„Das Herz pocht“: Bei (v. l.) Andreas und Georg Sailer steigt das Lampenfieber. foto: schandl

Bozner Markt: Feuertaufe für jungen Dramaturgen

Mittenwald - Noch wenige Wochen, dann startet in Mittenwald der Bozner Markt. Eröffnet wird er mit einem historischen Bühnenstück von Andreas Sailer.

An die mächtigen Männer von einst erinnert heute noch so manche Burg, Bronzestatue oder berüchtigter Beutezug. Andere sind auf Leinwand verewigt oder werden in Opern und Dramen auf der Bühne lebendig. Erzherzog Sigmund, der 1446 bis zu seinem Tode 1496 in Tirol herrschte, ist so einer. 1487 führte er einen Angriffskrieg gegen Venedig - ein historischer Stoff, an den Andreas Sailer nun die Handlung des Theaterstücks anlehnte, das bei der offiziellen Eröffnung des Bozner Marktes am 3. August aufgeführt wird.

„1487 - Wie die Venezianer nach Mittenwald kamen“ lautet der Titel des Stücks und erzählt die Geschichte, wie die Marktgemeinde Warenumschlagplatz zwischen Augsburg und Venedig wurde - wenngleich sich Sailer nicht nur an geschichtlichen Fakten orientierte, sondern zugleich seiner Fantasie freien Lauf ließ. „Es gibt nur drei Personen, die historisch belegt sind“, erzählt der 25-Jährige. Neben Herzog Sigmund sind dies eine Herzogin sowie Graf Gaudenz. „Ein zweifelhafter Charakter, der Intrigen einfädelt und den Krieg anzettelt“, erzählt der Dramaturg. Vieles andere hingegen sei frei erfunden, versichert der Isartaler, der derzeit an der Universität Innsbruck einen Master in Biologie absolviert. Ein Naturwissenschaftler mit kreativer Ader, der bereits 2007 ein Theaterstück für die Stelzengeher geschrieben hatte. Nach dem Tod von Zeno Bierling kam die Gemeinde dann auf ihn zu. „Im Großen und Ganzen ist es mir leicht gefallen“, bilanziert Sailer über den Prozess des Schreibens. Wobei ihn besonders die Zugfahrt zur Uni zu inspirieren schien. „Da ist mir vieles eingefallen.“

Das Stück, bei dem „viel für Auge und Ohr geboten wird“, zeigt, wie das Ambiente zu jenem Zeitpunkt war, als der Markt verlegt wurde, wobei Sailer zudem Wert darauf legte, auch den Konflikt zwischen Tirol und Venedig herauszuarbeiten. So spielt das Stück an drei Orten: In Bozen, Innsbruck und Mittenwald, die mit Hilfe von Wappen verbildlicht werden sollen. „Ansonsten wird das Bühnenbild eher schlicht gehalten“, verrät Sailer, der sogar Bürgermeister Adolf Hornsteiner eine kleine Rolle zugeteilt hat.

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