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Farbe bekennen: Veronika Reindl unterschreibt in der Bahnhofsapotheke für das Bürgerbegehren.

Aktion kommt für Rathauschef nicht überraschend

Bürgerbegehren zum Karwendelbad: Unterschriftenlisten liegen aus

Mittenwald - Die Basis macht mobil im Geigenbauort. Genauer gesagt, ist es die Initiative „Karwendelbad 2020“, die dort für den zeitnahen Bau eines neuen Planschtempels eifrig auf Stimmenfang geht. Die Listen liegen seit Mittwoch in zahlreichen Geschäften, Gaststätten und Arztpraxen aus.

Es hatte sich schon während der Bürgerversammlung vor gut zwei Wochen  in der vollbesetzten TSV-Halle angedeutet: Einige Mittenwalder können und wollen sich nicht damit abfinden, dass das marode Karwendelbad am 7. November geschlossen wird. Noch schlimmer für sie: Dass auf absehbare Zeit, vielleicht auch nie, ein Ersatzbau realisiert wird. Ein Unding, findet Armin Görlich. Er und rund 15 Gleichgesinnte haben am Dienstagabend – bezeichnenderweise im Karwendelbad-Bistro – eine folgenschwere Entscheidung getroffen: „Wir machen es, es läuft“, verkündet Mitinitiator Görlich und spielt damit auf das Bürgerbegehren der Gruppe „Karwendelbad 2020“ an. Seit Mittwoch können sich die Mittenwalder in entsprechende Listen eintragen. Folgende Frage liegt dabei zugrunde:

„Sind Sie für den Neubau eines Hallenbads mit Saunabereich direkt nach Schließung des Karwendelbads am 7. November 2016 und nicht erst nach dem Verkauf des Karwendelbadgrundstücks?“

Görlich und Co. benötigen mindestens 626 Unterschriften volljähriger Mittenwalder. Damit wäre das vom Gesetzgeber geforderte Quorum von zehn Prozent der wahlberechtigten Bevölkerung (6260) erreicht. Woran Görlich überhaupt keinen Zweifel hegt. „Ich gehe davon aus, dass die Listen schnell voll sind.“ Ist dies tatsächlich geschehen, wird die Bürgerinitiative die entsprechenden Schriftstücke im Rathaus einreichen.

Gemeinderat muss über Bürgerentscheid befinden

„Dann beginnt die Uhr zu laufen“, meint Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU). Anschließend müssen er und der Marktgemeinderat binnen vier Wochen über die Zulassung eines Bürgerentscheids befinden. Falls die Entscheidung positiv ausfällt, wird dieser innerhalb der nächsten vier Monate vonstatten gehen.

Für das Mittenwalder Gemeindeoberhaupt kommt die Aktion von „Karwendelbad 2020“ nicht überraschend. „Ich kann das Ganze nachvollziehen, es ist ein sehr emotionales Thema.“ Erst am Montag hatte sich der Bürgermeister noch einmal mit Mitinitiator Görlich getroffen. Offenbar erschienen diesem die Argumente der Verwaltung nicht schlüssig. Nicht zuletzt aufgrund der Finanzlage möchte Hornsteiner aktuell nämlich kein Schwimmbad-Abenteuer eingehen, sondern präferiert die Umgestaltung der TSV-Halle zu einem Bürgersaal und den Bau einer Dreifach-Sporthalle an der Schule. Doch damit stößt er auch bei Freien Wählern und SPD im Gemeinderat auf zunehmend stärkere Kritik.

Bislang gab es in Mittenwald erst einen Bürgerentscheid. Im Dezember 2000 stimmte die Mehrheit gegen den vom Gemeinderat gewünschten Bau eines Veranstaltungssaals.

Christof Schnürer

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