Im Kleinen Theater in Oberammergau sind die Zuhörer begeistert. foto: schauer

Vom Brettl-Fieber gepackt

Oberammergau - Ammergauer Musik-Nacht präsentiert unterschiedliche Künstler in zwölf Lokalitäten - Publikum ist begeistert.

Gutgelaunte Menschen, wohin das Auge reicht: Sie tanzen, ratschen und singen lauthals mit - die Besucher der zweiten Auflage der Ammergauer-Brettl-Nacht wurden von einem Virus infiziert. Das Brettl-Fieber erwischte unweigerlich jeden und breitete sich in rasantem Tempo aus. Doch warum war die Ansteckungsgefahr so hoch? Ganz einfach. Der Veranstalter Holiday Event bewies bei der Auswahl der Künstler wieder einmal ein geschicktes Händchen. Nur einen Wermutstropfen gibt es heuer. Denn obwohl das Wetter besser mitspielte als bei der Premiere im vergangenen Jahr, kamen deutlich weniger Gäste zu dem Musik- und Kabarettfestival.„Ein bisschen enttäuscht bin ich schon darüber“, sagt Organisator Rupert Reggel. Wie viele Karten verkauft wurden, kann er noch nicht beziffern, aber die 900-Marke vom letzten Jahr wurde definitiv nicht überschritten.

Macht aber auch nichts. Die Stimmung in allen zwölf Lokalitäten war prächtig. „Die Leute, die da waren, haben gejubelt“, schildert Reggel. Deshalb möchte er auch in Zukunft nichts an dem Konzept ändern. „Das Programm war schlichtweg der Hammer.“ Damit trifft er den Nagel auf den Kopf. Neben Kabarettist Hanse Schoierer bei der Tini oder der Cover-Band „Floque & Roque“ im Kino-Café, die beide schon im vergangenen Jahr kräftig einheizten, zog der Veranstalter eine breite Palette von Brettl-Debütanten an Land. „Wir hatten 80 Prozent neue dabei.“ Einer davon war Nepo Fitz. Er füllte das Hotel Alte Post so, dass weitere Besucher gar nicht mehr reinkamen. Sowas hat selbst Reggel noch nie gesehen: „Weltklasse.“ Lobende Worte hat er ebenfalls für die Brettl-Newcomer „Leiwand“ beim Mühlbartl übrig, deren Qualität überragend gewesen sei. Auch die „Edelweiss Bluegrass Band“ im Gasthof Rose überzeugte mit Partykrachern von Johnny Cash oder Robbie Williams. Selbst die ausgefallene Musikanlage hielt die Garmisch-Partenkirchner Gruppe nicht davon ab. Dann halt eben ohne Mikrofon. Eine große Zukunft sagt Reggel aber vor allem der jungen Gruppe Checkstes5 voraus, die bis zum Ende im Kleinen Theater kräftig für Stimmung sorgten. „Hier ist es cool“, unterstreicht Bandmitglied Kevin Auld. Damit meinte er nicht nur die Lokalität, sondern auch das feiernde Publikum. „Wir würden jedes Jahr wieder kommen, es macht einfach Spaß.“

Ja, Spaß hatten alle. Ob jung, ob alt, ob Mann oder Frau. „Die Brettl-Nacht ist super, weil man viele Leute in allen Alterstufen trifft“, erklärte Barbara Bierprigl (46). Ähnlich sah das Sybille Nowak (63), die schon die Premiere „toll“ fand und deshalb ihre ganze Familie miteingepackt hat. Aber nicht nur die Künstler konnten sich im besten Licht präsentieren, sondern auch die Lokalitäten, wie Simon Dotzer (26) aus Murnau fand. „Ich wusste nicht, dass Oberammergau so viele gemütliche Lokale hat.“ Die Brettl-Nacht begeistert. Egal bei welchem Wetter und bei wie viel Publikum.

Manuela Schauer

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