Großes Fest auf 1052 Metern Höhe: Pfarrer Karl Hofherr (M.) weiht im Beisein zahlreicher Bauern und Festgäste die neue Bockhütte der Partenkirchner Weidegenossen im Reintal. foto: Kaiser

Bockhütte erstrahlt in neuem Glanz

Garmisch-Partenkirchen - Der desolate Zustand der Holzhütte gehört der Vergangenheit an. Die Partenkirchner Weidegenossen setzen im Reintal nun auf moderne Energieversorgung und biologische Kleinkläranlage.

„Dort wo der Adler haust...“ erklang es festlich von den Bläsern der Musikkapelle. Unabhängig davon, ob dort auch ein Adler haust - die Bockhütte weit hinten im Reintal zwischen Partenkirchen und Zugspitze ist schon seit jeher eine höchst idyllische Alm. Nachdem die 1932 aufgestellte Holzhütte seit langem in ziemlich desolatem Zustand war, ließ die Partenkirchner Weidegenossenschaft diese jetzt in einjähriger mühsamer Arbeit neu entstehen. Trotz leise strömenden Regens fand im Beisein zahlreicher Almbauern und einiger Ehrengäste die feierliche Weihe durch Pfarrer Karl Hofherr statt.

"Ohne Almbauern und Weidegenossen geht es im Werdenfelser Land einfach nicht“, erklärte Landrat Kühn, „schließlich sorgen sie seit jeher für die naturgerechte Bewirtschaftung der Gebirgslandschaft.“ Auch der Vorsitzende des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern, Georg Mair, war auf 1052 Meter Höhe gewandert und betonte, dass es nur durchs Aufrechterhalten der Almen möglich sei, die letzten verbliebenen offenen Flächen zu bewirtschaften. Schwer genug hätten es die Partenkirchner Weidegenossen ja gehabt: „2005 begann die Planung, dann das Genehmigungsverfahren der Naturschutzbehörden und erst im letzten Jahr konnte der Bau starten.“ Als Vertreter der Marktgemeinde und des Forsts gratulierte Walter Echter (CSB) den Partenkirchnern: Es sei durchaus zweckmäßig, die alte Hütte in der Nähe wieder aufzustellen, sagte er schmunzelnd. „Das zeigt am besten, wie dringend notwendig der Neubau war.“

Die Bockhütte, eine von vier Partenkirchner Almen, wurde auf die klassische heimische Art gebaut - aus Ziegel, Zement und viel Holz. „Einerseits galt es“, verdeutlichte Weidegenossenschafts-Vorsitzender Matthias Grasegger, „der Hirtenfamilie Karl und Annemie Wörndle mit ihren beiden Kindern eine menschenwürdige Unterkunft zu ermöglichen, andererseits brauchten wir auch Lagerraum, wollten eine moderne Energieversorgung und eine zeitgemäße biologische Kleinkläranlage.“ Nach den Plänen von Architekt Sepp Gansler führten heimische Firmen, unterstützt von engagierten Partenkirchnern, den Bau aus.

Die neue Hütte hat einen Keller, in dem auch die Batterien für die nachhaltigen Energieerzeuger - Photovoltaik auf dem Dach und kleine Stromturbinen in der Partnach - untergebracht sind. Im Erdgeschoss ist die große Gaststube zur Verköstigung der vielen Wanderer und Bergsteiger, daneben die Küche und ein Bad für die Hirtenfamilie Wörndle. Außerdem: Eine moderne Toilettenanlage, die auch für die Spaziergänger von außen zu benützen ist. Im Obergeschoss sind weitere Lagermöglichkeiten vorhanden.

Wolfgang Kaiser

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