überschreiten. Kinder hatten immer wieder gedrängelt und sich und andere damit in Gefahr gebracht. Oberstudiendirektor Josef Holzmann sprach im März in einer E-Mail an Eltern und Schüler von einer „dramatischen Sicherheitsproblematik“. „Ab sofort kein Drängeln mehr: Das wäre das Allerwichtigste“, appellierte der Leiter des Gymnasiums. Zuvor war die Sache mehrfach mit den zuständigen Stellen des RVO durchdiskutiert worden. Im Februar gab es ein Krisengespräch, zu dem auch Realschulleiter Ralf Havelka erschien. 

Die Verantwortlichen unternahmen bereits mehrere Schritte. So fand vor den Osterferien an beiden Bildungseinrichtungen in fünften, sechsten und siebten Klassen eine so genannte Busschule statt. Dabei erklärte RVO-Mitarbeiter Ulrich Kranz den Schülern, wie man sich richtig verhält, und sensibilisierte sie für Gefahren. „Das hat definitiv gefruchtet“, ist er überzeugt. Man führe auch Einzelgespräche mit Schülern, die durch starkes Drängeln auffallen. Holzmann überlegt, die Busschule auch in höheren Klassen durchzuführen. 

Am Montag ließ nun die Marktgemeinde Murnau eine weiße Linie am Bordstein markieren. Diese dürfen die Schüler nicht überschreiten. Tun sie es doch, kann es sein, dass der Busfahrer nicht hält, sondern nochmal eine Runde dreht. Dadurch kommen die Kinder natürlich später nach Hause, was weder in ihrem Sinne noch in dem der Eltern sein dürfte. Holzmann sieht die weiße Linie als „Signal“, das deutlich machen soll: „Leute, so geht es nicht.“ Bei unverbesserlichen Dränglern schließt der Direktor nicht aus, die Busfahrkarte einzuziehen. Der Großteil der Schüler sei ohnehin „relativ vernünftig“. 

RVO-Disponent Lothar Anzengruber kennt die Problematik an der Weindorfer Straße zu genüge. „Mal schauen, ob sich die Kinder an die neuen Spielregeln halten.“ Er selber ist skeptisch, verspricht sich nicht viel von der weißen Linie. Anzengruber hält Gitter, wie es sie zum Beispiel in Schongau und Weilheim gibt, für sinnvoller. Der RVO-Mitarbeiter hat festgestellt: „Schüler sind beratungsresistent.“ Er verweist darauf, dass es in den Bussen auch Stehplätze gibt. Das Problem sei: „Der Schüler will einen Sitzplatz, er will nicht stehen.“ 

Anzengruber steigt am Dienstagmittag auch in die Busse und spricht zu den Schülern. Die weiße Linie sei „keine Schikane“, sie diene der Sicherheit, teilt er den Fahrgästen mit. Dann erzählt er noch die Geschichte, bei der in Herrsching ein Kind von einem Bus angefahren wurde. „Das wollen wir vermeiden.“ Er verteilt auch ein kleines Lob. „Heute hat es einigermaßen funktioniert.“ Ob es weiter klappt, wollen RVO-Mitarbeiter im Rest der Woche und auch danach persönlich prüfen. Realschulleiter Ralf Havelka findet die Initative des RVO „sehr gut. Sollte etwas passieren, würden sich alle Beteiligten große Vorwürfe machen. Das wollen wir verhindern."

Roland Lory

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