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Stiftungsvorsitzender Frithjof Finkbeiner (r.) und die Plant-for-the-planet Botschafter Julian (l.) und Christoph stellen den Besuchern den Bürgerbahnhof vor. 

Uffinger Bürgerbahnhof als Zentrum der Nachhaltigkeit 

Blauer Bahnhof wird zum grünen Musterhaus

Uffing – Mit dem Ziel, das historische Gebäude des 130 Jahre alten Uffinger Bahnhofs in ein Zentrum für Nachhaltigkeit zu verwandeln, hat die Familie Finkbeiner aus Pähl Ende 2012 den Kaufvertrag abgeschlossen. Es folgte eine aufwändige Sanierung in ein energetisch hochmodernes Plus-Energie-Haus. 650 000 Euro flossen in das Projekt, das als Sitz der Kinder- und Jugendstiftung Plant for the planet dienen soll, die Felix Finkbeiner 2007 ins Leben rief. Nun konnte der in  markantem Blau gestrichene Bürgerbahnhof von Interessierten besichtigt werden.

In Kooperation mit Dr. Rudolf Nützel, dem Ersten Vorsitzenden der Bund-Naturschutz-Ortsgruppe Murnau und Umgebung hatte der Stiftungsvorsitzende Frithjof Finkbeiner zur Begehung eingeladen. Knapp 20 Besucher versammelten sich im Warteraum des Gebäudes, wo ein Bildschirm rund um die Uhr aktuelle Informationen zur Energieproduktion der Haustechnik anzeigt.

    Diese verfügt neben konsequenter Dämmung, dreifachverglasten Fenstern und Wohnraumbelüftung über mehr als 70 Solarmodule (Photovoltaik und Solarthermie) sowie eine Batterie als Stromspeicher im Keller. Außerdem wird Geothermie genutzt, um das Warmwasser für Heizung und Haushalt zu gewinnen. Das Besondere: Durch das energetisch nachhaltige Konzept wird mehr Energie erzeugt als verbraucht. Der Überschuss wird ins Netz eingespeist. So sind etwa im Außenbereich Ladeterminals für Elektro-Fahrräder und -Autos angebracht. „Das ist der erste Plus-Energie-Bahnhof in ganz Deutschland“, erklärte Finkbeiner voller Stolz.

    Das grüne Musterhaus solle die Bevölkerung für den Gedanken der Nachhaltigkeit sensibilisieren, wie der Stiftungsvorstand betont. In diesem Sinne arbeitet auch Plant for the planet. Bis 2020 rund 1000 Milliarden Bäume auf der Erde zu pflanzen, hat sich Initiator Felix Finkbeiner zum Ziel gesetzt. Dadurch soll die Klimakrise bekämpft werden, da die Bäume den für den Treibhauseffekt verantwortlichen Kohlendioxid-Ausstoß ausgleichen sollen.

    All das erläuterten die beiden Plant-for-the-planet-Botschafter Julian und Christoph den Besuchern anlässlich eines Vortrags. „Jeder Mensch müsste 150 Bäume pflanzen, dann schaffen wir es“,betonten die Buben aus Farchant und Burgrain. Hernach stellten sie sich den Fragen der Gäste. Diese konnten zum Abschluss mit Frithjof Finkbeiner das Gebäude besichtigen. Dort sind 330 Quadratmeter an Büroräumen ausgebaut, die voraussichtlich im Sommer diesen Jahres bezogen werden können. „Das bisherige Büro in Tutzing platzt aus allen Nähten und soll nach dem Bezug in Uffing nur noch als Zweigstelle dienen“, so der Bauherr. Bis dahin sind es nur noch wenige Schritte. Die Grundsanierung ist abgeschlossen und hat sich zur Freude der Familie Finkbeiner im einst anvisierten finanziellen Rahmen gehalten. Unterstützung gab es bereits von der Gemeinde Murnau – und auch Uffing steuert monatlich 500 Euro für den Unterhalt des öffentlichen Warteraums bei.

Constanze Wilz

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