Corona-Krise: Rettung der Lufthansa steht - Merkel ringt mit EU-Kommission um Auflagen

Corona-Krise: Rettung der Lufthansa steht - Merkel ringt mit EU-Kommission um Auflagen
Nicht alle Plätze sind gefüllt: Rund 130 Besucher – darunter einige Gemeinderäte – folgen der Diskussion. fotos (3): sehr

Bürger-Kritik zu den Kongresshaus-Plänen

Garmisch-Partenkirchen - Umzug unerwünscht: Beim Diskussionsabend gibt es viel Unterstützung für den Erhalt des Kongresshaus am Richard-Strauss-Platz.

„Ich habe das Gefühl, dass schon wieder etwas zerredet wird, bevor es überhaupt angefangen hat“: Worte, mit denen Josef Strodl einen langen Abend gut auf den Punkt gebracht hat. Von ihm kam der letzte Wortbeitrag beim Informationsabend zur Zukunft des Kongresshauses. Und seine Wortmeldung hatte es in sich. Strodl forderte Bürgermeister Thomas Schmid (CSB) auf, viel mehr Informationen und Details zu den Varianten zu liefern, die am Mittwochabend der Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Und er forderte den Gemeinderat auf, endlich wieder miteinander anstatt nur gegeneinander zu arbeiten. Ein Aufruf, für den Strodl viel Zustimmung bekommen hat.

Zwischen-Applaus gab es an dem Abend im Olympiasaal von den rund 130 Teilnehmern immer wieder. Und zwar dann, wenn jemand sich für den Erhalt des Kongresshauses am Richard-Strauss-Platz ausgesprochen hat. Sei es nun als Neubau oder in renovierter Form. „Es gibt keinen besseren Standort als den jetzigen“, sagte zum Beispiel Axel Doering (SPD).

Dass generell die Lage das Besondere an der Ist-Situation ist, bestätigte Tourismus-Chef Peter Nagel. Er machte aber zugleich deutlich, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann. Die Verantwortlichen rechnen damit, dass das marode Kongresshaus in wenigen Jahren geschlossen werden muss - aus Sicherheitsgründen, die unter anderem den Brandschutz betreffen. Das wäre Nagel zufolge „eine Katastrophe“ für den gesamten Tourismus.

Im Mittelpunkt standen also die Möglichkeiten, die die Gemeinde nun hat. Und die von Horst Hofbauer in einer Studie ausgearbeitet wurden. Darin kommt er, wie berichtet, zu dem Schluss, dass ein Umzug auf das Areal hinter dem Eissportzentrum ideal wäre. Dort könnten, finanziert von einem Investor, ein neues Kongresshaus, ein Hotel mit 200 Zimmern sowie ein Parkhaus entstehen.

Ausführungen, auf die viele Besucher mit deutlicher Kritik reagierten. Enrico Werner, hauptberuflich Oberst an der Natoschule, ging zum Beispiel sehr hart mit Hofbauer ins Gericht. Er hat eigenen Angaben nach schon über 20 Studien erstellt und kritisierte die Machart der Kongresshaus-Betrachtungen. „Das ist in meinen Augen keine Studie.“ Wichtige Elemente wie die Ausarbeitung der ausschlaggebenden Kriterien oder eine Kosten-Nutzen-Analyse würden fehlen. Mit Blick auf den Erhalt des Hauses am Richard-Strauss-Platz habe Hofbauer eine „pure Negativliste“ abgeliefert, sagte Werner, Ehemann von Claudia Krüger-Werner, Vorsitzende der Frauen-Union. „Mir kommt es hier so vor wie auf einer Verkaufsveranstaltung.“ Und: Bei der Betrachtung habe das gewünschte Ergebnis, der Umzug ans Eisstadion, wohl schon vorher festgestanden.

Hofbauer entgegnete der Kritik, dass schon genug Studien zu dem Thema vorliegen würden. Diese seien zu detailreich und hätten eine „extreme Tiefe“. „Sie sind zu umfassend.“ Der Immobilienmakler und -berater habe vielmehr den Auftrag gehabt, die Möglichkeiten aufzuzeigen. Das Ergebnis seiner Studie würde von ihm nicht favorisiert, sondern nur präsentiert.

„Sie verkaufen uns hier Mangel als Qualität“, lautete darauf die kühle Antwort von Axel Doering. Auch er fühlte sich an eine Verkaufsveranstaltung erinnert und sprach sich eindeutig für den Erhalt des Kongresshauses am Richard-Strauss-Platz aus.

Seiner These, dass dies auch der beste Standort für die Zukunft sei, widersprach Tourismus-Chef Nagel jedoch. Gegen eine Sanierung oder einen Neubau sprechen für ihn die beengten Verhältnisse am Michael-Ende-Kurpark. Dort könne in unmittelbarer Nähe kein 200-Betten-Hotel entstehen. Parkplätze würden fehlen, und zusätzliche Flächen gebe es nur, wenn es tiefer in den Park geht. „Es gibt keine Perspektiven“, sagte Nagel. Für ihn ist eine Komplett-Lösung dort nicht „realisierbar“.

Das wollte Sigrid Meierhofer von der SPD so nicht stehenlassen. Sie betonte, dass der Aspekt eines Teilabrisses bislang nicht besprochen worden sei. Ihrer Meinung nach könnte der älteste Teil des Hauses, der noch aus den 1950er Jahren stammt, durch einen neuen Anbau ergänzt werden. Sie erinnerte an die vielen Veranstaltungen, die jetzt am Richard-Strauss-Platz stattfinden. „Das jetzige Kongresshaus ist auch Bürgerhaus.“ Ein wichtiger Aspekt, der wohl auch am kommenden Montag im Mittelpunkt steht. Dann geht die Kongresshaus-Diskussion im Gemeinderat weiter.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mann trägt Tätowierung mit NS-Symbol am Arm - jetzt muss er sich dafür verantworten
Ein Tattoo mit Folgen: Gegen einen 31-Jährigen wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Grund ist seine Tätowierung.
Mann trägt Tätowierung mit NS-Symbol am Arm - jetzt muss er sich dafür verantworten
Mann (26) mit Drogen und Waffen im Zug erwischt - in seiner Wohnung stößt die Polizei auf Außergewöhnliches
Aphetamine, Marihuana, ein Messer und noch mehr haben Polizisten bei einem Sicherheitsmitarbeiter entdeckt. Auch in seiner Wohnung wurden die Beamten fündig. Und wie.
Mann (26) mit Drogen und Waffen im Zug erwischt - in seiner Wohnung stößt die Polizei auf Außergewöhnliches
Zwei Flaschen Sekt gestohlen: Mehrfach vorbestrafter Rentner muss ins Gefängnis
Ein mehrfach vorbestrafter Ammertaler (74) muss ins Gefängnis. Er hatte in Oberammergau zwei Flaschen Sekt gestohlen.
Zwei Flaschen Sekt gestohlen: Mehrfach vorbestrafter Rentner muss ins Gefängnis
Paukenschlag bei Freien Wählern: Vorsitzender Schandl tritt zurück
Führungswechsel bei den Freien Wählern in Mittenwald: Zur Überraschung vieler gibt Josef Schandl sein Amt ab. Bis auf Weiteres übernimmt Florian Lipp kommissarisch.
Paukenschlag bei Freien Wählern: Vorsitzender Schandl tritt zurück

Kommentare